kastrieren? oder lieber nicht?

Hi!
Ich möchte noch mal etwas zur Thematik schreiben: ich bin ja absolut keine militanten Kastrationsgegnerin! Nur weil ich sie für meine Hündin nicht vorstellen kann, kann ich trotzdem andere Meinungen akzeptieren!
Aber ich finde, jeder sollte sich diesen Schritt wirklich reiflich überlegen, es ist schliesslich ein riesiger Einschnitt in das Leben eines Rüden oder einer Hündin und auch die Risken, die eine Kastration möglicherweise in sich birgt, sollten in die Überlegungen einfliessen!

lg
helga
 
also, da viele fragen an mich gerichtet wurden werde ich mich dazu mal äussern:

aramis ist sterilisiert, akela weder kastriert noch sterilisiert. da aramis mit 2 jahren im zuge einer anderen op gleich steril opderiert wurde kann ich nicht sagen wie er vorher war und wie nachher. (großwüchsige hunde brauchen mit der entwicklung manchmal länger als kleine, aramis hat bis zur op nicht einmal auf akelas läufigkeit reagiert und die hatte er ganze tage um sich).

ein jahr auf die op hat er bei akela dann doch einmal reagiert und sich von akela ??? aufgamseln ?? lassen. es kam was kommen musste.

seither dürfen sie :eek: :D :eek: eh schon wissen, aber nur wenn ich dabei bin, und nicht in der wohnung (wegen der nachbarn :D )

lg
 
@indra

das mit den verhaltensänderungen hast du eh nicht falsch verstanden.
durch den hormonverlust, der sich mit der zeit einstellt, weil einfach nicht gebildet wird, kann der hund deutlich ruhiger werden;

da gibt es aber zwischen hündinnen und rüden unterschiede, weil es sich um verschiedene hormone handelt:

hündinnen fangen mit der zeit an zu markieren, werden oft dicker, und es kann sogar passieren, dass sich kastrierte hündinnen verhalten wie unkastrierte rüden (häufige rangkämpfe, markieren, ausgrprägteres dominanzverhalten, ...)

bei rüden zeigt sich oft das gegenteil, "sie werden weicher" und verträglicher, von anderen rüden nicht mehr als konkurenz gesehen werden sie oft "eine stufe in der hirarchie zurückgestellt" oder wie ich es gerne nenne nicht ernst genommen. oft müssen kastrierte rüden dann als "läufiges weibchen" herhalten und werden von anderen rüden bestiegen.

das alles kann vorkommen muss aber nicht, das ist von individuum zu individuum verschieden und hängt von den hormonen ab.

lg
 
@chrissy

die sache mit dem krebs ist insofern ein ammenmärchen, weil es tierärzte oft so rüberbringen, dass es unter hundehaltern falsch verstanden wird.

ich weiß jetzt auswendig die prozentzahlen nicht, aber richtig zu definieren ist es so (verwende jetzt erfundene zahlen damit man sich ein bild von dem machen kann was ich meine)

bei 15% aller haushunde besteht das risiko auf krebs (vornehmlich gebärmutterkrebs, brustkrebs, hodenkrebs, eileiter/samenleiterkrebs) -
lässt man einen hund kastrieren mindert man dieses risiko,.... und dann die tabelle mit den prozent von vorhin (vor der ersten läufigkeit um ...%)

viele hundebesitzer verstehen das so, dass bei jedem hund, nicht nur bei den 15% das risiko gelindert wird. blödsinn. das hieße nämlich auch, dass jeder hund, der nicht kastriert wird automatisch an krebs erkrankt und wenn nicht war es ein glücksfall.

hunde müssen veranlagt sein. das ist natürlich schwer herauszufinden, ob ein hund veranlagt ist oder nicht. aber wenn man weiß, in der familie (vater/mutter oder großeltern des eigenen hundes) sind an krebs gestorben, dann ist die wahrscheinlichkeit gegeben.

lg
 
noch die letzten statements:

@tina83

die kosten belaufen sich auf die größe des hundes und auf das geschlecht.
wie johanna schon erwähnt hat ist eine op bei der hündin aufwendiger.

beim rüden wird der hodensack aufgeschnitten, die hoden herausgenommen, der samenleiter abgetrennt, der lehre sack (hodensack) weggeschnitten und die enden zusammengenäht.
im normalfall (ohne komplikationen) dauert die op 30 minuten und geht recht zügig.

