wie verdienen Züchter ihren Unterhalt?

Russelbande schrieb:
Also, sorry, aber ich finde, dass 20 Neufis und 10 Würfe im Jahr schon eher ne Massenzucht sind.

Ich kann da nur von Golden Retriever sprechen, aber "Großzüchter" haben auch international gesehen meist ein besseres ansehen und ihre Hunde gewinnen bei Ausstellungen häufiger als Hunde von kleineren Züchtern.
Ich denke mal, dass ein Züchter mit 20 Hunden und mehreren Würfen auch mehr Erfahrung hat und eine andere Auswahl bei der Zucht trifft als ein Hobbyzüchter mit einer Hündin.

Russelbande schrieb:
Ich empfinde einen seriösen Züchter dann als Hobbyzüchter, wenn er 2 - maximal 3 Würfe im Jahr hat und dementsprechend wenige Hunde. Wie soll man bitte zu zweit 20 Hunden gerecht werden.
Ich denke mal, dass bei 20 Hunden die Hunde schon alleine durch das Spielen untereinander mehr ausgelastet sind als ein "Einzelhund". Aber ich stell mir da eher immer die Frage, wie ich bei 20 Hunden und zB einem Wurf mit 10 Welpen allen Hunden gerecht werde. Das sind dann 30 Hunde, um die ich mich kümmern muss! Und da hat ein kleinerer Züchter mit weniger Hunden meiner Meinung nach mehr Zeit, die er den Welpen widmen kann.

Aber im Großen und Ganzen ist es eigentlich die Entscheidung von jedem Welpenkäufer, ob er einen Hund von einem "Großzüchter" mit einem bekannten Zwingernamen haben möchte oder ob er einen Hund von einem Hobbyzüchter haben möchte, der halt keinen bekannten Zwingernamen hat.

Meine Hündin ist von einer Hobbyzüchterin und ich würde mir wieder einen Hund von ihr nehmen! Meine Maus ist keine von 100, die den selben Zwingernamen haben und sich alle sehr ähnlich sehen. Ob ich mit ihr auf Ausstellungen gewinne, ist mir eigentlich egal - sie ist trotzdem ein Goldstück!
Und um die eigentliche Frage zu beantworten: ihre Züchterin lebt nicht von der Zucht, sie hat mit den Welpeneinnahmen grad mal ungefähr die Ausgaben abgedeckt, nicht aber die Ausgaben für die eigenen Hunde.
Sie studiert noch und arbeitet nebenbei bei ihrem Vater. Das heißt, sie kann sich die "Welpenzeit" durchs Studium recht gut einteilen, und hat ihre Würfe meistens im Sommer, wo mehr Zeit ist.
 
Sheila schrieb:
Ich denke mal, dass ein Züchter mit 20 Hunden und mehreren Würfen auch mehr Erfahrung hat und eine andere Auswahl bei der Zucht trifft als ein Hobbyzüchter mit einer Hündin.

Ich bin der Meinung, dass jemand mit 10 Würfen pro Jahr und 20 Hunde im Haushalt sich gar nicht ausreichend genug um die Welpen kümmern kann! Wie soll das gehen? Die haben dann ja beinahe jeden Monat einen Wurf, da sind die vorherigen Welpen ja erst 4 Wochen alt, kommen schon wieder die neuen! Und dann auch noch für die restlichen 20 Hunde sorgen... also ich weiß nicht! *kopfschüttel* :rolleyes:

lg midnight
 
Bei der Diskussion stellt sich mir eine Frage:
Wo endet der Begriff "Hobbyzüchter" - meiner Meinung nach gibt es ja zwischen "Hobbyzüchter" und "Massenzüchter" noch eine Menge, die dazwischen liegt. Und
warum gilt nur "Hobbyzüchter" als seriös? Warum ist alles andere ein bißl negativ besetzt?

