Arbeitsintensität/Dauerbeschäftigung

Shonka

Super Knochen
Nachdem in diversen Threads immer wieder die "rassegerechte Auslastung" oder deren Fehlen (egal ob Show-oder Arbeitslinie) diskutiert wird, hab ich mal drüber nachgedacht, wie das eigentlich bei meinen Hunden ausschaut.

Border Terrier sind ja entstanden, weil man Hunde gebraucht hat, die den Parforce-Meuten im englisch-schottischen Grenzgebiet folgen und den gejagten Fuchs, wenn er sich irgendwo verkriecht, wieder rausjagen. Und zum Absuchen der Böschungen am Gewässerrand nach Otter und Bisamratte.

Wenn man das auf unser Leben übeträgt und bedenkt, dass solche Jagden ja nicht täglich stattgefunden haben, sind meine Hunde mehr als in dieser Richtung beschäftigt. Wir gehen 2-3x pro Woche stundenlang durch den Wald und suchen Spuren, 1x pro Woche machen wir Agility und Böschungen absuchen praktizieren wir nahezu täglich, da wir ja am Wasser wohnen und fast alle unsere Spazierwege an Gewässern stattfinden.

An manchen Tagen gibts auch nur relativ kurze Spaziergänge von 3x 20-30 Minuten. Arbeit fürs Gehirn gibts auch nahezu täglich. Meine Hunde sind zuhause ganz ruhig und entspannt, haben keinerlei Macken und fordern auch nix (außer Bauchstreicheln).

Ich glaube nicht, dass ein Border Terrier, der in England im Zwinger gelebt hat oder lebt und nur zu den Jagden rauskommt, soviel mehr zu tun hat und/ oder zufriedener ist, als meine. Ich glaub auch, dass das für alle Terrier gilt.

Bei den Hütehunden weiß ich nicht, ob die täglich Schaf-Action haben, oder obs da auch Ruhetage gibt. Einen Vorstehhund kann man auch bei uns gut beschäftigen, weil den befriedigt ja das Anzeigen und das kann man leicht überall einbauen (außer mitten in der Stadt). Apportierhunde/Wasserhunde dürften ähnlich leicht zu beschäftigen sein. Bei Stöberhunden muss man eben sein Hirn benutzen, um ihnen was zu bieten, usw.

Würd mich interessieren, ob andere auch über die tatsächliche Intensität der Beschäftigung ihrer Hunde nachgedacht haben, ich glaub nämlich, dass viele das ständige "Auslasten" viel zu verklärt betrachten. Zumindest bei den Jagdhunden verbringen viele seit jeher die meiste Zeit im Zwinger. Kein Wunder, dass die bei gutgemeinter Dauerbeschäftigung ausflippen...

LG
Ulli
 
Ich hab früher auch gedacht, dass ich Lisa ordentlich auslasten muss, weils ja ein Jagdhund ist und viel Beschäftigung braucht. Tjo, ich bin 2x die Woche auf den Agilityplatz gegangen, hab auch nebenbei noch Unterordnung trainiert und Kopfarbeit bzw. lange Spaziergänge waren natürlich auch vorhanden. Was ich dann hatte, war eine hyperaktive, lästige Wanzn :rolleyes: Meine mum wollt schon gar nimma auf sie aufpassen, weil sie ständig auf Susi und Fritzi hergefahren ist vor lauter aufgekratzt. Das war dann der Wendepunkt. Jetzt machen wir mehr Denksport, wenig Agility (auch Krankheitsbedingt :() und gehen mittellange Runden spazieren. Was ich grad wieder anfang ist mehr Fährten und Suchspiele, da sie ja so eine feine Nase hat und rassebedingt ein extremer Nasensucher ist :D Ich überleg dauerhaft mit Agi aufzuhören, da sie jetzt auch schon 1,5kg zugenommen hat und ich will nur wegen meinem Ego meinen Hund nicht kaputt machen. :( Die Fährterei wird sich aber auch im Rahmen halten und sie hat gelerent mit Tagen wo weniger los ist auch ruhig zu bleiben. Sie gibt auch mal 3 Tage lange ruhe, wenn ich z.B. krank bin. Da gehen wir insgesamt vielleicht eine gute Stunde raus, drinnen gibts halt Kong und Co und gut ist.
 
