Herumgerede um das eigentliche Problem

Hallo, an alle Teilnehmer,

Ich kann jedem von euch die zwei Videos "Welpenentwicklung in einem Wildhundrudel" und "Welpenerziehung in einem Wildhundrudel" von dem Biologen J. Leithold und Frau Erika Trumler aus der Reihe "Das Jahr des Hundes" von Polux Video, empfehlen.

Zumal es so sehr interessant ist zu sehen, wie die Wildhunde mit ihren Welpen umgehen und sie erziehen, wird man dabei sehen, daß der Alpharüde sozusagen der ruhende Pol im Rudel und nicht der von allen Gefürchtete und Gemiedene ist.
Man hat es nicht nötig seinem Hund mit Gewalteinwirkung zu demonstrieren, daß man in der Rangordnung über ihm steht.

mfg Anna

[Dieser Beitrag wurde von Anna am 19. Oktober 2001 editiert.]
 
Danke Anna;

je mehr, so wie du sich informieren, um so schneller werden die ALTEN Hundeausbildungsmethoden sich ändern.

An Chico:

::::wenn Hundeführer die Autorität fehlt::::

es liegt an uns AUSBILDNERN dem Hundeführer etwas beizubringen. So wie Anna, welche die Videos verstanden hat, ist Autorität nicht mit Zwang und Schmerz zu erreichen, sondern der "RUHENDE POL" in der Mensch-Tierbeziehung sorgt für Ruhe bzw. schafft Ordnung. Es geschieht nur das was ich will, jedoch braucht man dazu keinen Leinenruck, oder Geschrei, sondern nur "HIRN" und Einfühlungsvermögen, was auch eine Menge von therapierten Hunden in unserem Zentrum beweist.

mfg
Sticha Georg
 
hallo georg,
ist ja alles klar, aber nicht die antwort auf meine frage. wie bringe ich einem menschen autorität und ausstrahlung bei?

das ist die frage, an der sich das ganze thema aufhängt: gibt es eine antwort darauf, würden sich so manche probleme der hundeführer ganz einfach lösen lassen.

viele grüße, chico
 
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Anna:
Hallo, an alle Teilnehmer,

Ich kann jedem von euch die zwei Videos "Welpenentwicklung in einem Wildhundrudel" und "Welpenerziehung in einem Wildhundrudel" von dem Biologen J. Leithold und Frau Erika Trumler aus der Reihe "Das Jahr des Hundes" von Polux Video, empfehlen.
[/quote]

hallo anna,
hast du auch eine bezugsquelle? finde leider im net nichts.

danke, chico
 
An Chico;

"HUNDEBESITZER" sein ist nicht schwer, allerdings "HUNDEFÜHRER" zu werden ist eine Aufgabe.

Zeige als Trainer dem HundeBESITZER, wie er mit seinem Hund umgehen kann (allerdings ist stundenlanges im Kreis gehen nur schädlich), zeige ihm wie er seinen Hund "lesen" kann, zeige ihm was "HUNDLICHES AUSDRUCKSVERHALTEN" bedeutet, dann kann er seinen Hund verstehen. Sobald er seinen Hund verstehen kann, kann er dem Hund auch etwas beibringen.
In Kursen, gleich welches Verbandes gehen die Hunde mit ihren Besitzern wie die Lemminge im Kreis, zerren mehr oder weniger an der Leine herum, schreien die Befehle. Allerdings wissen die meisten nur wo das Futter beim Hund hineinkommt, und wo es wieder herauskommt. Die Aufgabe eines HundeAUSBILDNER sollte sein: "SCHWEISZE die beiden zu einem TEAM, aber zeige nicht wie man den Hund VERSKLAVT(Klassische Hundeausbildung).
Solange der HundeBESITZER seinen Hund nicht versteht, solange werden die Lernerfolge nur sehr mässig sein.
"WENN DU IM AUSLAND DER HEIMISCHEN SPRACHE NICHT MÄCHTIG BIST, WIRST DU DEINE ANLIEGEN NUR SCHWER ODER GAR NICHT DURCHSETZEN KÖNNEN!!!!