Die Fragen sind bei mir aufgetaucht, als ich die einzelnen Statements gelesen habe; Meine Züchterin ist eine, die zwischen beiden Begriffen liegt: sie hat derzeit 4 Hündinnen, die zur Zucht verwendet werden, hat ca. 2 oder wenn alles gut geht und die Hündinnen auch aufnehmen, 3 Würfe pro Jahr; verdient ihr Geld aber hauptsächlich aus den Einnahmen aus dem Hundesalon, den sie betreibt. Der Gatte ist Pensionist und hilft bei den Hunden mit, geht mit allen täglich spazieren und ist auch bei der Welpensozialisierung eine wichtige Person. Auch Sohn und Schwiegertochter sind täglich bei der Züchterin, helfen im Hundesalon, der Sohn fährt mit der Mutti auf die Ausstellungen, die auch ein Hobby der beiden sind.
Alle Hunde leben im Haus bei der Familie, sind nie irgendwo ausgesperrt.

Trotzdem ist diese Züchterin keine Hobbyzüchterin, ich würde sie nach ihren beinahe 20 Jahren Zuchterfahrung als "Profi" bezeichnen; sie hat unzählige Seminare besucht, sie (und ihre Familie) haben es in den zwanzig Jahren geschafft, einen sehr einheitlichen Typ zu züchten, ohne jedoch Inzucht zu betreiben), sie fahren etliche 1000 km zu den besonders gut ausgewählten Zuchtrüden. Alle ihre Hunde bestechen durch ein besonders liebes Wesen, Gesundheit und auch durch ihr Aussehen.
Ich bin stolz drauf, eine Hündin von ihr zu besitzen, würde mir sofort wieder einen nehmen - obwohl meine Kiwi ja noch so jung ist und ich hoffe, dass wir ein langes, schönes gemeinsames Leben miteinander führen können!

helga
 
midnight schrieb:
Ich bin der Meinung, dass jemand mit 10 Würfen pro Jahr und 20 Hunde im Haushalt sich gar nicht ausreichend genug um die Welpen kümmern kann! Wie soll das gehen? Die haben dann ja beinahe jeden Monat einen Wurf, da sind die vorherigen Welpen ja erst 4 Wochen alt, kommen schon wieder die neuen! Und dann auch noch für die restlichen 20 Hunde sorgen... also ich weiß nicht! *kopfschüttel* :rolleyes:

lg midnight

Ich hab nicht die Erfahrung mit der Hundebetreuung gemeint, sondern die Erfahrung mit dem Züchten - sprich mit der Vererbung.
Normalerweise hat ein Züchter auch nach der Abgabe Kontakt mit den Welpenkäufern und sieht, was aus den Welpen geworden ist. Und je mehr Welpen es gibt, desto mehr "Beispiele" habe ich, was bei welcher Verpaarung rausgekommen ist, was sich wie weitervererbt hat etc. Sprich, der Züchter hat wesentlich mehr Erfahrungswerte, wenn es um die Auswahl der Deckrüden geht.
Wenn ein Hobbyzüchter insgesamt nur vier Würfe hat, hat er da einfach weniger "Vergleichsmöglichkeiten" als bei einem Züchter, der vier Würfe im Jahr hat!
 
Sheila schrieb:
Ich hab nicht die Erfahrung mit der Hundebetreuung gemeint, sondern die Erfahrung mit dem Züchten - sprich mit der Vererbung.
Normalerweise hat ein Züchter auch nach der Abgabe Kontakt mit den Welpenkäufern und sieht, was aus den Welpen geworden ist. Und je mehr Welpen es gibt, desto mehr "Beispiele" habe ich, was bei welcher Verpaarung rausgekommen ist, was sich wie weitervererbt hat etc. Sprich, der Züchter hat wesentlich mehr Erfahrungswerte, wenn es um die Auswahl der Deckrüden geht.
Wenn ein Hobbyzüchter insgesamt nur vier Würfe hat, hat er da einfach weniger "Vergleichsmöglichkeiten" als bei einem Züchter, der vier Würfe im Jahr hat!

Ich glaube kaum, dass ein "Großzüchter" immer die selben Elterntiere verpaart. :confused: Also hat er auch nur einen Wurf aus dieser Verpaarung zur Begutachtung. Macht also meiner Meinung nach keinen Unterschied.

lg midnight
 
Helga schrieb:
Bei der Diskussion stellt sich mir eine Frage:
Wo endet der Begriff "Hobbyzüchter" - meiner Meinung nach gibt es ja zwischen "Hobbyzüchter" und "Massenzüchter" noch eine Menge, die dazwischen liegt. Und
warum gilt nur "Hobbyzüchter" als seriös? Warum ist alles andere ein bißl negativ besetzt?