bei der hündin wird der bauchraum aufgeschnitten und zwar ein gößerer schnitt, weil gebärmutter und eileiter nicht so dicht beieinander liegen, man aber an beides ran muss. ist die bauchdecke offen muss man sich durch organe durcharbeiten um zu finden was man sucht. ;) hat man eines nach dem anderen entdeckt wir entfernt (was man halt zuerst sucht und entfernt, manche ärzte fangen mit den eierstöcken an, andere mit der gebärmutter). danach wird zugenäht (mehrere schichten).
diese op dauert im normalfall (o.kompl.) 45-60 minuten

da man die hündinnen länger in narkose halten muss wird ein stärkeres mittel (teurer) verwendet. auch weil die arbeitszeit länger ist, sind kastrationen an der hündin teurer. der aufwand ist auch nicht ausser acht zu lassen.

im grunde hören sich beide op´s leicht an, doch ein hodensack hat immer nur eine schicht, die man zunähen muss und der schnitt ist auch bei großen hunden nicht besonders groß.
bei hündinnen muss man den bauchschnitt auf die körpergröße angleichen. und da auf den bauch beim gehen und liegen größere kräfte und mehr gewicht einwirken (und damit die inneren organe nicht herausfallen) muss man die bauchdecke hautschicht für hautschicht nähen um den bauch zu stabilisieren. für die inneren nähte braucht man wieder nähtmaterial, welches sich nach 1-2 wochen auflöst (damit man nicht nochmal aufschneiden muss um die naht zu entfernen). dieses nathmaterial ist auch teurer als gewöhnliches, welches man nach der heilung ziehen kann. darum sind kastrationen bei der hündin teuer.

lg
 
eine letzte anwort zu helga:

früher hat man nur die eierstöcke bei der hündin entfernt. meistens hat sich dann die gebärmutter entzündet und sich in letzter instanz ein krebsgeschwür gebildet. heutzutage entfernt man auch die gebärmutter. somit beugt man mit einer kastration gebärmutterkrebs und eierstöckkrebs und eileiterschwangerschaft vor.

ein mamakarzinom (brustkrebs) kann man durch kastration nicht verhindern oder vorbeugen. es ist schon so, dass kastrierte hunde (rüden und hündinnen) eher selten brustkrebs bekommen, wenn sie kastriert sind, kommt aber auch vor.

brustkrebs bei hündinnen (da streitet sich die wissenschaft noch) wird aber eher durch scheinträchtigekeit ausgelöst. da in der scheinträchtigkeit hündinnen oft milch geben und die (wie beim menschen) ausmassiert werden muss, weil sich sonst geschwüre bilden, durch entzündungen.
da ja viele halter oft nicht bemerken, dass ihre hündin scheinträchtig ist und milch gibt, geschweigedenn wissen, dass diese milch raus muss kann es zu brustkrebs kommen. es kann aber wie bei anderen krebsen auch veranlagung sein.

lg
 
Da meine Hündin mal gedeckt wird,kann ich sie vorher sowieso nicht kastrieren lassen,aber da ich leider schon zwei Hündinnen die nicht kastriert waren an Brust und die eine an Brust und Gebärmutterkrebs verloren habe

bin ich deshalb a bissal "angeschißen" auf gut wienerisch :D
 
mit angeschissen meinst du, du bist ein hosenschisser ???

du hast angst ???

bin zwar wienerin, hab aber keine ahnung, ob wir unter angeschissen das selbe verstehen, ich dachte immer das bedeutet man ist verarscht worden und steht dann als angschissener da. also quasi als der depp übrigbleiben.


lg
 
@akela

meinte damit das ich ein hosen scheißer bin.

sprich in der mundart " a bissal angschißn halt"

bin ich aber sowieso bei meinen hunden.
die wissen das und nützen es schamlos aus :D
 
akela1 schrieb:
ps: würde mich interessieren wie deine quelle ist (bezüglich risikosenkung), vielleicht reden wir eh von der selben quelle ;)

Ist schon ein paar Monate her. Aber die Studie war nicht alt, sondern auch erst in jüngster Zeit gemacht. Ich hab zwar vieles auch wieder vergessen, aber es nahmen irgendwas zwischen 3000 und 8000 Hunden teil und sie wurde von mehreren Wissenschaftler durchgeführt und bestand auch aus mehreren Teilen.

Andere Leute kennen die Studie auch, z.B Chrissy schreibt auch ähnliches wie ich und auch sonst kann man dass überall lesen und hören.


Ich würde selbst wenn das mit dem Krebs nicht eindeutig bewiesen wäre, eine Hündin kastrieren lassen. Die Vorteile überwiegen halt doch bei weitem (bin in Hundeschule; dort gibts ca 200-300 Hunde; bin seit fast 4 Jahren dort; habe noch nie über ernste Kastrationsprobleme gehört!)
 
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