Wie kann mein Vater wieder richtig schreiben lernen, was sind Eure Erfahrungen?

tebi

Anfänger Knochen
Mein Vater hat vor Jahren einen Roman geschrieben. Ich ging noch zur Schule und durfte sein Manuskript abtippen, um etwas Taschengeld zu verdienen. Danach kam er wegen der Arbeit nie zum Schreiben. Jetzt ist er in Pension, und meine Eltern unternehmen kaum etwas. Sie verbringen die meiste Zeit zu Hause. Mein Vater würde gerne ausgehen, aber meiner Mutter fällt das Gehen schwer und gleichzeitig lässt sie ihn nur ungern allein raus. Deshalb habe ich versucht, meinen Vater wieder zum Schreiben zu motivieren. Da hat er gesagt, dass er es nicht mehr kann. Aber ich möchte nicht aufgeben... Deshalb würde mich interessieren, ob er wieder richtig schreiben lernen könnte. Gibt es online oder offline Kurse für Hobbyautoren oder kann ich auf Privatlektionen hoffen? Ich bin für jeden Tipp dankbar!
 
Ist der den PC-fit? Denke online lässt sich da sicherlich einiges finden. Alleine bei Youtube wird man da sehr viele Videos finden. Das könnte schon was sein, was einem letztlich weiterbringt.
Vielleicht kommt er auch über die Schiene Lesen wieder mehr zum Schrieben. Vielleicht gibts bei ihm in der Nähe sowas wie einen Buchclub, wo man sich mit anderen austauscht. Aber eventuell gibts sowas auch für das Schrieben - kenne es halt selbst nur von Buchclubs aber gerade was kreatives Schrieben anbelangt, müsste es sowas in die Richtung ja auch geben. Wahrscheinlich ist da die Auswahl in Großstädten besser.
Privaten Unterricht wird es bestimmt geben, wenn man das möchte. Vielleicht könnte man auch Kurse an Volkshochschulen machen oder Institutionen zur Weiterbildung. Könnte mir auch vorstellen im Ruhestand dann wieder zu Vorlesungen auf due Uni zu gehen. Ohne Druck, ohne Prüfungen, nur für das eigene Interesse. Da wird es bestimmt auch Vorlesungen in Germanistik oder Literaturwissenschaften geben.
 
Vielen Dank für Deine Rückmeldung und für die Zeit, die Du Dir für uns genommen hast! :) Also zwischen meinem Vater und der Technologie besteht eine Hassliebe. Er beschwert sich ständig darüber, dass sein PC, sein Handy und sein Tablet nie so tun, wie er sich das vorstellt. In Wahrheit schafft er das Allermeiste in Wahrheit binnen relativ kurzer Zeit selbst. Nur fehlt ihm eben anfangs immer die Geduld. ;) Ich bekomme häufig mit, dass er sich Video Kurse ansieht. Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass er mit YouTube gut zurechtkommt.

Ich muss an dieser Stelle zugegeben, dass mich gerade zum Thema Buchclubs einlesen musste. Ich dachte, dass das so etwas wie Bibliotheken sind. In der Praxis steckt da sehr viel mehr dahinter und vor allen geht es nicht ausschließlich ums Lesen. Das macht er übrigens täglich, auch wenn er teilweise Comics liest. :) Ich werde mich auf jeden Fall einmal zu den Buchclubs in Wien informieren.

Zu den Uni Vorlesungen weiß ich nicht, wie es aktuell aussieht, aber zu meiner Zeit waren sie ziemlich überlaufen. Wenn sich diesbezüglich etwas geändert haben sollte, würde ich ihn da gerne gelegentlich begleiten. :) Auf Fachhochschulen müssten wir uns die Kursstarte ansehen. Vielleicht könnte ich auch für meine Mutter etwas Passendes finden.

Egal, wie sich das entwickeln sollte… Du scheinst Dich gut auszukennen. Hast Du Erfahrungen?
 
Nichts zu danke, mache ich gerne. Ist für mich Entspannung und lenkt mich etwas ab:)

Na dann passt das ja schon. Er muss ja jetzt nicht Programmieren oder immer wieder Neues machen. Muss nur ein paar Kanäle finden, die eben zum Thema passen (oder du suchst sie). Beispielsweise gibts ja von Mathelehrern Nachhilfe für Schüler - bin mir sicher sowas gibts auch für Deutsch bzw. dann wie man eine Geschichte schrieben sollte.