PS: Die Trummler-Videos sind über uns zu beziehen-0676-3594903

mfg
Sticha Georg
 
Hallo Chico,

Freut mich, daß du dich dafür interessierst.
Also, entweder du versuchst es über die eberhard Trumler Station, Wolfswinkel 1, D-57587 Birken-Honigsessen,- Tel.nr. hab ich leider keine. Eine andere Möglichkeit wäre noch über die Firma Polux Video, Hindenburgstr. 26, D-79102 Freiburg.

Grüße Anna
 
Ich weiß nicht, ob du sie übers internet auch bestellen kannst. bei einer der beiden adressen, die ich dir gegeben habe, kannst du sie bestimmt bestellen.
Anna
 
Original erstellt von Anna:
Hallo Chico,
Freut mich, daß du dich dafür interessierst.
/QUOTE]

hallo anna,
wie schon erwähnt, bin immer auf der suche nach infos!!!
wink.gif


habe mittlerweile auch einen link auf die forschungsstation gefunden: www.gfh-wolfswinkel.de

für alle, die's interessiert.

viele grüße und schönes wochenende,
chico
 
Hallo Georg,
Jetzt habe ich dein posting übersehen, daß man die Videos auch über euch bestellen kann und Chico trotzdem die Adressen genannt.
Freut mich, daß du mir zustimmt!

Um den Hund zu verstehen und ihm was beizubringen ist doch die wichtigste Voraussetzung, daß ich erstmal das Verhaltensinventar seiner Vorfahren begreife, um dann (trotz domestikationsbedingter Änderungen) auf den Hund zu schließen und ihn zu verstehen.

GrüßeAnna

[Dieser Beitrag wurde von Anna am 19. Oktober 2001 editiert.]
 
Hallo!
Da die Hundeerziehungsdiskussion jetzt dank Anna, Georg, Chico und manch anderen jetzt in eine - auch für mich nachvollziehbare Richtung geht - wage ich es, mich aus meinem Winkelchen wieder hervorzutrauen.
Was Anna und Georg schreiben - genau so ist es, wie ich mit meinem Hund umgehen möchte, vielleicht habe ich dies missverständlich ausgedrückt, sollte ich dabei jemand auf den Schlips getreten haben - sorry!
Zum neugierigen Chico: ich bin Ersthundebesitzerin und habe im Laufe der Jahre (sind jetzt immerhin fast 15) so viel von meiner Hündin lernen dürfen! Anfangs wäre ich froh gewesen, hätte es damals schon Hundeforen gegeben, an die ich mich hätte wenden können. Ich habe mich damals von den Funktionären des Hundeclubs aus eigener Unwissenheit ganz schön ins Boxhorn jagen lassen.
Erster Auftritt im Klub mit meinem 15 Wo alten Hund; ich stolzgeschwellt, mein Hund oberängstlich; sie verkroch sich im Klublokal sofort unter einer Bank und zitterte vor sich hin. Die Zuchtwartin war anwesend: "Das möcht' ich sehen, wie schnell die da heraussen ist!" Langte, ohne zu fragen unter die Bank, meine Kleine schnappte - sofort hiess es: "An ihrer STelle würde ich sie sofort weggeben, die ist sicher bösartig!" Ich habe mich in Folge nichts mehr fragen getraut, bzw. alles 1:1 übernommen, was mir diese Experten damals gesagt haben. Ich ging auch in die "Abrichte"-Kurse, habe natürlich in meiner Naivität meinem Hund das Ablegen mit auf-die-Leine-steigen und untenlassen, bis geht nicht mehr gelehrt usw. Freilich haben wir alle Prüfungen mit Bravour (immer mit über 90 Punkten) gemeistert,
trotzdem hatte ich dabei immer ein ungutes Gefühl. Das kann's doch nicht sein im Umgang mit einem Tier. Habe dann Bücher über Hundeerziehung, Hundeverhalten, Kommunikation gelesen und angefangen, Kurse zu besuchen; den Knackpunkt haben bei mir die Kurse über Tellington-ARbeit verursacht.
Da lernte ich meinen Hund erst richtig kennen und auch wie man mit Hunden auch umgehen kann. Ich habe persönlich gesehen, wie durch diese intensive Beschäftigung mit dem Tier selbst wildeste Rabauken zu "Lämmern" wurden, die willig mit ihren "Menschen" gingen. Es wurde immer wieder betont, dass der Kurs aber nur der Beginn der Arbeit ist, ein Tor das aufgemacht wurde - weiterarbeiten muss jeder einzelne für sich. Einen Grund für diese Erfolge sehe ich heute darin, dass man sich wirklich intensiv und ausschliesslich nur mit seinem Hund und dessen Eigenart und seinen Calming Signals beschäftigt - man lernt ihn besser kennen.
Ich meine heute ganz sicher, dass viele Probleme, die Hundehalter mit ihren Hunden haben darauf beruhen, dass sie ihren Hund viel zu wenig kennen und daher auf manches nur reagieren können, wo sie doch als "Rudeloberste/r" viel mehr agieren und den Ton angeben sollten.
Ich lese alle eure postings mit viel Interesse und hoffe, von euch allen noch viel dazulernen zu könne.
Helga
 