Finde ich einen guten Diskussionsstart.
Wenn ich ehrlich bin, hängt mir dieses: "Border in der Stadt geht nicht - Aussies gehören soooo viel ausgelastet - Windhunde müssen mind. 10km täglich sprinten"-Blabla schon so auf den Wecker.

Bei rassegerechter Auslastung kann ich nicht mitsprechen, da ich bei meinen Mischlingen selbst herausfinden musste, wie ich sie am besten auslaste. Nur denk ich mir, dass das genauso mit einem Rasseborder oder einer Rassebulldogge ist.

Man merkt ja mit der Zeit, wenn man mit seinen Hunden lebt, was sie wirklich fordern und wo sie auch wirklich gefördert werden möchten.
Beispiele:
Sancho: ist komplett apportierfreudig - vor allem im Wasser. Hier bieten sich unendlich viele Möglichkeiten ihr Köpfchen zu fordern - dazu muss ich nicht mal stundenlang spazieren gehen.
Kaya: ist eher von der ruhigen Sorte, die gerne für ein paar Minuten Vollgas gibt - dann aber ständig den Rüssel am Boden hat - "Fährte" (deswegen unter Anführungszeichen, weil es MEINE Fährtenübung ist) - auch hier kann man unendlich viele Dinge machen ohne den Hund köperlich komplett auspowern zu müssen.

Genauso bei uns gibt es Tage wo eher weniger draussen sondern mehr in der Wohnung gearbeitet wird. Wo Konzentration gefordert ist und die Hunde danach oft fertiger sind als wenn ich gelangweilt eine Stunde durch die Gegend gehe. Ruhezeiten sind bei mir sehr wichtig - ich erlaube auch selten bis gar nicht lautes und aufgedrehtes Spielen in der Wohnung - wenn sie damit anfangen, weiß ich, dass ICH mich mit ihnen beschäftigen muss und mir eine Alternative für ihre Überdrehtheit überlegen (Sancho frisst zum Frühstück öfters einen Kasperl :rolleyes:)

Man muss einfach gute Alternativen finden um seinen Hund zu beschäftigen. Ein Jagdhund muss nicht jagen um ausgelastet oder glücklich zu sein, ebenso wie ein Border nicht hüten muss um nicht durchzudrehen.
Und wenn dann ganz Schlaue daherkommen und dir so supergescheit erzählen, dass man die und die Rasse doch nicht in einer Wohnung halten kann dreh ich mich meist um und gehe bevor mir die Hutschnur platzt.
 
Hi Ulli,

bin da ganz deiner Meinung dass eigentlich manchmal "zu viel" gemacht wird und man sich damit auch echt nervige Hunde produzieren kann...

Was die Border Collies angeht, ein Schäfer hat in der Regel mehrere Hütehunde, in der Regel kommt ein Hüter nicht mehr als 3 Mal die Woche zum Einsatz - und ich würde mal ganz Laiisch behaupten dass allein der Border einer der am meisten arbeitenden Hunde ist....

Meine sind vorwiegend Jagis, wir lassen es derzeit recht ruhig angehen da ich nicht so fit bin, laufen viel auf ein und derselben Wiese weil sie dort ohne Leine sein können und ich relativ entspannt einfach mitschlappen kann...

Sie haben täglich die Möglichkeit Mäuse zu kruscheln und zu jagen, wir machen täglich Futterspielchen...

Am Wochenende gibts die eine oder andere Dogdanceübungsaction und dazwischen haben wir einfach viel Spass im gegenseitig fangen und jagen...

Aber mehr mache ich nicht - und meine Hunde sind allesamt sehr zufrieden und ausgeglichen.

Auf den Trichter es VIEL ruhiger angehen zu lassen und deswegen auch kein schlechtes Gewissen zu haben kam ich durch meine jüngste Hündin die ja sehr hyperaktiv ist. Je ruhiger es war, je weniger Action ich gemacht habe, desto besser ist sie zu ertragen und desto weniger puscht sie durch.

So Manch einer der im Leben eben keinen Leistungssport machen "musste" wird älter - da er eben nicht so an Abnutzungserscheinungen leidet wie Hunde die viel gefordert wurden - evtl. mehr als notwendig??

Ich sehs halt so, es sind Begleiter - keine Sportgeräte. Sicher brauchen manche mehr Action, aber manche machen wir auch zu solchen Powerjunkies...

