Ich meine, die HH und Freunde von SOKAs sollten auch bedenken:
.) SOKAs lösen bei vielen Menschen ANGST aus. Um die eigene Sicherheit, mehr noch um die seiner Kinder, oder auch um die seines Hundes.
.) Angst ist per Definition irrational.
.) Klarerweise gibt es SOKAs, die zurecht gefürchtet werden und welche, denen damit Unrecht geschieht. Aber zumindest eine statistisch gesehen häufigere Unverträglichkeit gegenüber fremden Hunden gibt es bei SOKAs schon.
.) Wenn die Rassewahl des Nachbarn jemand in einem andauernden Zustand der (latenten) Angst hält ist es kein Wunder, wenn sich Menschen dann wehren. Je nach Art direkt (Knackwurst mit Rasierklingen etc) oder indirekt (Beiträge in Foren, Forderung nach härteren Gesetzten).
.) Schließlich hätte dieser Nachbar ja auch bei der Rassewahl an seine Umgebung denken können und eine Rasse wählen, die keine Angst auslöst. Von den ca 400 Hunderassen gibt es ja nur ca ein Dutzend, die so übel beleumundet sind. Aber für manche Menschen scheint genau das den Reiz auszumachen. Jeder Wiener weiß, von welchem Typ junger Männer ich da rede.
All dies und noch vieles mehr sollte man sich VOR dem Hundekauf überlegen. Ich habe es getan und deshalb war für mich von Anfang an klar: kein SOKA, kein Dobermann, kein Rottweiler. Denn meine Freude am Hund soll nicht mit den Ängsten meiner Umgebung erkauft werden.
Wäre die Menschheit nicht so verbohrt, könnte man auch mit Nachbarn drüber reden.
Klar ist, in Wien ist das wohl schwieriger, überhaupt in Großstädten, auch klar.
Würde ich mir einen Dobermann nehmen, mir gefällt die Rasse sehr vom Wesen her, weil sie sehr sensible und sanfte Hunde sind, würde ich zu meinen Nachbarn gehen und mein Vorhaben kundtun, ihnen dann den Hund zeigen ect. einfach um Angst im Vorfeld zu vermeiden.
Der Unterschied ist, ich wohne in einer kleinen Gasse mit wenigen Nachbarn, von denen die meisten selber Hunde haben. Wir haben allerdings eine Nachbarin, die sich panisch fürchtet vor jedem Hund, sei er noch so klein.
Dieser Nachbarin habe ich angeboten sie möge mich besuchen, mit mir einen Kaffee trinken auf der Terrasse, es hat sie Überwindung gekostet, sie hat mir 3 mal den Termin abgesagt, dann kam sie doch. Sie kann mittlerweile an Hunden vorbeigehen, ohne Herzinfarkt, ihre Lieblinge werden sie nie, aber das ist ja auch ok.
Ich bin mir aber zu 100% sicher sie würde den Hunden nichts tun und für sie wars gut.
Wir müssen zugehen auf die Menschen, es wird uns nicht immer gelingen, aber einer ist doch auch ein Anfang.
Zurückschimpfen und herumpöbeln bringt das Gegenteil.
Die Hunde"hasser" sollten halt im Gegenzug auch ein bisserl einsichtig sein, sich auf Begegnungen einlassen können, zumindest mal mit kleineren Hunden für den Anfang.
Wetterhexe hat ein tolles Beispiel gebracht, so könnte es was werden, in ganz kleinen Schritten.
"Verhärtete" Personen auf beiden Seiten kann man wohl nicht überzeugen, aber die Mehrheit der Menschen sind weder dumme/gefährliche HH noch Hundehasser, also stehen die Chancen doch recht gut.