Territorialverhalten

Luckynori

Profi Knochen
Liebe Leute,
ich brauch auch mal euren Erfahrungsschatz :o
Vorab: Meine Hündin ist jetzt 4, ich hab sie mich ca. 1 jahr aus dem Tierschutz bekommen, damals sehr ängstlich. Sie ist mittlerweile ein ganz aufgeweckter, verspielter Hund, folgt auch (meist) brav und hat sehr viele gute Seiten, ist auch super verträglich mit anderen Hunden etc., ist aber auch eine sehr intelligente Maus mit ziemlich eigenem Kopf.

Unser einziges Problem ist, dass sie mMn extrem territorial ist. Sie markiert viel (und zwar nach Rüdenart), das wär mir ja egal. ABER: sowohl zuhause als auch im Büro als auch im Stall (also die drei Gebiete, wo wir am meisten sind, und die sie als "ihres" betrachtet) benimmt sie sich extrem territorial. Wenn da jemand kommt, der ihr nicht gefällt, versucht sie denjenigen (Mensch, v.a. Mann, seltener auch Hund) zu vertreiben. Sie beisst nicht, aber sie stellt sich davor, sie knurrt, sie verbellt und sie stupst gegen die Waden/Fersen (in wechselnder Intensität). Zuhause und im Büro hab ich das gut im Griff (zuhause kommt sie notfalls in ein anderes Zimmer oder an die Leine bei Rauchfangkehrer oder sowas, im Büro geht sie auf Kommando auf ihren Platz unter meinen Schreibtisch - das funktioniert recht gut).
ABER: Im Stall ist es schwieriger. Null problem bei all den Leuten, hunden, die so im Stall unterwegs sind, da habe ich wirklich keinerlei Ärger und sie ist eigentlich beliebt. Aber: vor dem Stall ist das Haus der Stallbesitzer und davor dann eine beliebte Spaziergeh/Radfahr/Jogger-Route. Die drei Hunde (zwei Dackel, 1 Münsterländer) der SB verbellen zwar alle vorbeigehenden Leute und Hunde, bleiben aber brav innerhalb des gedachten Tores (ist in Wirklichkeit ja offen) - Wenn Naomi nun die Dackel anschlagen hört (nicht immer aber), läuft sie mit nach vor um Radau zu machen, bleibt aber eben nicht immer innerhalb des Zaunes sondern läuft auch mal raus, um wen zu verbellen oder auch einen Hund, den sie nett findet, zu begrüßen. Es gab bisher keinen Ärger oder irgendwelche Raufereien (wie gesagt, sie ist sehr verträglich) - aber das geht dennoch nicht, weil es verständlicherweise auch nicht jedem Spaziergänger egal ist, wenn ein Hund ihn verbellt oder seinen angeleinten Hund begrüßt - Ganz klar. Und auch der SB natürlich nicht recht ist, wenn ihre Besucher von Naomi verbellt oder "verstupst" werden.
Sie macht das auch nicht immer oder dauernd, daher bisher noch kein großes Problem - aber ich kanns ihr einfach nicht völlig abgewöhnen. Wenn ich sie dann rufe, ist sie momentan unansprechbar, bis derjenige vorbei ist - dann kommt sie sofort fröhlich, stolz und wedelnd zu mir gelaufen und erwartet direkt Lob, wie brav sie verteidigt hat.
Ich habe jetzt schon beschlossen, sie im Stall einfach nur an der Leine zu haben - es täte mir nur leid, weil es auch Auslauf und Spaß für sie ist und sie mit anderen Hunden spielen kann etc. und es IM Stall ja keinerlei Probleme gibt. Ich möchte jetzt auch bitte keine Diskussion über Hunde im Stall auslösen - wie gesagt, IM Stall direkt gibts ja kein Problem.

So und nun nach der langen Vorgeschichte meine Frage: Gibts Erfahrungen, ob man ein starkes Territorialverhalten überhaupt "abtrainieren" kann? Wieweit lässt sich sowas durch Erziehung oder sonstige Maßnahmen beeinflussen? Irgendwelche ganz tolle Ideen oder Eigenerfahrungen vielleicht?

Wie gesagt - wir kommen schon damit zurecht - aber vieleicht kennt sowas ja jemand aus eigener Erfahrung und hat einen ganz tollen Tipp für uns?
Danke :)
 
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