Wir sollten denke ich mal nur nicht verwechseln ob wir das so wollen oder ob der Hund das unbedingt braucht....

Hunde sind in erster Linie Rudeltiere die einfach bei uns sein möchten... um zufrieden zu sein...

LG

Hilde
 
Ja, so hab ich mir das gedacht. Ich glaub nämlich auch nicht, dass Baegles täglich unterwegs waren, außerdem gibts ja auch noch Schonzeiten.
Auch Windhunde sind ganz sicher nicht täglich im Einsatz und bei großen z.B. Foxhound-Meuten kommen auch nicht immer alle mit. Huskies lagern sicher öfter, als sie laufen, soviel Zeit hatten die Leute früher ja gar nicht.

Bei Farmcollies und Aussies weiß ichs wie gesagt nicht.

LG
Ulli
 
Würd mich interessieren, ob andere auch über die tatsächliche Intensität der Beschäftigung ihrer Hunde nachgedacht haben, ich glaub nämlich, dass viele das ständige "Auslasten" viel zu verklärt betrachten. Zumindest bei den Jagdhunden verbringen viele seit jeher die meiste Zeit im Zwinger. Kein Wunder, dass die bei gutgemeinter Dauerbeschäftigung ausflippen...

LG
Ulli



Hallo Ulli!

Sehr interessante Diskussion!

Hier kurz meine Erfahrung dazu: Einmal zum Hütehund - und einmal zum Vorstehhund....

Mein Aussie kennt keine Arbeit an Schafen - ihr Hütetrieb ist nicht ausgeprägt - mehr der Schutztrieb...
Sie wird beschäftigt mit UO (mom. trainieren wir auf BGH-3), Breitensport, langen Spaziergängen - diversen Denkspielen (Clicker u.ä.) und ist SEHR ruhig ... finde ich halt!
Beim Hütehund kommt mir vor, isses viel wichtiger, auf die geistige Auslastung/Beschäftigung zu achten, als auf Bewegung.
Sie fordert auch bei JEDEM Spaziergang ein, etwas zu arbeiten - sei es nur ein kleines Stückerl Fussgehen oder so...

Mein Mann hat seit heuer einen Vorsteh-Hund (derzeit 1 Jahr alt) ... einen drahthaarigen Magyar Viszlar, der im Gegensatz zur Aussie-Hündin das RENNEN braucht...
die erste halbe Stunde vom täglichen Spaziergang rennt er meist nur... da hol ich ihn auch nicht "runter" - Gehorsam verlange ich erst in der zweiten halben Stunde , Fussgehen, Abrufen und alles, was er schon können sollte ;-)
Er braucht z.b. die geistige Arbeit nicht unbedingt, dafür sein Spielen... Apportieren, alles was er sieht und rumliegt...
Er würde eher ausflippen, wenn er ein Lauf-Defizit hat!

Sie werden tagsüber 6 Stunden alleine im (sehr großen Garten) gehalten mit Unterschlupfmöglichkeit im Kellerstöckel, das zum Hundehaus umfunktioniert wurde ;)

Soviel zu meinen Erfahrungen von zwei unterschiedlichen Hunden!