Die Fragen sind bei mir aufgetaucht, als ich die einzelnen Statements gelesen habe; Meine Züchterin ist eine, die zwischen beiden Begriffen liegt: sie hat derzeit 4 Hündinnen, die zur Zucht verwendet werden, hat ca. 2 oder wenn alles gut geht und die Hündinnen auch aufnehmen, 3 Würfe pro Jahr; verdient ihr Geld aber hauptsächlich aus den Einnahmen aus dem Hundesalon, den sie betreibt. Der Gatte ist Pensionist und hilft bei den Hunden mit, geht mit allen täglich spazieren und ist auch bei der Welpensozialisierung eine wichtige Person. Auch Sohn und Schwiegertochter sind täglich bei der Züchterin, helfen im Hundesalon, der Sohn fährt mit der Mutti auf die Ausstellungen, die auch ein Hobby der beiden sind.
Alle Hunde leben im Haus bei der Familie, sind nie irgendwo ausgesperrt.

Trotzdem ist diese Züchterin keine Hobbyzüchterin, ich würde sie nach ihren beinahe 20 Jahren Zuchterfahrung als "Profi" bezeichnen; sie hat unzählige Seminare besucht, sie (und ihre Familie) haben es in den zwanzig Jahren geschafft, einen sehr einheitlichen Typ zu züchten, ohne jedoch Inzucht zu betreiben), sie fahren etliche 1000 km zu den besonders gut ausgewählten Zuchtrüden. Alle ihre Hunde bestechen durch ein besonders liebes Wesen, Gesundheit und auch durch ihr Aussehen.
Ich bin stolz drauf, eine Hündin von ihr zu besitzen, würde mir sofort wieder einen nehmen - obwohl meine Kiwi ja noch so jung ist und ich hoffe, dass wir ein langes, schönes gemeinsames Leben miteinander führen können!

helga

Klingt super! So stell ich mir einen seriösen Züchter vor! Kannst echt stolz sein einen Hund aus dieser Zucht zu haben! Ich find das super!

lg midnight
 
Russelbande schrieb:
Also, sorry, aber ich finde, dass 20 Neufis und 10 Würfe im Jahr schon eher ne Massenzucht sind.

Neufi hat allerdings geschrieben "wenn sie 10 Würfe im Jahr HÄTTEN" = Konjunktiv d.h es ist nur eine Annahme und sie habe keine 10 Würfe im Jahr! Wenn ich das jetzt richtig verstanden hab :rolleyes:

LG, MAria
 
mcbright schrieb:
Neufi hat allerdings geschrieben "wenn sie 10 Würfe im Jahr HÄTTEN" = Konjunktiv d.h es ist nur eine Annahme und sie habe keine 10 Würfe im Jahr! Wenn ich das jetzt richtig verstanden hab :rolleyes:

LG, MAria

Danke Maria!!!!

Also wir haben wirklich lang und gut geschaut bis wir uns für einen Züchter, d.h. noch lange nicht für einen Welpen!, entschieden haben. Wir sind insges. 5 mal nach Deutschland ( eine Strecke 690km) gefahren. Ich stell gern ein Video zur Verfügung um zu veranschaulichen wie es funktioniert. Bei unserem Wurf war es auch so, dass die Hündin eine Steptokkokeninfektion hatte und sie am 2.Tag von den Welpen getrennt werden mußte. Unsere Züchterin hat dann 5 Welpen ( 2 sind gestorben wegen der Hündin) mit der Flasche aufgezogen hat. Es geht, es geht wirklich, nur wollen muß man das.
Ich werd die Tränen nie vergessen die unsere Züchterin vergossen hat als sie unseren Rüden ins Auto gesetzt hat.
Und übers Geld haben wir am Tag vor der Welpenabholung gesprochen.
Dafür mußte ich ihr vorher schon Fotos schicken von unserem Haus u.s.w. Hätt grade noch gefehlt, dass sie ein Leumundszeugnis sehen wollte.