Nein, ich mein jetzt einfach ein paar Menschen, die sich zum Besprechen von Büchern treffen und sich dann halt über den Inhalt austauschen. Was da jetzt genau alles gemacht wird, kann ich nicht sagen, war noch nie in einem Buchclub:)
Für Comics dürfe es sogar einfacher sein sowas zu finden als für wirkliche Literatur.

Das stimmt schon, dürfte immer noch so sein. Aber es muss ja keine Vorlesung eines überlaufenen Studiums sein. Da kann man ja auch nur gewisse Vorlesungen machen, die einem wirklich interessieren und weiterbringen. Da muss man ja nicht darauf achten ob man diese Vorlesungen jetzt für andere Seminare benötigt oder nicht. Und ich sag mal so, in Pension hat man ja auch die Zeit etwas früher dort zu sein und sich einen Platz zu sichern:)

Nein, nicht wirklich. Sind ja auch nur ganz allgemeine Tipps, für viel mehr reicht es eh nicht bei mir.

Was mir noch eingefallen wäre, eventuell kann man auch direkt bei diversen Verlagen etwas in die Richtung erfahren oder Hilfe bekommen. Zumindest Handouts sollte es ja geben. Oder man sucht mal einen Verlag und liest sich dort die Blogartikel durch (Novum Verlag, etc.)
 
Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Wir haben momentan einiges um die Ohren… Ich hoffe, dass Du Dich in der Zwischenzeit auch anders entspannt und abgelenkt hast. Es tut mir leid zu lesen, dass Du offenbar Sorgen hast, aber wenn es eine Win-Win-Sache ist, habe ich ein etwas besseres Gewissen.

Ja, von den Kanälen von Mathelehrern und dergleichen hatte ich bereits mitbekommen, aber damit habe ich mich noch nie genauer befasst. Weißt Du, ob die Lehrer dann auch Feedback geben? Und wie sieht es bei den angesprochenen Handouts und Blogartikeln aus?

Comics mag mein Vater sehr, aber er tut sich mit dem Zeichnen schwer. Insofern weiß ich nicht, wie viel Freude ihm das bereiten würde. Aber wir werden ihm vorschlagen, dass wir in den kommenden Tagen das Netz nach Buchclubs, die sich nicht ausschließlich mit Comics befassen, durchackern. Dasselbe gilt für die Univeranstaltungen. :)
 
Nein Sorgen habe ich keine. Nur sitze ich hier im Büro und warte darauf endlich Unterlagen zu bekommen, mit denen ich dann arbeiten kann. Ich bin also abhängig von meinen Kollegen und solange ich warten mu8ss, surfe ich durchs Netz und beteilige mich hin und wieder in Foren:)
So vergeht dann die Zeit schneller und ich sitze nicht nur da oder trinke den 10 Kaffee.

Also ich kann mir schon vorstellen, dass man da Feedback auf die Kommentare bekommt. Aber ob das regelmäßig ist, bezweifle ich eher. Kommt wohl auch darauf an wie viele Kommentare auf die Videos kommen und ob man es von der Anzahl der Kommentare schaffen kann auf jede Frage zu antworten.
Würde im Internet nach Handouts, Unterlagen oder Blogartikel als Hilfe suchen. Einige Verlage bieten es an, u.a. der Novum Verlag. Wenn andere Verlage einen Blog haben, steht dort ja auch alles mögliche rund um das Schrieben/Literatur drinnen. Denke so könnte man auch einiges lernen. Handouts würdest du eher bei Unis oder FHs finden. Da kann ich mir schon vorstellen, dass du die ein oder andere Vorlesung auch im Netz finden kannst. Das könnte man dann auch nutzen.

Buchclubs oder alle möglichen Treffen zum Thema Literatur sind sicher auch eine gute Anlaufstelle. Wenn man dort mal hingeht, kann man ja auch die anderen Menschen dort fragen und um deren Hilfe bitten.
 
Alles klar. Wenn Du ohnehin nicht weiterarbeiten und den Internetzugang im Büro für private Zwecke nutzen kannst, ergibt das auf jeden Fall Sinn. Zudem ist das mit Sicherheit gesünder als zig Kaffees zu trinken.

Bezüglich der Kommentare hatte ich mir gleich dasselbe gedacht. Wenn es trotz einer gewissen Qualität bei den Videos relativ wenige Kommentare gibt, hat der Lehrer auch ein Interesse daran, zu antworten und Feedback zu geben. Schließlich erhöhen die Reaktionen und Kommentare meines Wissens die Wahrscheinlichkeit, dass ein Video häufiger aufscheint. Gibt es relativ viele Kommentare, scheint das Video bereits häufig auf und vermutlich würde sich das auch zeitmäßig ausgehen.