Liebe Grüße!
Silvia
 
Hundesport hab ich mit dem Milan eigentlich nie gemacht. Agility haben wir mal versucht, aber irgendwie hat ers nicht eingesehen, weshalb er über die Wippe soll, wenn am Rand eine hübsche Schäferhündin steht. Nachdem das Agility am Schäferhundplatz angehängt war, und absolute Disziplin und Gehorsam gefordert wurden, hat es auch uns Menschen keinen Spaß gemacht. Sonst waren jeden Tag lange Spazierrunde am Waldrand und über Wiesen angesagt. Suchspiele, Balancierübungen, kleine Unterordnungseinheiten für Kind und Hund waren eingebaut. Kopfarbeit zuhause, Waschmaschine ausräumen, Post vom Briefkasten oder direkt vom Postboten bringen, das Spielzeug der Kinder aufräumen(hab nicht ich ihm beigebracht).........und abends dann Lauftreff mit Herrli, 10 km Joggen durch den Wald meistens in der Gruppe, wo es möglich war offline.
Aber der ganze Ablauf war durch lange Pausen gekennzeichnet, die er auch gerne zum Sofalümmeln genutzt hat. Dauerbespaßung hats nie gegeben, allerdings war und ist er der Kinderschatten, früher aktiv beim Spielen dabei, wenns möglich war. Heute als Beobachter und Aufpasser. Seit unser Jüngster zu selbstständig für einen Bewacher ist, nutzt er jede Möglichkeit auf die Enkelin vom Nachbarn aufzupassen, d.h. er liegt in ihrer Nähe und beobachtet die Umgebung oder bellt auch mal, wenn die Kleine Richtung Straße läuft.
Seit vier Jahren sind zu den ursprünglichen Herz und Leberproblemen noch Schilddrüse und Hodenkrebs dazugekommen - . Das Joggingpensum haben wir vorsichtig runtergefahren, "Hausarbeit" macht er immer noch gerne, aber nicht mehr jeden Tag, wir machen was er alleine anbietet, auch die Länge der Spaziergänge bestimmt er.
Alles in allem ein ruhiges Leben für einen Foxterrier, dessen Mutter in Ungarn als Saupacker geführt worden ist........nicht ganz typisch, was aber auch krankheitsbedingt ist.
 
Wie man besser damit umgehen könnte: leider fällt mir nichts für Dich machbares ein, außer, aufs Land zu ziehen und ihm eine Entenschar oder ähnliches zu besorgen und jeden Tag mit ihm zu arbeiten. Er ist ein toller Hund, aber in einer Wohnung weitgehend arbeitslos (Agility ist höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein). Ich würde an Deiner Stelle (aber auch das hab ich Dir schon gesagt), solange er lebt (und Du bist ja noch jung), versuchen, ihm (und nur ihm) täglich mindestens 2-3 Stunden volle Aufmerksamkeit in punkto Beschäftigung bieten. Z.B. Donauinsel: das ganze Programm von "Anne Lill Kvam - Spurensuche" durcharbeiten. Zusätzlich Distanztraining (um Bäume, Mistkübel, u.ä. herumschicken), vielleicht Hütetraining ausprobieren. Sehr oft Spazierwege wechseln, Gegenstände benennen ("geh zum Baum", "geh zum Mistkübel" "geh zum was weißich", dort sitz, platz usw.). Falls Du das durchziehst, kannst Du auch anderen Lebewesen Aufmerksamkeit schenken, ohne, dass er auf 190 ist....

Ulli, das ist das Post, das du in meinem Thread bzgl. Jacks Aufmersamkeitsheischendes Verhalten geschrieben hast. Ist ja jetzt eigentlich genau das Gegenteil von dem, was du jetzt in diesem Thread schreibst oder?

Ich bin inzwischen auch der Meinung, dass ein Hund nicht dauerbespaßt werden muss, um zufrieden und ausgeglichen zu sein. 2 - 3 Stunden Suchspiele, Fährte, Gegenstände umkreisen usw....und das täglich?

Wir machen:

2 x die Woche Aglity, beim Spazierengehen UO und Suchspiele und in der Wohnung immer wieder mal neue Tricks oder Kong oder Denkspiele. Ich finde, dass sollte reichen. Egal welcher Hund, egal welche Rasse.

Klar gibts Hunde, die fordern mehr, andere, die fordern weniger. Aber je mehr man dem Hund gibt, desto mehr wird er wollen.


Lg Cony
 
Wenn ich irgendjemandem erzähle, wieviel (bzw. wie wenig) ich mit meinen Borders mache, würde ich wahrscheinlich von manchen als Tierquäler bezeichnet werden. :rolleyes:

Und trotzdem liegen die beiden jetzt völlig entspannt neben mir und rühren kein Ohrwaschl. Das Wichtigste für die beiden ist es, mit mir zusammen zu sein. Egal, ob wir faul rumkugeln, entspannt spazierengehen, oder beim Agility sind. :cool:

LG, Andy
 
Zuletzt bearbeitet:
hmmm... da ich immer second hand hunde auch schlechter haltung hatte kann ich dazu nicht viel sagen.

meine erste hündin war irgend eine mischung wo sicher ein windhund mitgemischt hatte. tauben wurden gejagt und sie hatte power ohne ende also war viel laufen angesagt denkspiele waren ihr schnell langweilig und mussten immer neu erfunden werden.

