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Neue Forschungsergebnisse zur Mensch-Hund-Beziehung

Viola33

Profi Knochen
(17.03.2011) Manuela Wedl und Kurt Kotrschal, VerhaltensbiologInnen an der
Universität Wien und Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau, untersuchten,
welche individuellen und sozialen Faktoren die Nähe zwischen Hunden und
deren BesitzerInnen bestimmen.




Dabei konzentrierten sich die WissenschafterInnen nicht nur auf die Tiere,
sondern vor allem auf die Persönlichkeit der beteiligten Menschen. Ihre
Ergebnisse publizierten sie im Fachmagazin "Interaction studies".

Die VerhaltensbiologInnen untersuchten mit ethologischen und psychologischen
Methoden, wie Mensch und Hund in einer neuen Situation in einem unbekannten
Raum reagierten. Ausgangsbasis für die Verhaltensanalyse waren 22
Mensch-Hund-Paare: zehn Männer und zwölf Frauen (23 bis 68 Jahre alt) mit
ihren unkastrierten Rüden (1,5 bis sechs Jahre alt).

Untersucht wurde, welche individuellen und sozialen Faktoren die Nähe
zwischen Hunden und deren BesitzerInnen bestimmen, z.B. die Persönlichkeit
von Hund und BesitzerIn, das Geschlecht der BesitzerInnen sowie die Qualität
der Mensch-Hund-Beziehung.

Eine Ausgangssituation für die Analyse war beispielsweise folgendermaßen:
BesitzerIn und Hund halten sich gemeinsam in einem neuen Raum auf. Die
Besitzerin/der Besitzer wurde durch die Aufgabe, Bilder im Raum zu
betrachten und zu bewerten, in ihrer/seiner Aufmerksamkeit vom Hund
abgelenkt. Der Hund konnte sich währenddessen frei im Raum bewegen.

Solche Testsituationen wurden gefilmt und anschließend codiert. Die
Persönlichkeit der BesitzerInnen ermittelten die VerhaltensbiologInnen
mithilfe des "Fünf-Faktoren-Modells", die Persönlichkeit der Hunde über
Beobachter-Bewertungen und die Mensch-Hund-Beziehungen mittels
Hauptkomponentenanalysen.

Forschung konzentriert sich auf menschliche Persönlichkeitsstruktur

Die Persönlichkeiten der BesitzerInnen wurden – wie bereits erwähnt – gemäß
der "Big Five", Extraversion, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrungen,
Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus, beurteilt. Bei letzterer Eigenschaft
handelt es sich um Menschen mit geringer emotionaler Stabilität, die eher
pessimistisch in die Zukunft blicken.

"Je höher der Besitzer nun auf der Neurotizismus-Achse lag, je mehr der
Mensch seinen Hund als 'sozialen Unterstützer' betrachtete und je wichtiger
es für ihn war, Zeit mit seinem Hund zu verbringen, desto länger hielt sich
der Hund in der Nähe des Besitzers auf, während dieser die Bilder
betrachtete", kommentiert Projektmitarbeiterin und Studienautorin Manuela
Wedl das Ergebnis.

Darüber hinaus hatte die Persönlichkeit des Hundes ebenfalls einen Effekt
auf die räumliche Nähe zwischen Hund und BesitzerIn. Je "vokaler und
aggressiver" der Hund war, desto weniger hielt er sich in der Nähe der
Besitzerin/des Besitzers auf.

Die gewonnenen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Intensität der
Beziehung innerhalb von Mensch-Hund-Paaren relativ symmetrisch ist: Stark
gebundene Menschen haben stark gebundene Hunde. Weiters weisen die
VerhaltensbiologInnen darauf hin, dass in jeglicher "Anwendung", wie z.B.
bei tiergestützten Aktivitäten oder Teamtrainings, ein systemischer Ansatz
angebracht ist.

Die Verhaltensforschung soll sich nicht nur auf den Hund konzentrieren,
sondern vor allem auch auf die Persönlichkeit der beteiligten Menschen.

Publikation:
Wedl, M., Schöberl, I., Bauer, B., Day, J.
<http://www.vet-magazin.com/redir?link=http://www.klf.ac.at/do
wnloads%2FWedl%2520et%2520al%2E%25202010%2Epdf;newsID=117957> & Kotrschal,
K. (2010): Relational factors affecting dog social attraction to human
partners. Interaction studies, 11 (3), 482-503.
 
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