An die HD-Spezialisten hier

bejoe

Medium Knochen
Hy Leute,

hab doch auch Internet hier im schön verschneiten Kanada, aber leider sooo selten Zeit, hier reinzuschaun :(

Nun muss ich aber für eine Projekt an der Uni ein bißchen Recherche betreiben und hätte dazu einige Fragen bezüglich Hüftgelenksdysplasie.

Habe selber nicht soo viel Erfahrung damit, unser Hund hatte zwar auch altersbedingte Arthrose, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob es wirklich HD war. Er konnte die letzten Jahre seines Lebens nicht mehr so viel laufen (obwohl er es wollte), ist des öfteren hingefallen, weil die Hinterbeine keine Kraft mehr hatten und war generell sehr wackelig im Hüftbereich. Auch nach längerem Liegen hatte er so seine Probleme, wieder "in Gang zu kommen".
Wenn er beim Spazierengehen eingeknickt ist, hab ich ihm immer wieder mit Hilfe seines Geschirrs aufgeholfen. Es war eben nicht genug Stabilität in den Hinterbeinen vorhanden.

Nun zu meinen Fragen:
- Würde es einem Hund mit (schwerer) HD (meine jetzt wirklich HD) helfen, wenn er eine gewisse Stabilitäts- und Entlastungshilfe hätte??

- Kommen die Schmerzen bei der HD durch die Bewegung selbst, oder durch die Belastung der Hüfte? Also hat so ein Hund zB beim Schwimmen (weniger Belastung durch weniger Gewicht) die gleichen Schmerzen, oder weniger/gar nicht?

- Oder würde so eine Hilfe, die entlastet, eher zu Muskelschwund führen und damit die HD verstärken?

Ich hoffe ihr versteht, was ich meine :rolleyes:

Stehe gerade ganz am Anfang meiner Projekt-Recherche und würde mich über fundierte Informationen sehr freuen!

LG aus dem (zwischenzeitlich) -40°C kalten, aber schöööön verschneiten Kanada

Bejoe
 
Hallo nach Kanada,

meine Leni hat mittel HD. Leider schwimmt sie nicht und damit sie keinen Muskelschwund bekommt, kraxel ich mit ihr (fast) jeden Tag im Wald rauf und runter. Der Hund darf keinen Muskelschwund bekommen. Das ist ganz schlecht. Ausserdem bekommt Leni das so 3x im Jahr:

http://pedro-drogerie.ch/shop/export/p87.html

sie bekommt es schon seit 4 Jahren (sie ist jetzt 6) und es hilft sehr gegen die Arthrose.
Schwimmen ist für den Hund sehr, sehr gut und er hat auch im Wasser (fast) keine Schmerzen.

Leni hat ihre HD schon von Baby an und ob es jetzt von ihrem Vater (großer Münsterländer mit HD) vererbt worden ist oder nicht, das weiß ich nicht.
Als sie so 5 Monate alt war, hab ich gemerkt, das sie hinten ganz steif geht. Da wußte ich schon es ist HD. Mit einem Jahr wurde sie geröngt und es hat sich bestätigt.
Aber es geht ihr jetzt gut. Sie fetzt herum als ob nichts wär.

Wenn ein Hund wirklich sehr schwere HD hat, dann wäre eventuell eine Hüftop notwendig oder es gibt auch die Nerventrennung (das beseitigt nicht das Übel, aber der Hund hat keine Schmerzen). Dann gibt es auch noch die Möglichkeit Goldimplantate einzusetzen. Nur es hilft auch nicht immer. Und beseitigt natürlich dann auch nur die Schmerzen.

Liebe Grüße Biggi und Leni
 
bejoe schrieb:
Hy Leute,

hab doch auch Internet hier im schön verschneiten Kanada, aber leider sooo selten Zeit, hier reinzuschaun :(
Hey, erzähl mal, was sich da so tut ;-)

Nun muss ich aber für eine Projekt an der Uni ein bißchen Recherche betreiben und hätte dazu einige Fragen bezüglich Hüftgelenksdysplasie.

Nun zu meinen Fragen:
- Würde es einem Hund mit (schwerer) HD (meine jetzt wirklich HD) helfen, wenn er eine gewisse Stabilitäts- und Entlastungshilfe hätte??
Wenn Du mit Entlastung Gewichtsentlastung meinst, ja. Also ihn eher am unteren Gewichtslimit zu halten, ist positiv.
Mehr Stabilität? Auch ja, s.u. (Muskulatur stabilisiert und entlastet auch).

