Leinenaggression - ein inflationär verwendeter Begriff ???

Snuffi

Super Knochen
Ich lese oft und höre immer wieder - der Hund ist leinenaggressiv - nur bei näherem Hinschauen sehe ich bei dem Hund dann keine Leinenaggression oder lese aus dem Postings heraus dass es sich wohl nicht darum handelt. Kann es sein dass man der Versuchung unterliegt jedes in die Leine hüpfen als Leinenaggression zu sehen ??? Kann es sein dass man gerade da den Hund mißinterpretiert und damit zwangsläufig Erziehungsfehler macht .....
 
Ein gutes Thema .

Bei diesem Thema , werden sich die Meinungen , mit Sicherheit teilen .

Was ist das für ein Hund , der Leinenaggresion zeigt . Zu meist , ein unsicherer Hund , der durch die Leine , sich erst traut .
Oder ist es jener Hund , der durch falsche Erziehung , zum großen - auf alles losgehenden Hund gemacht wurde .
Es kann aber auch ein Hund sein , der aus Angst , diese Leinenaggression zeigt .
Es gibt viele Faktoren , die da zusammen -spielen . Was genau die Ursache ist , ist individuell zu betrachten .

LG . Josef

Ich lese oft und höre immer wieder - der Hund ist leinenaggressiv - nur bei näherem Hinschauen sehe ich bei dem Hund dann keine Leinenaggression oder lese aus dem Postings heraus dass es sich wohl nicht darum handelt. Kann es sein dass man der Versuchung unterliegt jedes in die Leine hüpfen als Leinenaggression zu sehen ??? Kann es sein dass man gerade da den Hund mißinterpretiert und damit zwangsläufig Erziehungsfehler macht .....

Zwischen in die Leine hüpfen und den Hund zu Attakieren ( ev. Beißen ) ist schon ein Unterschied .

LG . Josef
 
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Zwischen in die Leine hüpfen und den Hund zu Attakieren ( ev. Beißen ) ist schon ein Unterschied .

LG . Josef

Eben und da ist mir wichtig zu unterscheiden - denn ich habe den Eindruck dass oft eben "normales" in die Leine hüpfen auch unter Leinenaggression eingeordnet wird. Bei der Leinenaggression ist es natürlich, wie Du ganz richtig schreibst, wichtig den Unterschied zu machen wieso der Hund dieses Verhalten zeigt. Das macht ja einen großen Unterschied im Training ...
 
Ich glaub auch, dass das ein Begriff ist, der sehr schnell verwendet wird... dem entsprechend weit gefächert ist dann die Begrifflichkeit.

Wie du und Josef glaube auch ich, dass in vielen Fällen den Hunden das Verhalten erst durch falsche Bestätigung beigebracht wurde.
Und in anderen Fällen sind sicher auch Beschützerinstinkt oder Unsicherheit (des Hundes ODER des Besitzers) der Grund für aggressives Verhalten an der Leine.

Ich frage mich manchmal, ob es DIE "Leinenaggression" an sich überhaupt gibt...
denn wie jedes Verhalten hat auch solches irgendwo einen Ursprung oder Auslöser...
wäre also ja auch irgendwie mehr oder weniger "be- und verarbeitbar"...

Aber ich persönlich habe auch noch keine näheren Erfahrungen mit "Leinenaggression" gemacht... gsd... :)

GLG
VERA

Vielleicht ist DIE Leinenaggression, die Verhaltensform, bei der man noch nicht herausgefunden hat, warum dieses Verhalten gezeigt wird und man es daher nicht trainieren kann... ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Einen Aspeckt habe ich noch vergessen .

Schlechte Sozialisierung als Welpe - Junghund bzw schlechte Erfahrung mit Artgenossen , die ebenfalls dies bewirken können .

LG . Josef
 
ich glaube , es liegt an der Erziehung von Welpen an. Manche Leute haben Angst und halten den Hund dann fest an der Leine zurück. Und das immer wieder. Also denk ich mir (ich hatte so was ja noch nie), dass der Hund das damit verbindet: der andere Hund ist bös, der könnte mir was tun und deswegen geh ich gleich nach vorne. Am anderen Ende der Leine ist eh mein Beschützer.

