Sie hatte panische Angst und hat sich mit aller Kraft gegen die Narkose gewehrt. (das hat sie bei jeder Narkose gemacht)
Ich hab schon unglaublich viele Tiere in den letzten Jahrzehnten sterben sehen, plötzlich tot gefunden und einschläfern lassen müssen/dürfen.
Dürfen deshalb, weil es ein sinnvolles Abkürzen der letzten Minuten oder Stunden eines Sterbens unter Luftmangel, Schmerzen etc. gewesen wäre. Es ist nicht schön, wenn sich ein Tier quält, sich aufbäumt, das Maul aufreisst etc. Da weiß man die Gnade der Euthanasie zu schätzen!
Einen Hund hab ich nicht begleiten dürfen - er ging in den Garten und fiel um. Die Ungewissheit, was da passiert ist, kriege
ich nicht aus dem Kopf.
Ein normaler TA gibt bei den meisten Tieren vor der Narkose ein Sedativum. Das bewirkt eben die Angstbefreiung. Diese Spritze hat auch eine Hündin von mir bekommen, nachdem sie 1 1/2 L gestocktes Blut erbrochen hat, und die Befunde von der sch..... TK noch immer nicht da waren. Diese Spritze machte sie "angstfrei", aber nicht bewußtlos, dies um Zeit zu gewinnen, damit der TA die sch.... TK anrufen und die Befunde telefonisch abklären konnte, ob die Verdachtsdiagnose Mastzellentumor zutraf. Als alles klar war, bekam sie die Narkose und dann das T61 (war eigentlich nicht mehr nötig).
Im Herbst mußte ich einen Hund einschläfern lassen, der beginnendes Organversagen hatte und die Beine nicht mehr kontrollieren konnte: zu Hause natürlich, er bekam mehrere kleinere Spritzen Narkose und die hat er nicht bemerkt, weil er dabei seine geliebten Keksi gefressen hat. Warum er das konnte und ihm vom Organversagen nicht schlecht war? Keine Ahnung.
Wobei ich die Gier in so einem Stadium schon öfter erlebt habe. Besonders bei Wildtieren, die dauernd schlecht fressen und nichts weitergeht. Wenn sie dann aufeinmal extrem zuschlagen, weiß ich/man, dass das das letzte Aufflackern war.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, wenn das Ende absehbar ist, sich vom TA Tabletten zur Sedierung geben zu lassen, die man dem Tier - so es noch frißt - mit einem letzten Leckerli geben kann. Auch die machen müde und ruhig.
Angst vor der Narkose habe ich noch NIE erlebt. Angst vor dem TA: das ja.
Angst überträgt sich auch vom Besitzer auf das Tier. Ich versuch meinen Schmerz auszublenden und diese Minuten dem Tier alle Geborgenheit und Sicherheit zu geben, nur dafür da zu sein. Weinen, trauern kann ich dann nachher.