Hallo Anna ect.;

da die "Art der Hundeerziehung und Hundeausbildung"- man sollte diese dies sehr wohl trennen - nun offensichtlich in die richtige Richtung geht, kann ich mich ja wieder etwas im Hintergrund aufhalten. Bei dringenden Problemen:

g.sticha@utanet.at

0676-3594903

viel Spass im Forum
 
Hallo Georg,

Es ist zwar schade, daß du dich in Zukunft eher im Hintergrund aufhalten wirst, aber es ist natürlich verständlich, daß du bei deiner Tätigkeit einfach nicht immer die Zeit aufbringen kannst um hier präsent zu sein.
Es war jedenfalls sehr nett, daß du da warst (bist) und deine Meinung über Hundeausbildung etc. geäußert hast.
Für mich und einige andere hier in dem Forum ist dieser Weg einfach die Basis für einen artgerechten Umgang mit seinem Hund!!

Grüße Anna
 
Hallo Georg!
Schade, kaum bist du da - bist auch schon wieder weg! Trotzdem herzlichen Dank für deine Gedanken, vielleicht findest Du doch ab und zu Zeit, ein paar Ideen einzustreuen....
Helga
 
Hallo Helga,

Ich habe mit meinem Pferd einmal an einem Tellington-Kurs teilgenommen. das hat mir h sehr gut gefallen, vorallem die Charakteranalyse anhand des Kopfes, die da gemacht wird. Wird das bei Hunden auch gemacht?
mfg
Anna
 
Hallo Chico und Helmut,

zunächst eine Antwort auf Helmuts Einwand, dass der Vergleich mit Filmtieren nicht zulässig sei. Du schreibst: "Wenn ich eine Szene mit einem Tiger drehe, dann werde ich das Umfeld so gestalten, dass keine Ablenkung vorhanden ist..." Hast Du schon einmal bei solchen Dreharbeiten zugeschaut? Wieviele Mitarbeiter notwendig sind, um eine Szene zu drehen? Selbst auf das absolute Minimum begrenzt sind da Beleuchter, Tonleute, Kameraleute, Regisseur, Regieassisstent und, und, und. Weiterhin kann man die Szenen in den seltensten Fällen in der gewohnten Umgebung des Tieres drehen. Oftmals sind sogar Freilandaufnahmen notwendig. Von einem ablenkungsfreien Arbeiten kann da gar keine Rede sein! Verglichen damit stellt der Spaziergang mit einem Hund durch eine belebte Einkaufsstrasse sicherlich die geringere Störung da - vorausgesetzt, der Hund ist vom Welpenalter an an solche Situationen gewöhnt worden (und das sollte ja wohl selbstverständlich sein!)