Und wenn viele Hundehalter mal richtig beobachten, dann werden sie merken, dass sie die Leine automatisch etwas fester oder kürzer nehmen wenn sie einem anderen Hund begegnen. Jeden Leinenwechsel merkt der Hund sofort, egal wie sanft er ist. Und dann gehts halt los.

So denk ich mir das halt.
 
Moin,

wir haben das Problem auch gelegentlich. Wobei unser Hund ohne Leine so gut wie keine Probleme mit anderen Hunden hat.


Ich glaube, dass liegt an der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeit des Hundes, wenn er an der Leine ist. Ihm stehen dann eben nicht mehr so viele nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung.


Es gibt halt ein paar Rüden in der Gegend, wenn wir die ohne Leine treffen, dann brauchen die Rüden über 1 Minute, bis sie aneinander vorbei sind. Da wird dann gewartet, geschaut, vorsichtig ein Schritt gemacht, mal überheblich geschaut, naja, die ganze Palette halt, wie sie ohne Beißerei herausfinden können, wer höher pinkeln kann.

An der Leine geht das halt nicht.


Wir arbeiten daran. Komisch ist allerdings, dass wir nur einen Schritt am anderen Hund vorbei sein müssen und schon ist alles vergessen und unser Hund hat andere Dinge im Kopf.

Tschüss

Ned
 
Den Begriff "Leinenaggression" verwende ich schon lange nicht mehr. Wenn ein stürmischer Junghund sich an der Leine wie Rambo aufführt hat das mit Aggression überhaupt nichts zu tun. Echte Leinenaggression ist wahrscheinlich extrem selten.

lg
Gerda
 
Den Begriff "Leinenaggression" verwende ich schon lange nicht mehr. Wenn ein stürmischer Junghund sich an der Leine wie Rambo aufführt hat das mit Aggression überhaupt nichts zu tun. Echte Leinenaggression ist wahrscheinlich extrem selten.

lg
Gerda

Was verstehst Du unter echter Leinenaggression ....
 
Was verstehst Du unter echter Leinenaggression ....


Wurde zwar nicht gefragt aber hier ein Zitat aus dem Buch "Leinenaggression" von Clarissa von Reinhardt (animal learn verlag)

Definition Leinenaggression (Seite 7): "Von einer Leinenaggression spricht man dann, wenn sich der Hund an der Leine aggressiv verhält, während er im Freilauf recht gut verträglich ist, und in der Regel ist damit die Aggression gegenüber Artgenossen gemeint."

Ich kann zwar das Buch, das eigentlich eher nur eine Broschüre ist, nicht besonders weiterempfehlen, aber hier hat es zumindest eine Definition.

Viele Grüsse,

Oliver
 
Wurde zwar nicht gefragt aber hier ein Zitat aus dem Buch "Leinenaggression" von Clarissa von Reinhardt (animal learn verlag)

Definition Leinenaggression (Seite 7): "Von einer Leinenaggression spricht man dann, wenn sich der Hund an der Leine aggressiv verhält, während er im Freilauf recht gut verträglich ist, und in der Regel ist damit die Aggression gegenüber Artgenossen gemeint."

Ich kann zwar das Buch, das eigentlich eher nur eine Broschüre ist, nicht besonders weiterempfehlen, aber hier hat es zumindest eine Definition.

Viele Grüsse,

Oliver

Ich kannte einen Hund der war immer an der Leine aggressiv, wenn sie gespannt war. War lustig, der Freund war beim training angehängt und hat sich so gebärdet, dass der Haken aus der Wand geflogen ist, - und dann war er plötzlich gaaaanz leise.:o:D
 
Was verstehst Du unter echter Leinenaggression ....

Wirklich aggressives Verhalten hat ja eine Beschädigung des Gegners zum Ziel. Ein Hund, der sich an der Leine wild aufführt, will in den seltensten Fällen den anderen Hund wirklich töten, was aber nicht heisst, dass es das nicht gibt - ich kenne aber nur sehr wenige.

lg
Gerda
 
Wirklich aggressives Verhalten hat ja eine Beschädigung des Gegners zum Ziel. Ein Hund, der sich an der Leine wild aufführt, will in den seltensten Fällen den anderen Hund wirklich töten, was aber nicht heisst, dass es das nicht gibt - ich kenne aber nur sehr wenige.

lg
Gerda

Mit der Definition stimme ich völlig überein - deswegen glaube ich ja dass es eine echte Leinenaggression nur sehr selten gibt.

