wie artgerecht dimmis leben ist? nicht besonders.
--> er kann sich nicht bewegen wie er will. wenn ich auf die uni oder in die arbeit gehe muss er entweder alleine bleiben oder im hörsaal bzw im büro brav liegen bleiben.
--> wir wohnen in der stadt. das ist nicht artgerecht und gefällt ihm nicht.
--> ich hab nicht jeden tag zeit für 4-std-spaziergänge in der natur und kein auto um schnell im grünen zu sein. prater, donauinsel, augarten, wienerberg ist schön aber stadt bleibt stadt.
--> er hat nicht so viel hundekontakt mit immer den gleichen hunden, wie er es gerne hätte. er ist keiner, der jeden hund kennen lernen will, aber er liebt die bonsais, die kiri, den tintifax, den alfred, etc. das ist sein "freundeskreis" und m.e. ist es wichtiger, dass er immer wieder seine freunde trifft, als dass er immer neue hunde kennen lernt, die er dann doch nicht wieder sieht... kennen lernen ist stress - freunde treffen spaß. zumindest er sieht das so.
immerhin: er bekommt artgerechtes futter.
dimmis idealleben: hofhund. nicht überall menschen, kein lärm, kein stadtstress. dafür diverse tiere und andere hunde. herumlaufen im wald, stöckchen finden und totschütteln. bei stallarbeiten und beim reiten im weg stehen, in den fluss abkühlen gehen, mit den anderen hunden herumturnen. zwischen den anderen tieren herum- und katzen nachlaufen, die er eh nie auch nur annähernd erwischt, den hallenboden umgraben und sich (natürlich nass weil im fluss gewesen) begeistert damit zu panieren...
jede spur ums haus zu verfolgen oder faul im gras in der sonne liegen und aufpassen, wer da kommt, jeden besucher neugierig beäugen. das futter in die wiese mitschleppen, einen teil vergraben, den rest fressen (den vergrabenen teil auch fressen, weil frauchen es sonst ausgräbt und wegnimmt

) und am abend an seinen menschen gekuschelt einschlafen.
sein gesichtsausdruck heute, als wir nach 6 monaten zum ersten mal wieder im reitstall waren war unfassbar. die situation gleichzeitig himmlich und schrecklich. himmlisch für ihn, schrecklich für mich. ich hab ihn seit monaten nicht mehr so rundum glücklich und aufgedreht und enthusiastisch und einfach happy gesehen wie heute. ich kann ihm dieses leben nicht bieten. ich kann ihm kein leben bieten, das ihm rundum gefällt. er ist nicht glücklich in der stadt und ich weiss es. ich hab nicht so viel zeit, wie ich es gerne hätte, um mich mit ihm zu beschäftigen. ich kann nur versuchen, so oft wie möglich zu tun, was ihm gefällt, mit ihm in die natur gehen etc.
ein schwacher trost: im tierheim wars schlimmer.