Zu der Sache mit dem unverträglichen Rüden: wenn es Dich interessiert, wie genau wir das gemacht haben, kann ich es Dir gerne privat mailen, es würden sonst den Rahmen dieses Postings sprengen. Daher hier nur ganz kurz zwei wichtige Punkte:

1. ich denke, ich sage Dir nichts Neues damit, dass ein "Stänkerer" alles andere als ein dominanter Hund ist - auch wenn viele Besitzer solcher Hunde immer glauben, es wäre Dominanzverhalten. Das genaue Gegenteil ist der Fall, denn ein dominanter Hund hat es nicht nötig, sich in energieraubende Streitereien zu verzetteln. Aggression gegen Artgenossen ist IMMER Angst-Agression. Und der Versuch, Angst mit körperlicher Gewalt zu "kurieren", wird bei jedem Lebewesen - ob Mensch oder Hund - auf Dauer kaum Erfolg haben. Oder glaubst Du, ein Kind, das Angst vor der Dunkelheit hat, mit Prügel zu lehren, die Nacht zu lieben? Was also wird sich im Kopf eines Hundes abspielen, der beim Anblick eines Artgenossen aus Angst nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" handelt, wenn er in dieser Situation noch "eine gescheuert" bekommt? Die negative Verknüpfung wird dadurch lediglich verstärkt!

2. Du fragst, wie ich den Hund dazu bringe,in der gegebenen Situation die Aufmerksamkeit auf mich zu konzentrieren. Das ganze Geheimnis dabei ist das berühmte Timing. Ein Vergleich zum Jagdverhalten: jeder weiß, dass ein jagdpassionierter Hund nicht mehr zu halten ist, wenn er erst einmal losgestürmt ist. (Ich setze hierbei voraus, dass der Hund nicht das "Down" erlernt hat, denn natürlich kann man einen entsprechend ausgebildeten Hund sehr wohl auch von der Hatz abhalten - aber die wenigsten Hunde stehen so gut im Gehorsam) Wohl aber kann man einen Hund in dem Sekundenbruchteil, wo er Witterung aufnimmt, durch SOFORTIGES Unterbrechen der anstehenden Handlung an seinem Tun hindern. Ich spare mir auch hier, auf die Details einzugehen, da ich annehme, Du weißt, was ich meine. Genauso gehe ich bei einem "Stänkerer" vor: ich beobachte den Hund ganz genau. Beim allerersten, winzigen Anzeichen, dass er sich auf einen anderen Hund in negativer Weise konzentriert (Fixieren, leichtes Verharren...) erfolgt die Ablenkung. Dann - und NUR dann - habe ich die Chance, seine Aufmerksamkeit umzulenken. Ist dieser Augenblick verpasst, kehre ich mit dem Hund um und gehe in die entgegengesetzte Richtung. Aber die Schuld am Mißlingen der Übung muss ich dann ganz alleine bei mir suchen - denn ICH habe nicht aufgepasst, den Hund nicht aufmerksam genug beobachtet. Warum soll ich den Hund für MEINEN Fehler bestrafen???

Das führt auch gleich über zu Chicos Frage, wie man einem Menschen Autorität und Ausstrahlung beibringt. Hier stimme ich Sticha Georg voll und ganz zu: solange ein Hundebesitzer seinen Hund nicht versteht, werden alle Lernerfolge mässig bleiben. Wer nicht bereit ist, sich voll und ganz auf seinen Hund einzulassen, ihm während der Ausbildung, aber auch auf Spaziergängen, seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen, nicht versucht, sich in seine Welt einzufühlen, der wird nie und nimmer "Rudelführerqualität" entwickeln. Und die berühmte Konsequenz: seien wir mal ehrlich - wieviele Hundehalter bringen die dafür nötige Selbstdisziplin auf? Ich glaube, wenn man sagt 1%, ist das schon seeehhhr hoch gegriffen. Chico hat vollkommen recht: ein Kommando, dass vom HF nicht wieder aufgelöst wird, kann man von vornherein vergessen! Und da fängt das Dilemma doch schon an. Ich kenne kaum einen Hundehalter, der auf diese doch eigentlich selbstverständliche "Kleinigkeit" achtet - und dabei ist sie das A und O der gesamten Hundererziehung. Gleiches gilt für die Korrektur eines falsch ausgeführten Befehls. Wobei ich eine mir wichtige Anmerkung hinzufügen möchte:

Das Kommando "Sitz" wird gegeben, aber der Hund legt sich hin. Immer wieder kann ich dann beobachten, dass der HF den Hund in einer Art und Weise korrigiert, die Strafe beinhaltet. Der Hund wird z.B. heftig an der Halsung ins Sitz hochgezogen, womöglich dabei noch angeschrien ("SITZ habe ich gesagt!!!") Und da soll der Hund das Kommando freudig befolgen??? Sich flach hinzulegen ist bereits ein Calming Signal, der Hund hat schon negative Erfahrungen mit den Befehlen seines HF gemacht und wird dafür noch gestraft. Ein Teufelskreis kommt in Gang: der Hund wird sich immer schneller und immer häufiger hinlegen, wenn ein Befehl kommt. Richtiger wäre es also, das "Sitz" für den Hund wieder zu etwas Positivem zu machen, d.h. die Korrektur muss ganz ruhig, emotionslos und SANFT erfolgen! Möglichkeiten dazu gibt es viele, ich denke, da wird jeder etwas für seinen Hund wissen. Mit anderen Worten: Korrektur MUSS sein, aber angstfrei und für den Hund verständlich.

Aber letztlich kann ich mich der Frage von Chico nur anschließen: das Ei des Kolumbus, wie man den HF emotionslose(!!!) Autorität und Motivationsfähigkeit beibringt, sie lehrt, auf den Hund einzugehen, habe ich bisher auch nicht gefunden. Ich glaube, dass unabdingbare Voraussetzung dafür die uneigennützige Liebe zum Hund ist, statt ihn als Statussymbol, Menschersatz, Erfüllungsgehilfen oder Ventil für die eigene Unzufriedenheit oder Machtgelüste zu mißbrauchen. Wer erkennt, dass ein Hund NIEMALS einen Befehl verweigert, weil er "mich ärgern will" oder "genau weiß, dass er das nicht darf" - wer mit anderen Worten einem Hund nicht menschliches Denken und Handeln unterstellt, der hat gute Chancen, sich als Rudelführer zu qualifizieren.

Nobody is perfect - aber niemand sollte seinen Hund für das eigene Unvermögen büßen lassen!

Inge
 
Bravo Inge !!!!!!!!!!!

Es freut mich immer mehr, wenn ich erkennen darf, dass es Hundeführer gibt, welche "Ahnung" haben.

Mein BRAVO !!!!!!