die ungarische bracke aus der tötung hatte angst vor jeder maus.. also keinen jagdtrieb und lebt heute in einem großen garten und rennt vor jedem heuschreck davon, bewacht aber gern haus und garten durch lautstarkes gebell. der eignungtest hat so quasi ergeben: gehen sie mit ihrem hund spazieren. mehr kann er nicht.:rolleyes:


mein zwergpinscher hat mit jagen auch nix am hut der läuft gern und denkspiele machen ihm spaß... hmm..

mein nächster hund wird auch ein tierheim hund sein. einfach weil ich da mehr abschätzen kann ob er ein jäger ist oder nicht. das ist mir nämlich wichtig das er KEINER ist aber viel bewegt werden will.
 
Wie man besser damit umgehen könnte: leider fällt mir nichts für Dich machbares ein, außer, aufs Land zu ziehen und ihm eine Entenschar oder ähnliches zu besorgen und jeden Tag mit ihm zu arbeiten. Er ist ein toller Hund, aber in einer Wohnung weitgehend arbeitslos (Agility ist höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein). Ich würde an Deiner Stelle (aber auch das hab ich Dir schon gesagt), solange er lebt (und Du bist ja noch jung), versuchen, ihm (und nur ihm) täglich mindestens 2-3 Stunden volle Aufmerksamkeit in punkto Beschäftigung bieten. Z.B. Donauinsel: das ganze Programm von "Anne Lill Kvam - Spurensuche" durcharbeiten. Zusätzlich Distanztraining (um Bäume, Mistkübel, u.ä. herumschicken), vielleicht Hütetraining ausprobieren. Sehr oft Spazierwege wechseln, Gegenstände benennen ("geh zum Baum", "geh zum Mistkübel" "geh zum was weißich", dort sitz, platz usw.). Falls Du das durchziehst, kannst Du auch anderen Lebewesen Aufmerksamkeit schenken, ohne, dass er auf 190 ist....

Ulli, das ist das Post, das du in meinem Thread bzgl. Jacks Aufmersamkeitsheischendes Verhalten geschrieben hast. Ist ja jetzt eigentlich genau das Gegenteil von dem, was du jetzt in diesem Thread schreibst oder?

Ich bin inzwischen auch der Meinung, dass ein Hund nicht dauerbespaßt werden muss, um zufrieden und ausgeglichen zu sein. 2 - 3 Stunden Suchspiele, Fährte, Gegenstände umkreisen usw....und das täglich?

Wir machen:

2 x die Woche Aglity, beim Spazierengehen UO und Suchspiele und in der Wohnung immer wieder mal neue Tricks oder Kong oder Denkspiele. Ich finde, dass sollte reichen. Egal welcher Hund, egal welche Rasse.

Klar gibts Hunde, die fordern mehr, andere, die fordern weniger. Aber je mehr man dem Hund gibt, desto mehr wird er wollen.


Lg Cony

Ohje, das ist wohl falsch rübergekommen, ich hab das in meinem (roten) posting eigentlich genauso gemeint. Die Sachen, die ich Dir geschrieben hab waren alle als "oder" gemeint, oder eben abwechselnd. Nix fährt einen aufgedrehten Hund mehr runter, als Schnüffeln. Die Entenschar war eher ein "wird wohl nicht gehen, aber da hätt er was zu tun". Der Jack ist ein Spezialfall, denk ich. Der würd bei mir anfangs (also so wie er jetzt drauf ist) das kriegen, was ich mit meinen Hunden mach (und wie ich es Dir geraten hab) - weil um von seinem jetzigen Zustand auf "normal" runterfahren, braucht er schon auch das Gefühl von großer Müdigkeit. Das ist sehr schwer, schriftlich zu beschreiben. Beispiel: mein Lou liebt Beißwurstspiele und er kriegt sie auch (manchmal). Wenn er aber schon zu kreischen beginnt, wenn ich die Beißwurst auspack, weiß ich, dass es mindestens zwei Wochen keine solchen Spiele mehr geben wird, sondern lange Waldrunden, ohne, dass ich ihn groß anred. Er regt sich auch sehr auf, wenn Besuch kommt, aber er hat gelernt, von allein wieder runterzukommen. Das kann, denk ich, der Jack noch nicht, wenn ihn der Nichtenkontakt so aufregt.

