wie kann ich es ihr leichter machen?

joelle

Medium Knochen
hallo!

vor kurzem ist eine knapp 3 jährige boxer dame bei uns eingezogen.
die maus hat nicht viel gutes erlebt- bis zu ihrem 6.lebensmonat wurde sie nur schlecht behandelt und hat nicht viel gutes erfahren:eek:
dann kam sie zu ihrer vorigen halterin, diese hat sie ca 2 jahre gehabt bis sie allergisch nach der geburt ihres 2.kindes wurde.
dann kam lea für 4 tage zu einer pensionistin, die sie eigentlich behalten wollte. allerdings war lea eben nach 4 tagen wieder bei der ursprünglichen halterin zurück mit den worten "die hat mir aus protest reingepinkelt".

so, jetzt ist lea bei uns und da soll und wird sie auch bleiben.

in der wohnung fühlt sie sich bereits einigermassen sicher, draussen ist es noch "schrecklich", die maus ist ängstllich, läuft von li nach re, in den ersten beiden tagen fand sie abends nicht mal zeit ihr lackerl zu machen.
ich lasse ihr alle zeit der welt die sie braucht, bin sehr ruhig, verwöhne sie viel mit streicheleinheiten wenn sie kommt usw.
ich möchte ihr die eingewöhnung so angenehm wie möglich machen.
habt ihr noch tipps oder anregungen dazu?
ausserdem hört sie draussen (ich habe sie an der leine) überhaupt nicht auf mich, alles andere ist wesentlich interessanter und wichtiger. mit leckerlies ist sie draussen nicht zu bestechen, spielzeug und clicker sind ebenso null interessant.
ausserdem hatte sie vorhin zb angst- bei mir im hof stehen bänke und da saßen nun zum ersten mal 3 damen drauf- am liebsten würde sie da zurückschieben und weglaufen:(:(

wie kann ich ihr sicherheit geben?

lg
j.
 
Hi, probiere es doch einmal mit Bachblüten und einem DAP-Stecker als erste Maßnahme. Ansonsten viel Ruhe und Liebe!
Viel Erfolg!
Bruja
 
stecker haben wir schon- bachblüten, hm da halt ich nicht wirklich viel davon:o:rolleyes:

ruhe denk ich mir auch- aber in welcher form? einfach nur kurze gassi runden in der nähe gehen damit sie mal die umgebung kennen lernt? immer der selbe ablauf?
 
:) Absolut ruhiger Umgang ist eh klar.

Kurze Runden, wenn möglich anfangs immer dieselbe Strecke. Wenn Du merkst, dass sie auf der absolut bekannten Strecke ruhiger wird, nicht mehr abgelenkt ist, in winzigen Schritten ausdehnen.

Klar, dass sie draußen auf nichts reagiert, ist bei enormen Stress so. War bei meinem Hund genauso.

Wenn sie Interesse aufbringt, möglichst viel "Erziehungsspiele" daheim. Foördert das Vertrauen und das ist die Grundlage für draussen. Heißt alsi drinnen nicht einfach Leckerlis reinschieben, sondern sie dafür "was auch immer" machen lassen.
 
Bei meinem Hund war es anders. Er hatte absolute Panik vor allem, auch vor Mensch+Artgenossen etc etc. War fast ein Jahr in einem Keller, wurde schwer mißhandelt und von Artgenossen gebissen. Z.B. Fressen aus einer Schüssel absolut nicht, anfassen eine Katastrophe...draußen ist er ein Monat nicht aufrecht gegangen, sondern nur geduckt gechlichen...pinkeln nur im Wasser...ein Höllenritt.

Aufwärts gegangen ist es erst, als er anfing, zu mir Vertrauen aufzubauen.

Ein Vorteil war, dass er die Wohnung von Anfang an als sein Refugium angenommen hat...

Nach einem Jahr war er absolut übern Berg. Zwar noch etwas schüchtern, mit Menschen+Artgenossen. Zu dem Zeitpunkt hab ich auch angefangen Sondersituationen zu trainieren: Mähdrescher, Waldarbeiter mit Riesenmotorsägen etc etc.
 
Ich würde auch sagen, am Anfang immer die selben Runden gehen, damit sie ihre unmittelbare Umgebung kennen lernt und Sicherheit gewinnt, dann langsam ausdehnen.
Ruhig bleiben, aber den Hund nicht in seiner Angst bestärken, nur Du kannst ihr Sicherheit geben.
Wenn Du merkst sie gerät in Panik, dann versuchen souverän bleiben, sie an das unbekannte Objekt ran führen und ihr zeigen, da passiert nichts.
Ich weiß, es ist schwierig und ich kann es auch schwer in Worte fassen.

Versuche möglichst viel mit ihr zu spielen, am Anfang nur in der Wohnung wo sie sich sicher fühlt, auch anfangen, in der Wohnung, ein bißchen Unterordnung zu machen, also Sitz, Platz, Hier etc., das alles fördert die Bindung und wenn die Bindung gut ist, dann vertraut sie Dir und die Panik wird sich legen.
Das alles ist ein sehr langer Prozess und erfordert viel Geduld und Ausdauer.
Aus manchen Hunden bekommt man das nie wieder raus, aber man kann es steuern und dem Hund das Leben leichter machen.
LG Ingrid
 
Oben