pinkSogg
Super Knochen
Da ich in meiner raren Freizeit (eigentlich mehrheitlich in der Arbeit
) der "Schriftstellerei" nachgehe und großen Spaß am Erzählen von Geschichten habe, versuche ich mich hier auch mal. Kritik dringend erwünscht 
...
Es war der erste, beinahe warme Abend des Jahres. Die Leute gingen nur mit leichten Windjacken zu U-Bahn und Bus, oder von den Öffis wieder weg. Mal waren es regelrechte Menschenmassen, die sich aus den schwarzen gummiumrahmten Schiebetüren schlängelten und dann und wann tropfte nur ein einziger Fahrgast aus den überwärmten Gefährten. Und eine junge Frau, die sich vor nicht ganz zwei Minuten den Weg aus dem Bus bahnte, lag dann auch schon vor dem alten Zinshaus, käsebleich und waagrecht auf dem Gehsteig verteilt.
Umso ärgerlicher war es für den Kurt, dass das Diensthandy klingelte. "Herr Doktor, wir hätten dann wieder eine Ausfahrt, wenn's recht ist."
Der Doktor, der den Kurt mit einem gequälten Blick ansah, dass einem die Tränen kommen könnten, knipste den kleinen Stationsfernseher aus und erhob sich gemächlich aus dem zersessenenen Sofa. Ganz Doktor kratzte er sich noch am Gluteus Maximus und setzte sich endlich in Bewegung.
"Was ha'm wir denn spannendes?" fragte er den Kurt.
"Mal was neues!" sagte der Kurt, beinahe fröhlich.
"Kaum zu glauben. und WAS?"
Jetzt tat der Kurt natürlich geheimnisvoll, die Chance wollte er sich nicht nehmen lassen: "Erhängt, genauer Zustand und Geschlecht unbekannt."
Und da hatte er den Doktor auch schon am Haken. "Wie, Zustand unbekannt? Woher weiß man denn, dass der jenige überhaupt erhängt ist?" fragte dieser, nahezu aufgeregt.
"Eine Passantin hat's gesehen", warf der Kurt ihm wieder einen neuen Brocken hin.
"Und die Passantin hat Röntgenaugen, oder was?" Es war soweit. Der Doktor war wirklich neugierig. Wahrscheinlich hat er schon vergessen, dass er gerade etwas betrübt war, weil er mitten in einem spannenden Film einfach wieder zum "Leichen-stiadln" muss.
Auf der Fahrt zum "Kunden" hat der Kurt noch ein bisschen weiter erzählt. Scheinbar hat jemand vergessen, das Licht abzudrehen. Und der "Kunde" hat in seiner ebenerdigen Wohnung keine Vorhänge gehabt. Und darum hat auch eine Passantin beim Reinschauen in die Wohnung den Körper von der Decke baumeln gesehen. Und die überlegt sich jetzt wahrscheinlich drei Mal, ob sie noch mal in anderer Leute Wohnung linst.
"Also ich finde das furchtbar" hat der Doktor gesagt. "Warum? Sie fahren doch nicht erst seit gestern und haben bestimmt schon etwas Schlimmeres gesehen als einen Erhängten. Oder eine Erhängte. Weiß' ja nicht" entgegnete der Kurt, der wieder einmal dem Verkehrsfluss entsprechend das Gaspedal durchtrat.
"Ich mein doch nicht den oder die Wahnsinnige, sondern die Stromverschwendung! Wahrscheinlich hat ihr Mann sie erhängt. Mich macht es auch rasend, wenn meine Freundin überall das Licht auf-, aber nicht mehr abdreht! Wer braucht denn so eine Festtagsbeleuchtung? Die führt nur dazu, dass die Menschen immer schlechter sehen und immer ungeschickter werden, weil sie an Dämmerungs- und Dunkelheitssehen nicht mehr gewöhnt sind!..."
Und als der Doktor da so seinen Monolog über den Sittenverfall, die verkommene Jugend und Stromverschwendung hielt, sich außerdem noch darüber echauffierte, dass jemand im Erdgeschoss keine Vorhänge hat und das ja auch schon an grenzdebilen Schwachsinn stoße, hat der Kurt im Kopf "highway to hell" mitgesungen
In der Zielstraße sind sie dann auch vor dem Haus stehen geblieben und haben sich das angeschaut. Der haselnussbraune Fensterrahmen hat das Gemälde mit dem baumelnden Körper fast perfekt gemacht.
Von der Alarmierung auf dem Diensthandy bis zum Eintreffen am Berufungsort waren es bestimmt keine 20 Minuten. Trotzdem hat die Mannschaft der Polizei vor lauter Ungeduld schnell zum McDonalds müssen und sich eine 20er-Packung Chicken McNuggets geholt.
"Mahlzeit!" hat der Kurt in die Kiwaristen-Runde genuschelt. "Ist die Wohnungstüre offen?". "Achso Andi, geh', schau bitte mal nach." Der Andi rennt auch gleich brav los und kommt enttäuscht wieder. "Nein, ist nicht offen".
"Nagut" sagt der Kurt und übernimmt mit diesem simplen Wort plötzlich, jedoch nicht ganz unfreiwillig, die Leitung des Einsatzes.
"dann alarmiert ihr mal die Feuerwehr, damit irgendwer die Wohnung öffnet, und dann haben wir's eh schon kuschelig" wendet er sich dem Polizisten zu, der dem Andi-Polizisten den Auftrag mit der Türprüfung gegeben hat.
Auch die Feuerwehr braucht noch ein bisschen, und so gehen der Einsatzleiter Kurt und der Doktor auch zum McDonalds.