Danke auch für die Tipps mit den Handouts, Unterlagen und Blogartikel als Hilfe. Mit Handouts durfte ich während meiner Studienzeit viel Erfahrung sammeln. ;) Damals haben wir sie kaum im Netz veröffentlicht, aber vielleicht hat es sich ja mittlerweile geändert. Kannst Du Dir vorstellen, dass da Feedbacks generell wahrscheinlicher wären, oder würde das wieder von der Anzahl der Kommentare abhängen?
 
Kommt wohl auf den Kanal an, wie viele die Videos schauen, wie viele Kommentare es gibt. Wenn das ein neuer Kanal ist, mit wenigen Abos und wenigen Kommentaren, wird man wohl mehr auf Feedback hoffen können weil man dann ja erst eine "Community" aufbauen muss.
Später wenn man viele Abonnenten hat und viele Kommentare hat, läuft das von alleine und man ist nicht wirklich auf den Austausch angewiesen.
Bei Blogartikeln gibt es aber oft eine Kommentarfunktion. Dort Antworten eigentlich viele auf die Fragen/aussagen der User. Sofern der Blog noch aktiv ist.
Wenn es dir wirklich um Feedback geht dann such dir lieber Literaturcafes in deiner Umgebung und tausch dich dort mit den anderen aus. Irgendwo wird es ja eine Gruppe geben, deren Interesse auch die Literatur ist. Sei es jetzt nur das Lesen von Büchern oder eben auch das Schreiben.
Ansonsten würde es sicherlich auch noch die Möglichkeit von Privatstunden geben. Einige Autoren werden das bestimmt anbieten.
Wird bestimmt auch Kurse geben, bei denen man Feedback bekommt, wo man sich mit dem Lehrer (=Autor) austauschen kann. Wie das die Verlage anbieten, müsste man dann genau nachlesen oder eventuell fragen. Da gibt es bestimmt unterschiede wie man das handhabt.
 
Bei Deiner Überlegung zu den YouTube Kanälen hast Du natürlich völlig recht. Darauf hätten wir gleich kommen können. :) Wiederum könnte ich mir vorstellen, dass es bei einem belebteren YouTube Kanal zu einem Austausch zwischen den Nutzern kommt. Wie das eben bei belebteren Communitys der Fall.

Mit einem online Medium möchte ich das nicht vergleichen, ein solches Ausmaß wäre auch unrealistisch. Aber vielleicht würde es meinem Vater gelingen, sich ähnlich wie bei den von Dir angesprochenen Buchclubs und Literatur Cafés auszutauschen. Wie siehst Du das?

Blogs haben vermutlich meisten niedrigere Reichweiten als YouTube Kanäle. Insofern stelle ich mir komplexer vor. Vielleicht habe ich nächste Woche etwas mehr Zeit. Da könnte ich einmal Verlage zu ihren Angeboten anschreiben.

Ich denke ebenfalls, dass es Unterschiede gibt. Nimmst Du ebenfalls an, dass die Kurse die Vorstellungen vom hauseigenen Lektorat widerspiegeln usw.?
 
Ja das kann schon sein. Nur willst du dann Tipps bekommen von Menschen, die in der gleichen Situation sind oder willst du die Tipps eben von dem Experten bekommen, der sich wirklich damit auskennt?
Also da wäre mir Feedback vom Experten lieber. Sage nicht, dass es keine nützlichen Tipps von anderen Usern geben kann aber das könnte ich dann auch gleich in jedem anderen Forum tun.

Ja absolut. Wenn es sowas in der Nähe gibt, würde ich auf jeden Fall mal vorbeischauen. Alleine schon weil man dort ja Gleichgesinnte trifft. Die können einen nützliche Tipps geben und haben ja sicherlich auch die ein oder andere Erfahrung gemacht, die einem selbst weiterhelfen kann.

Naja kommt drauf an was man vergleicht. Reichweite alleine macht eine Seite/Kanal auch noch nicht zur perfekten Anlaufstelle. Man braucht halt etwas für seine Situation und seine Probleme. Da kann dir auch ein unbekannter Blog oder ein Youtube Account mit 5 Abonnenten weiterhelfen. Wird halt nur schwer diese zu finden:)

Glaube nicht, dass da die Verlage ihre Wünsche weitergeben. Da geht es aus meiner Sicht nur darum, die Menschen besser zu machen. Je besser die Menschen sind, desto weniger Arbeit haben dann die Verlage. Denke da ist dann eher der sinn dahinter wenn Verlage sowas anbieten.
 