LG

Susanne
 
Hallo,
also ich sehe die "professionellere" Großzucht etwas anders. Es ist auch nicht so, daß nur Hunde von Großzüchtern im Ausstellungsring vorne stehen, auch hat das züchterische Wissen und die Qualität der Welpen nicht unbedingt was mit Größe und Menge der produzierten Welpen zu tun. Viele kleine Hobbyzüchter bauen auf den Erfahrungen alter Zuchtlinien auf, haben sich Zuchtmaterial eingekauft und greifen auf die züchterischen Ergebnisse der Verwandten ihrer Zuchthunde zurück. Man findet auch oft enge, freundschaftliche Kontakte zwischen Züchtern, wo gemeinsam Wissen und Erfahrungen gesammelt werden und mehrere von den Erfahrungen profitieren. Ich habe schon oft von Großzüchtern haarsträubende, ziemlich schwachsinnige Theorien gehört, wo man genau erkannt hat, daß ihnen sämtliche Bereiche der Genetik und auch der neueren Hundehaltung vollkommen unbekannt sind. Auf der anderen Seite gibt es in Mitteleuropa viele sehr engagierte, junge Züchter, die vom Wissen absolut Top sind und viele alte Hasen in die Tasche stecken können.
Manche Großzüchter tendieren auch zu Sparsamkeit bei Verpaarungen, greifen hauptsächlich auf eigene Deckrüden zurück und verfahren sich ziemlich schnell in den wildesten Inzuchtverpaarungen - sicher nicht alle, ist aber sehr oft zu beobachten. Ein engagierter Hobbyzüchter ist oft viel eher bereit, auch bei der Wahl des Deckrüden keine Kosten und Mühen zu scheuen, natürlich gibt es auch hier Dumpfbacken so nach dem Motto "meine Hündin ist so nett und meine Kinder sollen Welpen aufwachsen sehen...ich habe keine Ahnung, aber der Club wird mir schon verraten, wo der nächste Deckrüde ist".
Weiters sehe ich bei Großzüchtern das Problem, daß oft viel Geld (das man auch wieder herausholen will...)und Ehrgeiz in die Zucht gelegt wird, man muß top sein, nur fehlerfreie Würfe haben, möglichst viele Ausstellungstitel gewinnen und jeder muß die eigenen Deckrüden verwenden...wozu das führt kann sich jeder selber denken...mal ganz abgesehen von den Lebensbedingungen der Zuchthunde und Welpen, wenn wer 10-15 Hunde und 3 Würfe gleichzeitig hat, weiß ich, wie es dort zugeht...
Grüsse,
Valerie
 
Da gab es auch mal einen Herrn, der hatte Welpen im Kinder - Laufgitter auf Ausstellungen dabei, zum Verkauf.

Er wußte nicht, wo sie hinkamen. Und die Käufer nicht, wo sie herkamen. :mad:
 
@Valerie: Bravo, dem ist nichts hinzuzufügen!!!!!!!
@Helga: ich gebe zu, dass das Wort Hobbyzüchter ein wenig blöd ist! Die Züchterin, wie Du sie beschrieben hast, ist genau die Adresse, wo ich mir auch einen Hund bestellen würde!!!!!! Natürlich ist sie von ihrem Fachwissen ein Profi, aber bei maximal 3 Würfen im Jahr kann man nicht von Profit im Sinne von Geld reden. Vielleicht sollte man diese Züchter, so wie Deine eher "Liebhaberzüchter" nennen. Trifft vielleicht besser.
Ich finde es nur wirklich heftig, wenn ein Züchter 20 Hunde hält - dabei bleibe ich auch!!!! Jedes einzelne Tier hat das Recht, ob alt oder jung auf seine Ansprache, Pflege, Schmuseeinheiten ect. und nicht nur auf gemeinsame Spaziergänge. Ist halt meine persönliche Meinung.
Dass nur der Großzüchter erfolgreich ist wage ich zu bestreiten, kenne genug Gegenbeispiele. Da arbeiten 2-3 Züchter halt eng zusammen, oder so wie es bei meiner Züchterin ist, leben nicht alle Zuchttiere bei ihr, so lebt mein Willy z.B. bei mir, meine Züchterin hat ihn jedoch gekauft und importiert und er ist offiziell ihr Zuchtrüde. Alle Ausstellungserfolge gehen auf ihr Konto. Für den Hund ist es ja Wurscht, welcher Besitzer in seinen Papieren steht und ich habe die größte Freude mit ihm!!!!
 
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