Mit dem Cola-Becher in der Hand sind der Einsatzleiter Kurt und der Doktor wieder zurück, und da ist schon das TamTam in vollem Gange gewesen
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Es war der erste, beinahe warme Abend des Jahres. Die Leute gingen nur mit leichten Windjacken zu U-Bahn und Bus, oder von den Öffis wieder weg. Mal waren es regelrechte Menschenmassen, die sich aus den schwarzen gummiumrahmten Schiebetüren schlängelten und dann und wann tropfte nur ein einziger Fahrgast aus den überwärmten Gefährten. Und eine junge Frau, die sich vor nicht ganz zwei Minuten den Weg aus dem Bus bahnte, lag dann auch schon vor dem alten Zinshaus, käsebleich und waagrecht auf dem Gehsteig verteilt.
Umso ärgerlicher war es für den Kurt, dass das Diensthandy klingelte. "Herr Doktor, wir hätten dann wieder eine Ausfahrt, wenn's recht ist."
Der Doktor, der den Kurt mit einem gequälten Blick ansah, dass einem die Tränen kommen könnten, knipste den kleinen Stationsfernseher aus und erhob sich gemächlich aus dem zersessenenen Sofa. Ganz Doktor kratzte er sich noch am Gluteus Maximus und setzte sich endlich in Bewegung.
"Was ha'm wir denn spannendes?" fragte er den Kurt.
"Mal was neues!" sagte der Kurt, beinahe fröhlich.
"Kaum zu glauben. und WAS?"
Jetzt tat der Kurt natürlich geheimnisvoll, die Chance wollte er sich nicht nehmen lassen: "Erhängt, genauer Zustand und Geschlecht unbekannt."
Und da hatte er den Doktor auch schon am Haken. "Wie, Zustand unbekannt? Woher weiß man denn, dass der jenige überhaupt erhängt ist?" fragte dieser, nahezu aufgeregt.
"Eine Passantin hat's gesehen", warf der Kurt ihm wieder einen neuen Brocken hin.
"Und die Passantin hat Röntgenaugen, oder was?" Es war soweit. Der Doktor war wirklich neugierig. Wahrscheinlich hat er schon vergessen, dass er gerade etwas betrübt war, weil er mitten in einem spannenden Film einfach wieder zum "Leichen-stiadln" muss.
Auf der Fahrt zum "Kunden" hat der Kurt noch ein bisschen weiter erzählt. Scheinbar hat jemand vergessen, das Licht abzudrehen. Und der "Kunde" hat in seiner ebenerdigen Wohnung keine Vorhänge gehabt. Und darum hat auch eine Passantin beim Reinschauen in die Wohnung den Körper von der Decke baumeln gesehen. Und die überlegt sich jetzt wahrscheinlich drei Mal, ob sie noch mal in anderer Leute Wohnung linst.
"Also ich finde das furchtbar" hat der Doktor gesagt. "Warum? Sie fahren doch nicht erst seit gestern und haben bestimmt schon etwas Schlimmeres gesehen als einen Erhängten. Oder eine Erhängte. Weiß' ja nicht" entgegnete der Kurt, der wieder einmal dem Verkehrsfluss entsprechend das Gaspedal durchtrat.
"Ich mein doch nicht den oder die Wahnsinnige, sondern die Stromverschwendung! Wahrscheinlich hat ihr Mann sie erhängt. Mich macht es auch rasend, wenn meine Freundin überall das Licht auf-, aber nicht mehr abdreht! Wer braucht denn so eine Festtagsbeleuchtung? Die führt nur dazu, dass die Menschen immer schlechter sehen und immer ungeschickter werden, weil sie an Dämmerungs- und Dunkelheitssehen nicht mehr gewöhnt sind!..."
Und als der Doktor da so seinen Monolog über den Sittenverfall, die verkommene Jugend und Stromverschwendung hielt, sich außerdem noch darüber echauffierte, dass jemand im Erdgeschoss keine Vorhänge hat und das ja auch schon an grenzdebilen Schwachsinn stoße, hat der Kurt im Kopf "highway to hell" mitgesungen
In der Zielstraße sind sie dann auch vor dem Haus stehen geblieben und haben sich das angeschaut. Der haselnussbraune Fensterrahmen hat das Gemälde mit dem baumelnden Körper fast perfekt gemacht.
Von der Alarmierung auf dem Diensthandy bis zum Eintreffen am Berufungsort waren es bestimmt keine 20 Minuten. Trotzdem hat die Mannschaft der Polizei vor lauter Ungeduld schnell zum McDonalds müssen und sich eine 20er-Packung Chicken McNuggets geholt.
"Mahlzeit!" hat der Kurt in die Kiwaristen-Runde genuschelt. "Ist die Wohnungstüre offen?". "Achso Andi, geh', schau bitte mal nach." Der Andi rennt auch gleich brav los und kommt enttäuscht wieder. "Nein, ist nicht offen".
"Nagut" sagt der Kurt und übernimmt mit diesem simplen Wort plötzlich, jedoch nicht ganz unfreiwillig, die Leitung des Einsatzes.
"dann alarmiert ihr mal die Feuerwehr, damit irgendwer die Wohnung öffnet, und dann haben wir's eh schon kuschelig" wendet er sich dem Polizisten zu, der dem Andi-Polizisten den Auftrag mit der Türprüfung gegeben hat.
Auch die Feuerwehr braucht noch ein bisschen, und so gehen der Einsatzleiter Kurt und der Doktor auch zum McDonalds.
Mit dem Cola-Becher in der Hand sind der Einsatzleiter Kurt und der Doktor wieder zurück, und da ist schon das TamTam in vollem Gange gewesen