Habe gerade noch mal gegoogelt um was zu finden was meine Aussage näher erläutern könnte und das gefunden:
"....Der Merlefaktor als Defektgen
Der Grund, warum der Merlefaktor zum Streitpunkt zwischen Erbgenetikern und Züchtern geworden ist, liegt in der Tatsache begründet, daß bei homozygoten Merkmalsträgern unterschiedliche kongenitale Mißbildungen auftreten können. Diese homozygoten Weißtiger können, außer der überwiegend weißen Fellfarbe, in unterschiedlicher Ausprägung und Häufung, Mißbildungen des Auges und des Innenohrs aufweisen, die bis hin zur völligen Taubblindheit gehen können ( Ford, 1955, Mitchell, 1935, Osborne, 1976). Derartige Tiere können in der Entwicklung hinter Wurfgeschwistern zurückbleiben, eine verminderte Vitalität zeigen und unter Umständen vor Erreichen der Geschlechtsreife sterben (Roberts, 1967). Die Gefahr des Auftretens homozygoter Merkmalsträger besteht bei der Anpaarung zweier heterozygoter Elterntiere. Dieses Risiko wurde von einigen Züchtern in Kauf genommen, da gesunde homozygote Welpen aus solchen Paarungen bei der Kreuzung mit Nicht-Merkmalsträgern Nachkommen mit außergewöhnlich schöner Farbzeichnung erzeugen sollten.
Über das Auftreten von Mißbildungen bei heterozygoten Tieren gibt es in der Literatur wenig Hinweise (Ford, 1955, Coulter, 1982). Ob und wenn ja in welcher Art, Häufigkeit und Ausprägung Mißbildungen in Merlezuchten auftreten und in welchem Schweregrad die unterschiedlichen Genotypen davon betroffen sind, wurde von Wegner (1977) anhand einer Zuchtgruppe von Merleteckeln untersucht.
Die Tiere dieser Zuchtgruppen zeigten Augenanomalien ( Iris bicolor, blaue Iris, fehlendes Tapetum lucidum, Retinapigmentarmut, Papillenanomalie, Mikrophthalmus, Mikrokorie usw. (Dausch 1977+1978), Gehirnmißbildungen (Polygyrie, Asymetrie, Pachygyrie, Windungsheterotopien (Akcan, 1985), Hypoplasien und abnorme Projektionen im Bereich der Sehbahnen (Akcan 1983), erhöhten Augeninnendruch (Klinckmann, 1987), Beeinträchtigungen der Hörschwelle (Reetz, 1977), einen erhöhten Anteil mißgebildeter Spermien (Treu, 1976) und Störungen des Gleichgewichtssinnes (Wegner, 1977). Die meisten und schwerwiegendsten Befunde wurden an den homozygoten Weißtigern erhoben, heterozygote Tiere zeigten weniger und leichtere Anomalien und Nicht- Merkmalsträger waren nicht, oder nur in Ausnahmefällen betroffen. Diese Befunde deutet Wegner als Ausdruck einer Gen-Dosiswirkung beim Merlefaktor (1978) und belegt mit dieser Untersuchung seine These, daß auch homozygote Merleträger Mißbildungen der Sinnesorgane und sonstige Einschränkungen aufweisen können. Da besagte Zuchtgruppe (44 Tiere) aus einem homozygoten, defekten Weißtigerrüden und einem heterozygoten Merlerüden über Kreuzung mit normalgefärbten Hündinnen und Rückkreuzung der "F1 Töchter" mit ihren Vätern entstand, kamen Zweifel an der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Hinblick auf die Gesamtpopulation auf. Zum einen stammen sämtliche Merlefaktoren in dieser Zuchtgruppe von nur zwei Vatertieren ab, zum anderen ist die Gruppe nicht besonders groß und zum dritten ist der Inzuchtkoeffiziert innerhalb der Gruppe erheblich höher als in der Gesamtpopulation. Die mögliche Überlagerung der Ergebnisse durch Inzuchtefekte kann auch von den Forschern selbst nicht ganz von der Hand gewiesen werden (Klinckmann 1987). Eine Klärung wäre nur über Untersuchungen an einer ausreichend großen Zahl zufällig ausgewählter Tiere unterschiedlichen Alters möglich. Die Übertragbarkeit der an Teckeln erhobenen Befunde auf andere Rassen ließe sich durch gleichartige Versuche in vergleichbar großen Gruppen unterschiedlicher Rassen überprüfen.
Aus diesem Grund werden an der Universitätsklinik Gießen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Zuchtverbänden elektrophysiologische Untersuchungen an Merlehunden durchgeführt. .."
Quelle
Ich habe mir das zumindest nicht aus der Luft gegriffen, sondern es ist zumindest eine Wissenschaftliche Theorie.
In wieweit diese dann auf Dauer haltbar ist darüber kann man ja sachlich diskutieren. Zumindest sehe ich darin kein Problem.