Jede Impfung gibt man gesunden Menschen, sie ist nämlich sinnlos, wenn man bereits erkrankt ist.
Ja klar - Impfungen (gegen Infektionskrankheiten)
dienen der Prävention und werden daher gesunden Menschen
verabreicht. Hat man erst mal Covid, kann man die Impfung nicht
mehr brauchen.
Und grundsätzlich kann ein Mensch jeden Alters an jeder Infektionskrankheit
erkranken und auch ein immunkompetenter Organismus kann jederzeit
in eine Situation kommen, in der dann vorübergehend das Immunsystem
doch einmal "schwächelt" - kennen wir ja alle von den Fieberblasen, die
kriegt man ja auch immer dann, wenn das Immunsystem grad einmal
vorübergehend nicht "auf zack" ist.
Trotzdem ist es bei vielen Infektionskrankheiten so, dass besonders
zwei Gruppen von Menschen besonders gefährdet sind - einerseits die
"Alten", Kranken und Schwachen (oder auch Mangelernährten), deren
Immunsystem nicht mehr "so kann, wie es sollte" und andererseits eben
die kleinen Kinder, deren Immunsystem erst "noch lernen" muss.
Genau aus diesem Grund wird ja z.B. die Pneumokokkenimpfung für ältere
Menschen - so ca. ab 60, chronisch Kranke und für die Kleinkinder empfohlen.
Für gesunde Erwachsene aber nicht, denn für die stellen die Pneumokokken
(in der Regel) keine Gefahr dar.
Beim Corona-Virus ist das aber anders, da gilt die besondere Gefährdung eben
vor allem den "Alten" und Kranken - aber die Kinder zählen nicht zur Risikogruppe.
Das ist eigentlich, angesichts des noch "ungeübten", kindlichen Immunsystems
eher erstaunlich und ich kenn einige Ärzte, die sich darüber auch wirklich wundern.
Vor dem Hintergrund wäre es eben mMn besser, nicht unbedingt auf die Impfung
von Kindern und Jugendlichen zu drängen. Wir haben bei den 45-65-jährigen noch
große Impflücken, da hat mehr als ein Viertel noch nicht einmal die erste Impfdosis.
Da sollte man zwar nicht "drängen", aber noch dringend Aufklärungsarbeit leisten,
sonst wird's unter diesen Menschen im Herbst /Winter eine Menge an schweren
Verläufen (und auch etliche Tote) geben.
Und zu guter Letzt gibt es noch jede Menge Länder, die nicht einmal
ansatzweise genug Impfstoff haben um die Angehörigen der Risikogruppen zu
impfen - da könnten wir ja auch etwas "abtreten", wenn wir bei uns hier jetzt
Überschuss haben.
Es macht für mich wenig Sinn mit Impfstoffen, die KEINE sterile Immunität
erzeugen (also die Weitergabe des Virus nicht sicher verhindern), ausgerechnet
die Bevökerungsgruppe zu impfen, die im Falle der Erkrankung nur ein
Minimalstrisiko hat, während (vor allem weltweit - teilweise aber auch noch bei uns)
zahlreiche Risikopatienten ungeimpft sind.
Liebe Grüße, Conny
@Cato: Was Du schreibst stimmt natürlich grundsätzlich. Von so manchem
Impfstoff, der schon seit Jahren auf dem Markt ist, hat man noch längst nicht
so viele Daten, wie bei den Covid-Impfstoffen, weil noch nie so viele Menschen
gleichzeitig gegen eine Krankheit geimpft wurden. Und ich geh auch wirklich davon aus,
dass es bei den derzeit bei uns zugelassenen Covid-Impfstoffen keine Nebenwirkungen mehr
gibt, die man noch nicht kennt. Da ist man schon in einem hohen Mass
"auf der sicheren Seite".
Dieses hohe Mass an Erfahrung in kurzer Zeit, gilt aber für Erwachsene - für
Kinder und Jugendliche wurden die Impfstoffe ja erst vor Kurzem zugelassen.