mfg Sticha Georg
 
Hallo!
Nach ausführlichem Gelese würde ich mich jetzt doch ganz gerne einmischen.
Auch ich war mal mit meinen Hund bei Georg zur Ausbildung, und am Platz hat er wirklich sehr gute Fortschritte gemacht. Bezüglich seiner Probleme (Agressivität auf Menschen, Agressivität gegen Hunde wenn angeleint..) konnten wir leider nicht viel Fortschritte erzielen, da er in diesen Situationen rein gar nicht auf Leckerlis reagiert. Was aber NICHT heissen soll, daß die in Korneuburg praktizierte Ausbildung schlecht ist. In meinem Fall liegt es wohl eher daran, daß ich nach einem halben Jahr nicht mehr hingefahren bin. Grund dafür war der, daß ich für ca. 10 Minuten Training (wohlgemerkt sehr gutes Training!) oft bis zu 2 Stunden warten mußte, in der der Hund im Auto sitzt und ich dafür nicht mehr soviel Zeit hatte - soll keine Kritik sein. Aber nachdem es bei mir aus beruflichen Gründen drunter und drüber ging, nutzte ich die Zeit lieber mit ausführlichen Spaziergängen und "Eigenbau"-Training. Und wir machen Fortschritte...
Ich will mich überhaupt nicht über die Qualität verschiedener Hundeausbildner äußern, Tatsache ist, es gibt einige sehr gute und einige, die weniger gut sind. Ich persönlich bin aber für alle Tips und Anregungen dankbar, da mir klar ist, daß sehr viele Probleme meines Hundes aufgrund meiner Unfähigkeit noch nicht gelöst wurden, daher bin ich auch offen für Kritik.
Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt: kein Mensch ist fehlerfrei, es liegt nun mal in der Natur des Menschen, manchmal Emotionen außer Kontrolle geraten zu lassen (manche mehr, manche weniger). Deshalb ist es für mich persönlich sehr schwer, immer richtig, souverän und ruhig zu reagieren. Ihr sprecht sehr oft darüber, dem Hund keine Gewalt zuzufügen. Aber was ist mit der Gewalt, die mir mein Hund zufügt? In meinem Fall 2 zerissene Hosen, eine Woche Arbeitsunfähigkeit wegen eines Bisses in die Hand, 2 Narben am Knie, ständige Gefahr eines Autounfalles weil er plötzlich vorbeifahrende Motorräder ohne Rücksicht auf Verluste durch die Scheibe durch attackiert.
Zur Aufklärung: die Bisse richteten sich NIE gegen mich, ich war nur leider im Weg, bzw. war die Leine zu kurz - daher Hund zu nahe an meinem Knie - als er andere Rüden attackierte. Er darf mich also verletzen, ich darf ihn aber nur mittels "sanfter" Gewalt zurechtweisen? Versteht mich nicht falsch, ich prügle meinen Hund nicht, verwende keinen Würger etc., aber in diesen Situationen (weniger als 10 mal in 4 Jahren) ist mir schon mal die Hand ausgekommen in meinem Zorn oder vor Schmerzen. Klar ist das nicht richtig, aber wenn ich meine Reaktionen immer unter Kontrolle hätte, würde ich mich auch mit meinem Lebensgefährten nie streiten. Wie reagiere ich richtig, wenn mir vor Schmerzen die Tränen in den Augen stehen oder ich fast einen Herzinfarkt beim Autofahren bekomme oder ein unbeteiligter Mensch von meinem Hund verletzt wird? Wir versuchen seit nunmehr 4 Jahren, die Wurzel des Problems zu lösen (sprich Unterordnung, viel Bewegung, tägliches Training, viel lesen, sehr viel mit Menschen sprechen, die sich auskennen)und wir lehnen Gewalt in der Hundeerziehung ab - es wird auch zusehends besser, aber hin und wieder passiert doch was (gottseidank schon sehr lange nicht mehr *aufholzklopf), und dann geht mein Zorn mit mir durch - was soll ich dagegen tun?
Für Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar.
Manu und ihr über alles geliebtes Wuffi
 