Weiters hat der Jack ja auch schlechtere Chancen, weil ihn die Stadt nervös macht. Da würd ich wirklich nur zum Auto mit ihm gehen und in eine ruhige Gegend fahren. Usw.

Ich wollte aber auch mit diesem Thread nicht ausdrücken "nehmts Euch ruhig Arbeitshunde und tuts nix mit denen, die Vorfahren mussten auch im Zwinger leben..." Ich meine nur, dass rassegerechte Auslastung möglicherweise etwas ganz anderes ist (und viel weniger), als bisher angenommen.

LG
Ulli
 
Ja, so hab ich mir das gedacht. Ich glaub nämlich auch nicht, dass Baegles täglich unterwegs waren, außerdem gibts ja auch noch Schonzeiten.
Auch Windhunde sind ganz sicher nicht täglich im Einsatz und bei großen z.B. Foxhound-Meuten kommen auch nicht immer alle mit. Huskies lagern sicher öfter, als sie laufen, soviel Zeit hatten die Leute früher ja gar nicht.

Bei Farmcollies und Aussies weiß ichs wie gesagt nicht.

LG
Ulli


Ein Jäger geht auch nicht jeden Tag mit seinem Hund jagen...
Vorstehhund kommt bei Treibjagden hauptsächlich zum Einsatz - und diese finden im Herbst statt... die müssen auch so übers Jahr kommen :p

LG
 
Ein Jäger geht auch nicht jeden Tag mit seinem Hund jagen...
Vorstehhund kommt bei Treibjagden hauptsächlich zum Einsatz - und diese finden im Herbst statt... die müssen auch so übers Jahr kommen :p

LG

Eben!

Beim oben angesprochenen Jack ists nur so: der ist schon nervös, der braucht jetzt mal ein Müdemachprogramm, damit er überhaupt entspannen kann. Kein Hochpushen, sondern spazieren, schnüffeln, ein bissl Denksport usw. - und möglichst wenig Stadt...
 
Hmmmm....interessante Diskussion.

Ich hab ja das Gefühl, dass es immer mehr zu zwei Extremspaltungen kommt....
die einen die ihre Hunde chronisch überfordern weil sie glauben einen Hund einer bestimmten Rasse zu besitzen und der 24 Stunden beschäftigt gehört
und die anderen, die gar nix mit den Hunden machen und glauben nur weil der Hund schön ist erzieht er sich selbst....:rolleyes:

Und wie immer wenn was extrem ist, stellen sich mit die Nackenhaare auf.

Ich versuch für meinen Hund und mich das ideale Maß an Beschäftigung zu finden.
Und das Wichtigste für mich: auch wenn ich vielleicht einige Zeit mal ziemlich viel mit meinem Wuff mach (viel unterwegs bin, täglich in der Hundeschule bin, usw.) - wenn es dann mal einige Zeit ruhiger ist/sein muss (ich krank bin, wir wie jetzt gerade übersiedeln) hat er damit auch kein Problem.


Ich glaub einfach, dass es die Gesamteinstellung, die Beziehung zum Hund ist die viel ausmacht.
Und dabei find ich die Rasse meist nebensächlich.
Sicher gibt es bestimmte Rassen die ich mir - auf den verschiedensten Gründen - bewusst wahrscheinlich einfach nicht aussuchen würde.
Aber ich denke doch, dass sehr oft eine Rassezugehörigkeit als Ausrede für mangelnde Erziehung oder fehlenden Hundeverstand genommen wird.
 
Sicher gibt es bestimmte Rassen die ich mir - auf den verschiedensten Gründen - bewusst wahrscheinlich einfach nicht aussuchen würde.

Ich find, das ist eine interessante Aussage! Manche Menschen und manche Hundetypen passen einfach nicht zusammen. Wenn man so gänzlich andere Interessen hat, als sein Hund, ist Unzufriedenheit vorprogrammiert. Das muss dann gar nicht sein, dass der Mensch gar keinen Hund haben sollte - nur eben keinen, dieser Rasse. Aber wie genau findet man das raus, wenn man die Optik ganz außer acht lässt?
 
... ich glaub nämlich, dass viele das ständige "Auslasten" viel zu verklärt betrachten....

Es liegt halt auch immer im Auge des Betrachters.