- Kommen die Schmerzen bei der HD durch die Bewegung selbst, oder durch die Belastung der Hüfte? Also hat so ein Hund zB beim Schwimmen (weniger Belastung durch weniger Gewicht) die gleichen Schmerzen, oder weniger/gar nicht?
Die Schmerzen kommen durch die inkongruenten kommunizierenden Gelenksflächen. D.h. sie sind beim Schwimmen durch das verrringerte Eigengewicht weniger. Ganz weg würde ich aber nicht behaupten. Ein Hund mit starker HD; sehr flacher Pfanne, einem Hüftkopf, der ganz schlecht dazu passt und den arthrotischen Veränderungen und wenig Muskulatur wird auch beim Schwimmen Schmerzen haben, oder spätestens nachher.


-
Oder würde so eine Hilfe, die entlastet, eher zu Muskelschwund führen und damit die HD verstärken?
Versteh ich nicht, willst Du einen Seilzug bauen, wo der Hund mit der Hinterhand drinnenhängt und gar nicht mehr belastet? Ds wär kontraproduktiv, denn das Wichtigste Gegenargument zur HD von Seiten des Hundes ist seine Muskulatur.

Stehe gerade ganz am Anfang meiner Projekt-Recherche und würde mich über fundierte Informationen sehr freuen!
Halt uns auf alle Fälle am Laufenden!

LG aus dem (zwischenzeitlich) -40°C kalten, aber schöööön verschneiten Kanada
lg aus Ö, wo der Winter nächste Woche kommen soll, mal sehen ;)
 
@Biggi
Wenn ein Hund wirklich sehr schwere HD hat, dann wäre eventuell eine Hüftop notwendig oder es gibt auch die Nerventrennung (das beseitigt nicht das Übel, aber der Hund hat keine Schmerzen).
Meinst Du nicht eigentlich die Muskeldurchtrennung "Myektomie bzw. die modifizierten Pektineusmyektomie (PIN)?



(Hier werden dem Hund durch gezielte Schnitte in Muskeln und Sehnen sowie einer Entfernung der Nervenendigungen auf der Hüftgelenkkapsel die Schmerzen gezielt reduziert. Diese Muskeln verkrampfen sich nämlich im verzweifelten Versuch, das lockere Hüftgelenk zu stabilisieren und sind schlussendlich für einen grossen Teil der Schmerzen verantwortlich. Diese Operation kann bequem gleichzeitig an beiden Hintergliedmassen vorgenommen werden. Der Erfolg der PIN-Operation ist bei Hunden mit mässiger Arthrose, aber eingeschränkter Beweglichkeit der Hüftgelenke am grössten und hält zwischen einem halben und mehreren Jahren an. Die PIN-Operation kann sogar bei Junghunden angwendet werden.)
 
HY ihr 2,

danke für die schnellen Antworten... :)

Hier in Kanada tut sich viel, aber mehr als den Campus hab ich leider noch nicht gesehen, hab wahnsinnig viel Arbeit für die Uni zu tun, viiiel mehr als daheim im gemütlichen Wien :rolleyes: ;)

Was meine Fragen betrifft:

Muss in einem Kurs ein Produkt entwickeln bzw ein Unternehmen gründen. Und dachte da an so eine Art "Stock" für den Hund, im Grunde Schienen für die Hinterläufe, dass sie so mehr stabilisiert wären bzw auch dass ein bißchen Gewicht von den Hüften genommen wird.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mir das nur mal ganz kurz überlegt hatte, da ich eben nicht ganz so viel über HD weiß. Aber das Thema Muskelschwund hat mich jetzt wieder von der Idee abgebracht. Das ganze wäre ja somit mehr kontraproduktiv.

Naja, muss ich mir was anderes ausdenken. Fände halt toll, wenn es sich im Bereich Hunde/Tiere bewegt... aber einen Handel mit Hundefutter "aufmachen" finde ich langweilig. *Grübelgrübelundstudier*

LG Bejoe
 
Fox schrieb:
@Biggi

Meinst Du nicht eigentlich die Muskeldurchtrennung "Myektomie bzw. die modifizierten Pektineusmyektomie (PIN)?



(Hier werden dem Hund durch gezielte Schnitte in Muskeln und Sehnen sowie einer Entfernung der Nervenendigungen auf der Hüftgelenkkapsel die Schmerzen gezielt reduziert. Diese Muskeln verkrampfen sich nämlich im verzweifelten Versuch, das lockere Hüftgelenk zu stabilisieren und sind schlussendlich für einen grossen Teil der Schmerzen verantwortlich. Diese Operation kann bequem gleichzeitig an beiden Hintergliedmassen vorgenommen werden. Der Erfolg der PIN-Operation ist bei Hunden mit mässiger Arthrose, aber eingeschränkter Beweglichkeit der Hüftgelenke am grössten und hält zwischen einem halben und mehreren Jahren an. Die PIN-Operation kann sogar bei Junghunden angwendet werden.)


Ja, das meine ich. Danke für die Korrektur.

Liebe Grüße Biggi und Leni
 
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