Moin,
ich habe bei diesen ganzen Hundeerziehungstheorien häufig den Eindruck, dass sie nicht einem 'richtig oder falsch' unterliegen sondern eher einem Modetrend. Und damit meine ich auch die Theorien der Dominanztheoriekritiker.
Unser Einstieg in die Hunderziehung war auch die Dominantheorie und Fennell haben wir selbstverständlich auch gelesen.
Obwohl ich die Theorie heute nicht mehr so teile, halte ich es rückblickend dennoch für den richtigen Weg.
Warum?:
Hunde sind an sich relativ einfach gestrickt. Unsere Schnuckiputzis wollen einen vollen Bauch, 'ne Menge Schlaf, tolle Spaziergänge, Zuneigung und eine Aufgabe.
Und sie wollen Sicherheit und Klarheit.
Jeder Hund ist in unserer zivilisiertenn Gesellschaft mit Straßenverkehr, Menschenmengen, unzähligen modernen Umweltreizen, menschlichen Konventionen und vielem mehr heillos überfordert.
Die Dominanztheorie besagt, dass ein Hund dazu strebt, Rudelführer zu werden. Sie sagt auch, dass diese Rolle in unserer Gesellschaft kein Hund ausfüllen und das aus dieser Diskrepanz der Hund leidet.
Kann man über das erste streiten, ist das zweite sicher richtig.
Es ist daher unsere Aufgabe als Hundehalter, dem Hund Sicherheit zu geben.
Man kann die Dominanztheorie kritisieren wie man mag, aber eben genau diese Sicherheit vermittelt sie dem Hund.
Mir kann keiner erzählen, dass der Hund darunter leidet, wenn er nicht auf's Sofa darf, vor der Tür warten muss und zuletzt frisst. Insbesondere nicht, wenn er es gar nicht anders kennt.
Er hat Regeln, die sich hoffentlich auch in seinem sonstigen Alltag weiter erstrecken. Er weiß, was von ihm erwartet wird, er hat Sicherheit.
Wer Fennells Theorie folgt, erzieht seinen Hund. Das ist mehr, als man von vielen Hundebesitzern sagen kann. Ob da nun jede Nuance letztendlich hundepsychologisch richtig ist, ist dabei eigentlich völlig egal.
Denn der Halter hat ein (gewaltfreies !) Erziehungskonzept und der Hund hat dadurch ein gesichtertes Umfeld, was ihn befähigt, seine oben genannten Bedürfnisse erfüllt zu bekommen.
Eine gute Basis für ein glückliches Hunde- und Halterleben, wie ich finde.
Das es auch andere Wege geben mag, die genauso zu diesem Ziel führen, bestreite ich dabei nicht.
Übrigens zu uns und unserem Schuckiputz: Wir haben mit der Zeit gelernt, was davon für uns sinnvoll ist und was nicht. User Hund frisst in der Regel vor uns, vor der Tür wartet er ( sehr sinnvoll, da er nach dem Spaziergang oft schweinisch aussieht) und Sofa und Bett sind tabu, ansonsten kann er rumliegen, wo er will und braucht auch nicht aufzustehen, wenn wir kommen. Das alles hat eher praktische Gründe, aber ich halte eben rückblickend gerade die Erziehungsphase mit strikten Regeln für sehr sinnvoll. Wir profitieren heute davon.
Tschüss
Ned