Das ist aber wichtig zu wissen - denn wenn ich einen nicht leinenaggressiven Hund so behandle wie einen mit Leinenaggression werde ich beim Training ziemlich viel falsch machen...
 
Wirklich aggressives Verhalten hat ja eine Beschädigung des Gegners zum Ziel. Ein Hund, der sich an der Leine wild aufführt, will in den seltensten Fällen den anderen Hund wirklich töten, was aber nicht heisst, dass es das nicht gibt - ich kenne aber nur sehr wenige.

lg
Gerda

na ja, aber da ist schon ein unterschied zwischen beschädigen und töten, oder? fällt jetzt nur "beschädigen" auch schon in deine definition der leinenaggression?

Mit der Definition stimme ich völlig überein - deswegen glaube ich ja dass es eine echte Leinenaggression nur sehr selten gibt.

Das ist aber wichtig zu wissen - denn wenn ich einen nicht leinenaggressiven Hund so behandle wie einen mit Leinenaggression werde ich beim Training ziemlich viel falsch machen...

kannst du das näher definieren, was du damit meinst, snuffi?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich meine in den meisten Fällen handelt es sich nicht um eine echte Leinenaggression - weil der Hund ja nicht hinstartet um den anderen Hund zu eliminieren.

In den meisten Fällen ist nach meiner Beobachtung entweder dass der Hund jetzt in dem Moment unbedingt den Kontakt haben will und randaliert weil er ihn nicht bekommt. Oder der Hund kann an der Leine nicht wirklich mit dem anderen Hund der ebenfalls an der Leine ist kommunizieren - oder aber es ist ein unheiligés Zusammenspiel Hund und HB.

Viele HB's haben "Angst" wenn sie mit ihrem Hund einen anderen begegnen und vermitteln das dem Hund mental und durch die Körperhaltung sowie über den Geruch. Damit wird der Hund ebenfalls unsicher und reagiert - ich rate mal weiter - die Reaktion des Hundes verursacht dann beim anderen Hund ebenfalls eine eher negative Reaktion - und bumms 2 Hunde hängen in der Leine - oder wenigstens einer.

Ich glaube da passieren viele Fehler die dann weiteres Fehlverhalten des Hundes nach sich ziehen.

Ein Beispiel: HB geht mit Hund - anderer Hund ebenfalls mit HB - beide angeleint - kommt näher. HB1 hat vor dem geistigen Auge einen grimmigen Film was alles passieren könnte - überträgt das auf den Hund - im übelsten Fall bei HB2 die gleiche Situation - beide Hunde hängen als Resultat in der Leine und pöbeln sich an - was wiederum HB1 und HB2 in ihrem Glauben bestätigt dass sie "aggressive" Hunde haben - das ist der Teufelskreis den ich meine.
 
Ich meine in den meisten Fällen handelt es sich nicht um eine echte Leinenaggression - weil der Hund ja nicht hinstartet um den anderen Hund zu eliminieren.

In den meisten Fällen ist nach meiner Beobachtung entweder dass der Hund jetzt in dem Moment unbedingt den Kontakt haben will und randaliert weil er ihn nicht bekommt. Oder der Hund kann an der Leine nicht wirklich mit dem anderen Hund der ebenfalls an der Leine ist kommunizieren - oder aber es ist ein unheiligés Zusammenspiel Hund und HB.

Viele HB's haben "Angst" wenn sie mit ihrem Hund einen anderen begegnen und vermitteln das dem Hund mental und durch die Körperhaltung sowie über den Geruch. Damit wird der Hund ebenfalls unsicher und reagiert - ich rate mal weiter - die Reaktion des Hundes verursacht dann beim anderen Hund ebenfalls eine eher negative Reaktion - und bumms 2 Hunde hängen in der Leine - oder wenigstens einer.

Ich glaube da passieren viele Fehler die dann weiteres Fehlverhalten des Hundes nach sich ziehen.

