Gedächtnis? Oder 6.Sinn?

dreamdancer

Medium Knochen
Hallöchen!

Ich hatte heute eine Hundebegegnung, die mich ein bisschen nachdenklich gemacht hat.

Auf einem (Reit-)Hof, wo ich bis jetzt 1x über ein Wochenende war, gibt es eine Goldie-Hündin, die uns schon damals bei der Ankunft gleich begrüßt hat. (das war das letzte März-WE)
Heute fuhr ich wieder dorthin (ein WE zu früh, da ich den Termin irgendwie verdreht hab... :cool:)
Am ganzen Hof war weit und breit niemand zu sehen, ich hab nur den Motor abgestellt und erstmal telefoniert.
Hab die Hündin schon beim hineinfahren gesehen, sie ging mir dann nach, dann hat sie offensichtlich gewartet, dass ich die Tür auf mach, als das nciht passierte, hat sie sich hinter mein Auto gelegt.

Nach ca. 10 min kamen dann die Hofbesitzer, die sich auch nicht an mich erinnern konnten. Ich machte die Türe auf, schwupps, saß die Hündin schon neben mir und legte ihren Kopf auf meinen Schoß.
Natürlich hab ich sie ganz automatisch gleich gestreichelt und gekrault, während ich mit den Besitzern geredet habe.

Die erzählten mir, dass sie total verwundert waren, weil die Hündin nicht gebellt hat, was sie sonst eig. immer macht, wenn Fremde kommen.
Und hinters Auto legt sie sich normalerweise nur bei Leuten, die sie gut kennt.


Mich hat das ganze schon sehr gewundert, vor allem, da ich mich an dem WE auch nicht groß mit der Hündin beschäftigt habe, hab sie beim begrüßen und verabschieden kurz gekrault, aber das wars auch schon. Und da war ein Kurs, das heißt es waren mindestens 10 fremde Personen am Hof unterwegs.
Jetzt würde mich eben interessieren, wie ihr darüber denkt.

Meint ihr die Hündin erinnert sich an mich/das Auto, oder sie verwechselte das Auto, wobei die Besitzer meinten, dass es eig. kein sehr ähnliches im Bekanntenkreis gibt.
Oder hat sie (trotz Auto) gespürt, dass ich Tieren/Hunden wohlgesonnen bin?


Ich bin gespannt auf eure Meinung

lg
dreamy
 
Besonders Hunde erkennen einen wieder, liegt einfach am Geruch, den sie abspeichern. Ich hab mal einen Hund nach 10 Jahren wieder getroffen und der hat mich auch gleich wieder erkannt und wollte unbedingt Schoßhund sein. War ein ausgewachsner stattlicher Rottirüde, der mich fast aufs Kreuz gelegt hat, als er mich vor Freude angesprungen ist.
 
Hab auch mal ein Rüdchen, dem ich nur wenig begenet bin (3x etwa) nach 6 Jahren wieder gesehen. Die Begrüßung fiel aus, als wärs gestern gewesen!
Hunde können sich sicher über einen langen Zeitraum Menschen (und Hunde) merken, die ihnen "symphatisch" waren. Hinzu kommt das untrügliche Gefühl, dass Mensch Hunde mag.
 
Hi, ich hab hier 3x das genau gegenteilige Erlebnis gehabt. Also dh der Hund (bzw. alle 3 Hunde) haben (unabhängig von einander) jemanden sofort als "der ist mir nicht geheuer und den mag ich sowas von nicht" eingestuft:

Wir sind vor 15 Jahren, damals noch mit unserem Vorsteher-Dackel-Mischlung im stattlichen Alter von 12 Jahren, in unserem jetzigen Haus eingezogen.
Hinter uns, also nach unserer Grundstücksgrenze, steht gleich das Haus vom nächsten Nachbarn. Einem Mann, der generell keine Hunde mag aber zumindest soweit kooperativ ist, dass er am Hund vorbei geht und ihn ignoriert. Also nicht den Hund reizt oder belästigt oder sonst wie auffällig tut. Er hat einfach Angst vor Hunden, mag sie nicht, und lebt wohl nachm Motto "leben und leben lassen". So weit so gut. Wir zogen hier ein, unser Mischling hat den Mann dann am ersten Tag gesichtet - wir teilen uns die Zufahrt zu den Häusern - und die Feinschaft war für ihn - trotzdem wirklich GARNICHTS passiert ist - sofort ne fixe Sache. Der Mann wurde die nächsten Jahre dauerhaft verbellt.

Nach dem Tod unseres Mischlings zog bei uns hier kurz danach unser Münsterländer ein. Da war er 15 Wochen alt. Selbes Spiel von vorne: er sah den Mann, der hat nix getan, ist nur vorbei gegangen. Die Feindschaft war besiegelt - er wurde dauerhaft verbellt obwohl wir versucht haben die ganze Geschichte positiv zu belegen. Bis zum Tod unseres Münsterländers, also nach 11 Jahren, konnten die 2 nie wirklich "aussöhnen" dh der Hund hat trotz aller gut gemeinter Versuche zumindest immer gemeldet, obwohl er dabei bei anderen Leuten dermaßen unverlässlich war, wenn der Mann vorbei ging.

Unser Münsterländer verstarb letztes Jahr, 2 Monate später ist unsere jetzige Hündin bei uns eingezogen. Was soll ich sagen... der arme Mann hat auch bei ihr keinen guten Stand, obwohl SIE ansonsten wirklich zu JEDEM freundlich ist. Bei ihm aber...
Bei ihr bin ich jetzt aber mittlerweile in der Erziehung so weit gediehen, dass sie nur 1x kurz anschlägt wenn sie ihn sieht, dann aber vom Gartentor absolut abrufbar ist und sich neben mir positioniert. Allerdings hat sies letztens nicht gutiert (hat ihn sehr zornig verbellt...), dass er sich mir genähert hat... das hab ich dann unterbunden indem ich sie vor dem Gespräch, das er wollte (nicht wegen dem Hund... allgemein), ins Haus gebracht hab.

Ich sags mal so: alle 3 Hunde, unabhängig von einander, zu unterschiedlichen Zeiten/Jahren, haben ihn als "ungut" oder was auch immer aufgefasst. Er hat keinem der Hunde je irgendwas getan, ist wirklich so, dass er versucht einfach "auszukommen" kann sich aber nicht überwinden zu versuchen dem Hund näher zu kommen. Das respektiere ich. Ist auch gut so wenn er das halt nicht mag, dann halt nicht. Und wir haben nen Zaun und ein Tor, es besteht keinerlei Gefahr, dass unsere Hündin ihm irgendwie schaden könnte - was ich aber eh so oder so im Keim ersticke...
Aber ich denke, dass Hunde am Menschen noch viel mehr als nur Geruch oder Sympathie/Antipathie wahrnehmen... was genau kann ich nicht sagen. Aber wie an meinem Beispiel: dieser Mensch muss irgendwas ungutes für die Tiere haben, anders wäre es nicht möglich obwohl er unauffällig ist, dass sie alle 3 ihn absolut nicht leiden können/konnten...

LG
Barbara
 
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