Ich geh mit meinem Hund 2x pro Woche in die Hundeschule (jetzt in der Winterpause 1 mal wenn es sich organisieren lässt) und 3 mal am Tag Gassi. Am Vormittag bin ich arbeiten, da schläft er die meiste Zeit.
Einmal am Nachmittag gibts ein Spiel im Garten oder wir üben drinnen für 10 Minuten. Sonst ist er mein Schatten und liegt gerne dort, wo ich mich aufhalte und da red ich halt mit ihm so über dies und das während ich daheim putze, koche etc. (und bin froh das keiner zuhört :D)

Für einen Bekannten, der mich allen erstes gefragt hat, ob der Hund nur im Garten ist oder ob ich auch mit ihm rausgehe ist das wahrscheinlich wahnsinnig viel.

Ein aktiver Hundesportler und sein Hund täten sich langweilen...

Solange Hund und Herrl glücklich sind, passt das schon. Aber wenn der Hund extrem unruhig, aufgedreht etc. ist, sollte man halt schon auch überlegen, ob weniger in dem Fall nicht mehr ist.
 
Ich meine nur, dass rassegerechte Auslastung möglicherweise etwas ganz anderes ist (und viel weniger), als bisher angenommen.
Das ist etwas, was ich schon seit vielen Jahren sage. Und mich maßlos über die Bespaßungsfraktion ärgere. Und über Leut, die net sehen, wann ihr Hund genug hat, die net rechtzeitig aufhören können, die in Trainingspausen irgendwelche Übungen machen, anstatt die Hunde ausrasten zu lassen.

Meine Hunde werden nicht dauerbespaßt, es gibt keine Schnüffelspiele (ich hab netmal die Zeit, das anscheinend sehr große Talent Arkons zur Nasenarbeit - ZOS - weiter zu fördern), keine Nina Ottosons, kein Ballwerfen, kein Frisbee und kein usw. Gelegentlich gibts nen Kong.

Was man aber schon sagen muß: Junghunde und junge erwachsene Hunde haben einen gewissen Bewegungsdrang, den sie imho v.a. im artgerechten Sozialkontakt (natürlich mit sozial verträglichen Hunden gleicher "Gewichtsklasse") gezielt, aber kontrolliert ausleben können müssen.

Arkon und Cash beispielsweise kennen sich seit Welpenbeinen. Die sehen einander und müssen mal so richtig fetzen. Gelegentlich gibts mal ein bißl Getöse zwischen den beiden Jungrüden, aber da passiert nix. Die sagen sich halt mal auf Hundeart die Meinung.

Ich hab mit meinen Hunden keine Probleme bezüglich Artgenossen, die fordern keine Action (grad gelegentlich mal ein bißl Aufmerksamkeit und ein paar Streicheleinheiten), gehorchen und arbeitem beide voller Begeisterung, aber ruhig und höchst konzentriert.

Schätze, ich mach irgendwas richtig. ;)

LG, Andy
 
Ohje, das ist wohl falsch rübergekommen, ich hab das in meinem (roten) posting eigentlich genauso gemeint. Die Sachen, die ich Dir geschrieben hab waren alle als "oder" gemeint, oder eben abwechselnd.

Ach so! Sorry, dann hab ich dich wohl wirklich missverstanden :o

Nix fährt einen aufgedrehten Hund mehr runter, als Schnüffeln. Die Entenschar war eher ein "wird wohl nicht gehen, aber da hätt er was zu tun". Der Jack ist ein Spezialfall, denk ich. Der würd bei mir anfangs (also so wie er jetzt drauf ist) das kriegen, was ich mit meinen Hunden mach (und wie ich es Dir geraten hab) - weil um von seinem jetzigen Zustand auf "normal" runterfahren, braucht er schon auch das Gefühl von großer Müdigkeit. Das ist sehr schwer, schriftlich zu beschreiben. Beispiel: mein Lou liebt Beißwurstspiele und er kriegt sie auch (manchmal). Wenn er aber schon zu kreischen beginnt, wenn ich die Beißwurst auspack, weiß ich, dass es mindestens zwei Wochen keine solchen Spiele mehr geben wird, sondern lange Waldrunden, ohne, dass ich ihn groß anred. Er regt sich auch sehr auf, wenn Besuch kommt, aber er hat gelernt, von allein wieder runterzukommen. Das kann, denk ich, der Jack noch nicht, wenn ihn der Nichtenkontakt so aufregt.