Natürlich ist es klüger, Feedback von Leuten, die sich auskennen, zu bekommen. Aber auch dafür ist es besser, sich in einem Buchclub oder einem Literatur Café vor Ort auszutauschen. Dort können sich die Leute nicht hinter einem Nutzernamen verstecken und müssen besser auf die Leute zugehen. Was die Verlage betrifft, habe ich mich vielleicht unglücklich ausgedrückt, aber das ist das, was ich sagen wollte. Wenn die Leute besser werden, haben die Verlage weniger Arbeit. Unter anderem, weil die Manuskripte den Vorstellungen der Lektoren entsprechen. Oder nicht?
 
Also ganz habe ich die Hoffnung auf die Menschheit ja noch nicht verloren. Ich glaube schon noch, dass man den ein oder anderen auch online finden kann, der einem erstgemeinte Ratschläge gibt. Mir wäre der Austausch von Angesicht zu Angesicht aber schon lieber. Bekomme ich vor Ort niemanden oder finde ich nichts, wo man solche Personen finden könnte, dann ist es heutzutage ja ein Vorteil, dass es noch die online Variante gibt.
Für mich schon. Könnte mir noch vorstellen, dass es etwas mit der Kundenbindung zu tun hat. Besucht man jetzt bei einem Verlag einen Workshop, ist mit dem zufrieden und davor und danach hat e seinen guten Austausch mit dem Verlag gegeben - na dann wird man wohl auch bei diesem Verlag bleiben wenn man veröffentlicht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass man solche Kurse macht um besser zu werden und dann es im Selbstverlag versucht. Was dann der Verlag davon hat, weiß ich jetzt nicht genau. Vielleicht setzt man dann auch darauf, dass man den Verlag für andere empfiehlt. "Du suchst einen Verlag?" - "Ich war mal in der Schreibwerkstätte des Novum Verlags. Habe zwar dann mit Selbstverlag veröffentlicht, aber eventuell wäre das ja etwas für dich". Ist halt eine weitere Schiene bei der man mit Menschen in Kontakt kommt.
 
Es gibt mit Sicherheit noch den einen oder anderen, der im Netz mit ernst gemeinten Ratschlägen weiterhilft. Vielleicht war die Gesellschaft schon seit Längerem so und es war mir nicht bewusst, aber ich empfinde es so, dass sie sich verschlimmert hat. Das spiegelt sich unweigerlich auch im Netz wider. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es auch online einen Plan B gibt. Ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass diese Angebote auch mit der Kundenbindung zu tun haben. Allerdings funktioniert das Ganze nur bei guten Erfahrungen mit der Schreibwerkstatt. Wer empfiehlt schon einen Dienstleister weiter, mit dem er nicht zufrieden ist?
 
Wenn es mir keinen Spaß macht, beteilige ich mich einfach nicht. So kann man vielem aus dem Weg gehen. Man sollte sich ja nicht nur ärgern wenn man online Zeit verbringt. Ich mach das ein wenig als Ausgleich, in Pausen wenn ich Zeit habe um mich abzulenken. Dann geht es wieder mit der Arbeit weiter.
Ja schon klar, darauf wird man dann aber schon schauen sonst bringt es einem ja nur Kritik ein. Für so klug schätze ich die Menschen bei diesen Unternehmen schon ein:) Gerade größere Unternehmen haben ja auch Marketingabteilungen. Die werden sich schon etwas dabei gedacht haben.
 
Vielleicht habe ich kein passendes Auge bzw. Gefühl dafür, aber ich habe einige Male zu spät bemerkt, dass es mir in der jeweiligen Runde einfach keinen Spaß macht bzw. dass ich mit den anderen Nutzern einfach nicht zurechtkomme. Und wenn ich schon verhältnismäßig wenig Zeit für mich habe, dann muss ich sie nicht unbedingt mit Streitereien verbringen. Du machst das auf jeden Fall richtig und kannst Dich offenbar gut ablenken.

Wir haben inzwischen letzte Woche diese Schreibwerkstatt angeschrieben und bereits Infos erhalten. Das Ganze steckt natürlich noch in den Kinderschuhen, aber der erste Eindruck ist gut. Nach dem Urlaub wird mein Vater damit beginnen. Vielen Dank für diese Diskussion und Deine Ratschläge! Hoffentlich können wir uns einmal revanchieren. :)
 
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