Du wirst zugeben, dass die meisten Kastrationen auf Grund von unerwünschten Verhalten stattfinden, und das finde ich nicht in Ordnung. In der Hoffnung einem Hund damit leichter Herr zu werden ist fies. Es gibt tausend andere Möglichkeiten, die vielleicht nicht alle nur mit Leckerlis und Wattebausch zu regeln sind, aber auch nicht Teletak oder Koralle beinhalten. Die Palette der Maßnahmen ist unendlich, auch wenn sie angemessen ist.
Da stimme ich dir zu. Ist traurig, dass Leute glauben, eine Rüde wäre leichter zu erziehen oder würde plötzlich ein Lämmchen werden, nur weil ihm die Eier weggeschnitten werden.
Ich bin auch ein Kastrationsbefürworter (auch auf Grund meiner Erfahrungen mit nichtkastrierten/kastrierten Hunden), aber respektiere natürlich auch jene, die sich bewusst gegen eine Kastration entscheiden. Jeder ist für seinen Hund selbst verantwortlich und muss seine eigenen Entscheidungen treffen.
Ich hab mich deshalb für Kastration entschieden, weil
1. mein Rüde keinen Nachwuchs mehr zeugen kann (das ist für mich definitiv ein Vorteil, nicht weil ich nicht in der Lage bin auf meinen Hund aufzupassen, sondern weil ich finde bzw. erlebt habe, wie unverantwortlich sich manche Besitzer von Hündinnen benehmen:
- einmal waren wir auf dem Hundeplatz und ließen unsere Hunde spielen (mein Rüde hat da grad seine Sexualität entdeckt), da kam ne andere Besitzerin mit ihrer läufigen Hündin daher und wollte diese doch glatt mitspielen lassen!!!! - hätten wir vorher nicht nachgefragt ob sie eh nicht läufig ist, dann hätte es schnell zu spät sein können)
- oder bei uns im Dorf gibt es auch einige Hündinnen, eine davon streunt permanent (egal ob sie läufig ist oder nicht) im Dorf umher. Wie soll ich als Rüdenbesitzer hellsehen, ob die Hündin grad läufig ist oder nicht. Ich will nicht darauf verzichten, meinen Hund (natürlich unter meiner Aufsicht) frei laufen zu lassen. Und wenn der Rüde die läufige Hündin in die Nase bekommt oder diese zufällig unseren Weg kreuzt, dann kann es auch sein, dass ich zu langsam bin bzw. mein Rüde auf taub schaltet weil seine Triebe mit ihm durch gehen.
2. mein Rüde keinen (sexuell) bedingten Stress mehr hat
3. ich ihm höchstwahrscheinlich Probleme mit der Prostata im hohen Alter erspare. Eine Operation bei einem älteren Hund (die ich ihm im Nachhinein gesehen hätte ersparen können) ist immer ein höheres Risiko!
Unangemessen ist es nur wenn der Hund nicht mehr Hund sein darf und ich ihn verzärtel (Wattebausch) oder ihn ausschließlich für meine Zwecke ge- oder missbrauche (Koralle).
Ich weiss, ich bin jetzt ein wenig vom Thema abgekommen, aber anders kann ich meine Meinung dazu nicht erklären.
Da stimm ich dir zu, aber ich frage mich auch: darf ein Hund in unserer Welt eigentlich noch wirklich Hund sein??? Darf ein Rüde, der geil ist weil er ne läufige Hündin riecht, aber nicht zu ihr darf um sie zu beglücken, noch Hund sein?? Ich denke eher nicht. Sexualität ist ein sehr starker Trieb, den jeder unkastrierte Hund (mehr oder weniger stark) hat. Diesen Trieb dauernd zu unterbinden, führt früher oder später zu Frust, den er irgendwie anders abbauen muss. Diesen Frust erspar ich einem kastrierten Rüden find ich.
Bei Hündinnnen kenn ich mich ehrlich gesagt zu wenig aus, ob die auch gestresst sind oder Frust haben bzw. wie sie sich während der Läufigkeit fühlen. Daher kann ich dazu nichts sagen. Das wurde aber oben eh schon erwähnt glaub ich.