Ein Beispiel: HB geht mit Hund - anderer Hund ebenfalls mit HB - beide angeleint - kommt näher. HB1 hat vor dem geistigen Auge einen grimmigen Film was alles passieren könnte - überträgt das auf den Hund - im übelsten Fall bei HB2 die gleiche Situation - beide Hunde hängen als Resultat in der Leine und pöbeln sich an - was wiederum HB1 und HB2 in ihrem Glauben bestätigt dass sie "aggressive" Hunde haben - das ist der Teufelskreis den ich meine.

das klingt einleuchtend was du schreibst - ist tatsächlich ein problem dass man aufgrund der aggressiven reaktion des hundes an der leine dazu neigt anzunehmen dass er tatsächlich generell aggressiv ist und sich immer mehr verkrampft, was einen teufelskreis lostreten kann -

das heisst die take-home message sollte sein, dass der hund, der an der leine pöbelt, in den meisten fällen eh nicht aggressiv ist und dass man daher relaxter in hundebegegnungen reingehen sollte?

wobei ich in meinem fall sagen muss: ich glaube zu wissen, dass bei meinem hund das pöbeln an der leine, das wahrscheinlich durch die unentschlossenheit des hundeführers (also mich), dessen unsicherheit zu erkären ist, mit einem deutlich ausgeprägten territorialtrieb vermischt ist - das heisst wenn mein hund frei käme, würde er sowohl versuchen den anderern hund in dem sinne zu beschädigen, als er ihn von seinem territorium vertreiben würden wolle.

viele grüsse,

oliver
 
Wichtig waere den Hund genau beobachten wie und wann er sich in die Leine haengt um das warum kennen zu lernen.

Meistens wars keine Leinenaggression wenn ich ein solches Verhalten gesehen habe.

Es ist mM auch keine Leinenaggression wenn der Hund seinen Terretorialtrieb ausleben will.
 
Bei uns ist es ganz eindeutig ein erlerntes Verhalten! Ich habe es bei einem anderen Thema schon einmal erwähnt: bei uns laufen fast alle Hunde frei, Ausnahmen sind eigentlich nur "unverträgliche" Hunde. Meine kommt auch im Freilauf mit allen Situationen klar. Sie ist gut sozialisiert und stellt sich auf den anderen Hund gut ein. Wenn uns Hunde an der Leine entgegen kommen bedeutet das (meistens) dass dieser mit Artgenossen nicht gut zurecht kommt. Ich nehme meinen Hund natürlich auch an die Leine und beim aneinander vorbeigehen kommt es zu Pöbeleien. Es ging sogar einmal so weit dass ein Hund von dem ich mir gedacht hatte er wäre schon vorbei, plötzlich noch einmal herumriss und meine hinten am Po erwischt hat. Er hatte sich verbissen und ist dann abgerutscht (Gott sei Dank hatte sie nur eine Schürfwunde) - das hat die ganze Situation natürlch verschärft - wir sehen einen Hund an der Leine, ich hänge sie an und sie stellt schon die Haare auf in der Erwartung einer Keilerei und wenn wir auf gleicher Höhe sind dann heisst es aufpassen (bellen, knurren, zähnefletschen,...) . Sie würde auch richtig raufen wenn sie freikäme! Verstärkt wurde das natürlich auch durch meine Haltung!!! Ich habe die Leine extra stramm gehalten :rolleyes: Blöd ich weiss, aber der 1. Hund und da macht man noch viel falsch :( Jetzt habe ich aber mein Verhalten bewusst geändert!!! Ich halte die Leine nicht mehr in der Hand - ich habe sie umgehängt und lenke sie ab! Wir haben das Kommando "guck" trainiert, d.h. sie schaut mir in die Augen und dann bekommt sie ein Leckerli. Und mit "guck" kommen wir mittlerweile auch gut mit Leine an anderen Hunden vorbei. Die Erwartungshaltung einer Eskalation fehlt jetzt auf beiden Seiten. Die ganze Geschichte war von mir hausgemacht - ich habe meinen Fehler erkannt und würde ihn nicht mehr machen.
 
Ich glaube es ist wichtig dass der Hund, wenn er an der Leine geht, das Vertrauen hat (haben kann) dass HB die Situation im Griff hat und für ihn handelt. Beissereien an der Leine bedeuten dass man dann wieder das verlorene Vertrauen aufbauen muss. Ein guter Tipp: den Hund immer so an der Leine führen dass man selbst zwischen dem eigenen und den anderen Hund ist.
 
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