Hi Manu!
Puh, Gratulation, dass Du Dich so intensiv mit Deinem "Problemhund" beschäftigst und ihn nicht einfach abschiebst! - Hast meine volle Bewunderung !!!
Ich hätte da nur eine Anregung wegen dem Autofahren: Hast Du einen Kombi oder sitzt der Hund auf dem Rücksitz? Falls Rücksitz, hast Du schon mal probiert, den Hund mit Brustgeschirr und Autogurt (speziell für Hunde) anzuschnallen? Dann müsste eigentlich diese Gefährdung wegfallen. - Oder ist das Problem viel mehr, dass Du erschrickst, wenn der Hund plötzlich loslegt?
Ich kann Dir leider zur Therapie Deines Hundes keine Tipps geben, da mein Hund Gott sei Dank extrem umgänglich ist und ich mir hier nicht anmaßen will, mit Tipps um mich zu werfen, wo ich keine Ahnung davon habe.
Aber wie wäre es mit einem eigenen "Therapeuten" für Deinen Hund? - Hab schon in diesem Forum vor kurzem darüber geschrieben. Da steht Dir der Therapeut 1x die Woche für 1 Stunde zur Verfügung. Ist wahrscheinlich nicht billig, aber wohl hilfreich, da das Training nicht am Hundeplatz stattfindet, sondern direkt beim"Problem", dh. beim Spazierengehen in der Umgebung des Hundes. Nur leider weiß ich auch nicht, wie man an so einen Therapeuten "rankommt", da mein Hund nur einmal als "Therapieobjekt" für eine gestörte Hündin "herhalten" musste und ich so von der Möglichkeit eines eigenen Therapeuten erfahren habe.
Jedenfalls alles Liebe und Gute für Dich und Deinen Hund und lass Dich nicht unterkriegen!! Du schaffst das schon!!!
 
Hi Gregos!
Danke für die rasche Antwort. Bzgl. Auto: hab einen "Kleinkombi", d.h. Hund kann im Kofferraum sitzen, allerdings nehme ich ihn jetzt nach vorne, da ich ihm, wenn er brav ist, sofort belohnen möchte, daher sollte seine Schnauze in Reichweite sein. Schließlich will ich das Problem ja lösen. Wenn er hinten sitzt und keift (mittlerweile auch bei Fußgängern - was in Wien ein Problem ist) schreckt es mich zu Tode, was aber nicht soo schlimm wäre. Aber wie gesagt, ich will ja, daß er damit aufhört, daher Belohnung, wenn brav - sofern es die Verkehrssituation erlaubt, versteht sich.
Was die anderen Dinge betrifft: ich habe schon mal mit einem Therapeuten gearbeitet - was ich mir auf Dauer bei 700,-- pro Stunden als Studentin nicht leisten konnte. Allerdings hat sie mir sehr gute Anregungen gegeben, auf denen ich aufbauen konnte. Dann ein halbes Jahr am Wuff-Abrichteplatz (oder wie auch immer es jetzt heißt), auch hier sehr gute Anregungen, nur das zeitliche Problem. Im Sommer hatte ich die Möglichkeit, bei einer Dissertion über Wesenstests an der VetMed mitzuarbeiten und mich auch hier weiter zu informieren. Wie Du siehst, ich mache eh sehr viel. Das Problem bei mir ist, glaube ich, vielmehr, daß ich nun endlich alles Gehörte in die Praxis umlegen muß und das Gelernte auch wirklich gut anwende - ich arbeite daran, und gottseidank trägt es auch Früchte. Ich habe mein Wauzi sehr gut unter Kontrolle, frei von der Leine gibt es keine Probleme mit Hunden. Ganz, ganz selten kommt es eben noch zu Zwischenfällen, die aber mittlerweile glimplich ausgehen, da ich in den Jahren gelernt habe, Situationen einzuschätzen und richtig zu handeln (richtig bezieht sich hier nur darauf, daß ich so handle, daß niemandem Schaden zugefügt wird, weniger darauf, daß ich aus erziehungstechnischer Sicht richtig handle; Bsp: Beißkorb bei Menschenmenge, oder - bitte nicht lachen oder schimpfen - Augen zuhalten, wenn Skateboard am Auto vorbeifährt etc...)
Eine gewisse Unsicherheit wird wahrscheinlich immer bleiben, da er leider Gottes erst im Alter von 3 Jahren zu mir kam und vorher ein Jahr im Tierheim war, aber wir haben es soweit hingekriegt, daß ein meistens entspanntes Verhältnis herrscht und er zu seinem Auslauf kommt.
Aber wie schon gesagt, ich bin immer dankbar für Ratschläge - schließlich lernt man ja nie aus. Ideal wäre halt, wenn mich regelmäßig jemand kontrollieren und ausbessern könnte. Vielleicht finde ich ja eine Lösung.
Liebe Grüße
Manu
 
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