Weiters hat der Jack ja auch schlechtere Chancen, weil ihn die Stadt nervös macht. Da würd ich wirklich nur zum Auto mit ihm gehen und in eine ruhige Gegend fahren. Usw.

Ich wollte aber auch mit diesem Thread nicht ausdrücken "nehmts Euch ruhig Arbeitshunde und tuts nix mit denen, die Vorfahren mussten auch im Zwinger leben..." Ich meine nur, dass rassegerechte Auslastung möglicherweise etwas ganz anderes ist (und viel weniger), als bisher angenommen.

LG
Ulli

Ich versteh halt nach wie vor nicht, warum man sich z.B.: einen Magyar Viszla nimmt, wenn man mitten in der Stadt wohnt und ihm nie die Möglichkeit geben kann, seiner ursprünglichen Arbeit nachzugehen.

Ebenso bei Borders und Co. Klar, man kann sie auch anderweitig auslasten, aber ist das sinnvoll?

Vielleicht seh ichs auch nur so kritisch, weil ich immer Mischlinge hatte und bis auf Jack keiner davon in irgendeiner Weise Arbeit und Beschäftigung gefordert hätte.

Trotzdem hat der Spruch "weniger ist oft mehr" viel Wahres an sich. Klar Action ist super und traugt jedem Hund, aber Ruhe und Entspannung führen bei meinen Hunden eher zum Erfolg als ständige Bespaßung. Und das ist wohl auch bei allen Rasse bzw. Arbeitshunden nicht anders.

lg Cony
 
Ich versuch für meinen Hund und mich das ideale Maß an Beschäftigung zu finden.
Und das Wichtigste für mich: auch wenn ich vielleicht einige Zeit mal ziemlich viel mit meinem Wuff mach (viel unterwegs bin, täglich in der Hundeschule bin, usw.) - wenn es dann mal einige Zeit ruhiger ist/sein muss (ich krank bin, wir wie jetzt gerade übersiedeln) hat er damit auch kein Problem.

genauso versuch ich es mit asta zu machen und ich glaube wir haben unseren mittelweg gefunden - wenn wir was machen ist sie mit begeisterung dabei, wenn ich mal krank bin oder mal nicht so lust habe, dann sind kuschelabende für sie auch ok.
astas "haupt- und lieblingsbeschäftigung" sind eigentlich suchspiele oder auch nur mit ihren hundefreunden rumzutoben. wobei ausgedehnte spaziergänge auch genossen werden - obwohl da keine aktion dabei ist...

mit agility haben wir vor einiger zeit wieder begonnen, aber da bin ich mir nicht sicher ob sie da nicht zu aufgedreht wird... einerseits gefällt mir agility andererseits kann ich mich mit sowas nicht anfreunden - bin mir auch nicht sicher WAS asta dran spass macht - weil ich mich freue oder wirklich, dass sie dieses und jenes machen darf :o?

meiner meinung nach wird um "hundearbeit" viel zu viel tamtam gemacht

ich glaube uns reichen "suchspiele"... wobei ich ihr vielleicht demnächst beibringe mir bestimmte gegenstände zu bringen - also, dass sie mehrere auseinanderhalten kann (nicht nur ihr spielzeug)...
 
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Also von meiner Hündin verlange ich schon recht viel
ich habe das Gefühl, dass ich sie ruhig mal länger alleine lassen kann, oder sie auch länger zu Menschenansammlungen mitnehmen kann, wo sie "brav" sein muß, wenn sie sich dafür regelmäßig beim Frisbee- und anderen Spielen austoben darf. Das taugt ihr und ich denke, es macht vieles wieder wett.
Außerdem braucht sie die Ruhepausen sowieso, weil das ziemlich anstrengend ist.

Manche Veranstaltungen (Jahrmärkte z.b.) sind auch für den Hund eine geistige Anstrengung und durch die vielen neuen Eindrücke, durchaus positive, auch eine Auslastung. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie nach so einem Event noch viel zusätzlichen Auslauf braucht.

zu den Hütehunden:
Ich glaube auch, dass Schafe nicht 12h am Tag getrieben worden sind. Die wurden von einem Platz zum nächsten getrieben. Dazwischen gab es Ruhepausen - für die Schafe, die Hunde (die ja mehrere waren) und den Schäfer.
 
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