Vernachlässigter (?) Hund- Bitte um Rat

P

Podenca

Guest
Hallo liebe Foris,

ich muß Euch mal um Rat fragen, weiß einfach nicht, was ich machen soll, ob ich einiges zu eng sehe, oder ob es fahrlässig wäre, nichts zu tun....?!

In meiner Nachbarschaft "wohnt" ein Schäferhund, der anscheinend nur zum Wachen gehalten wird. Seinem Herrchen gehört eine Kneipe und ein wenig Grundstück drumherum. Der Hund wird fast ausschließlich draußen gehalten, wo er zwar ein wenig Auslauf hat, für meinen Geschmack aber zu wenig, außerdem keinen Unterstand soweit ich sehen kann, keine Liegefläche o.ä. Vor allem muß ihm fürchterlich langweilig sein. Ich habe noch niemals seit ich hier wohne (und das sind immerhni 3 Jahre) gesehen, daß jemand mit ihm draußen spazieren war oder sich sonst irgendwie mit ihm beschäftigt hat.
Aus lauter Langeweile bellt der Hund den ganzen Tag.
Ich habe dem Tierschutz vor einiger Zeit eine Mail geschrieben, auf die ich keine Reaktion bekam. Im Sommer habe ich mit dem Halter gesprochen und ihn gebeten, sich doch jemanden zu organisieren, der sich mit dem Tier beschäftigt oder es selbst zu tun. Ich habe ihm gesagt, daß mir auf der einen Seite der Hund leid tut, weil er so einsam und gelangweilt ist, ich auf der anderen Seite aber auch langsam genervt vom vielen Bellen bin. Nach anfänglichem Zögern hatte er Verständnis gezeigt und mir versprochen, daß er den Hund mehr drinnen oder im hinteren Garten lassen wird. (immerhin! )
Das hat 4 Tage gehalten, dann war der alte Zustand wieder hergestellt.

Daraufhin habe ich die Polizei angerufen und gebeten, einfach mal mit dem Besitzer zu sprechen, in der Hoffnung, daß das mehr Eindruck machen würde, als wenn ich wieder rübertapse.

Jetzt sind es draußen etwa -3° und es war auch schon kälter, und der Hund ist nach wie vor fast ausschließlich draußen. Mit "fast ausschließlich" meine ich, daß der Hund morgens zwischen halb 7 und halb 8 anfängt zu bellen, zwischendurch ein bis zwei Stunden Ruhe gibt, also anscheinend drinnen ist (etwa 12 Uhr bis 13:30 Uhr) und dann wieder bellt bis spät in die Nacht, d.h. zwischen 21:30 bis 02:00 Uhr.

Wie gesagt: erstens tut mir der Hund so leid,
zweitens nervt es mich tierisch, daß er da so bellt. Lea traut sich fast nicht mehr, den Boden in einem Umkreis von etwa 20 Metern überhaupt zu betreten.

Ich weiß jeetzt nicht, ob ich das zu eng sehe oder ob man wirklich was tun sollte. Der Polizist am Telefon sagte, falls ich eine Anzeige wegen Ruhestörung aufgeben wollte, müßte ich mir genau notieren, wann und wie lange der Hund bellt. Dann hätte ich allerdings nichts anderes zu tun den ganzen lieben Tag lang, denn er ist mal 2 Minuten ruhig, dann bellt er 6 Mal, dann ist er 10 Sekunden ruhig, bellt wieder 4 Mal,.....

Was würdet Ihr denn tun? Bin ratlos.....

Bin gespannt auf Eure Anregungen.

Liebe Grüße,
Stefanie
 
Ich weiß jeetzt nicht, ob ich das zu eng sehe oder ob man wirklich was tun sollte. Der Polizist am Telefon sagte, falls ich eine Anzeige wegen Ruhestörung aufgeben wollte, müßte ich mir genau notieren, wann und wie lange der Hund bellt. Dann hätte ich allerdings nichts anderes zu tun den ganzen lieben Tag lang, denn er ist mal 2 Minuten ruhig, dann bellt er 6 Mal, dann ist er 10 Sekunden ruhig, bellt wieder 4 Mal,.....

Liebe Grüße,
Stefanie


Liebe Stefanie!

Ich würde mit dem Hundebesitzer nochmals reden und ihm Unterstützung anbieten, um jemanden zu finden, der sich täglich mit dem armen Hund ein bischen beschäftigt.

Aus langjähriger Erfahrung kann ich dir im Falle einer Anzeige folgendes empfehlen:
Notwendig sind
- genaue Notizen, am besten über ein paar Tage, wann der
Hund gebellt hat (und natürlich den langjährigen Zeitraum)
- eine weitere Person, die den Sachverhalt bezeugt (am
Besten nicht aus deinem engeren Freundeskreis)

Sonst geht es dir so wie mir mit dem armen Kettenhund in Zirl, daß du dir sagen lassen mußt, ob die Anzeige nur eine "Hysterieaktion" von übertriebenen Tierschützern sei!
 
Ich glaube, ich könnte da nicht ruhig bleiben. Das arme Tier...:( :mad:
Also, wenn der Besitzer schon nach dem zweiten Gespräch immer noch nicht zur Einsicht kommt, dass es schlimm ist, den Hund nur draußen zu halten, dann würde ich versuchen, ihn seinen Hund auszureden, sprich, er soll ihn abgeben. Solche Leute, die sich eh nicht kümmern, den fällt es doch sicherlich leichter, sich von dem Tier zu trennen.
Du kannst ihm ja anbieten, dich um zu hören, ob jemand diesen Hund haben möchte.
Leider kenne ich die Person ja nicht persönllich, aber ich denke, einen Versuch ist es wert.
Viel Glück wünsche ich dir und dem Wuffl.
 
Um einen Hund hauptsächlich draußen halten zu dürfen müssen in Deutschland ein paar Gesetze eingehalten werden.

Hier würd ich zuerst mal gucken und dann schauen, ob der gute Mann das einhält.
Wenn nicht, würde ich den Amtsveterinär einschalten... dass der evtl. die Haltungsbedingungen überprüft.

Obs dem Hund allerdings besser geht, wenn er eingezogen wird, kann man vorher nicht sagen :-( .

Grüßli
Günni
 
Ist ja entsetzlich!!! Der arme Hund - da müsste eigentlich sofort etwas geschehen. Vielleicht könntest du den Besitzer ja einmal mit dem weiter unten eigefügten Text aus meiner Homepage konfrontieren, damit er mal versteht, was er seinem Hund da antut? Aber wahrscheinlich wird's eh nix nützen. Das beste wäre sicherlich, wenn der Hund von dort wegkäme!!! Viel schlimmer kann er's wahrscheinlich wo anders auch nicht treffen!!!

Hier der entsprechende Beitrag aus einem Seminar über das Bellverhalten von Hunden (der ganze Inhalt steht auf meiner Homepage: http://www.michis-hundeseite.info)

5. Frustrationsbellen:
Laut-Bild:
- geht endlos dahin
- monoton
- stereotyp
- oft begleitet von Herumwandern, Kreisen
- kann in einem Heulen enden (der Hund möchte jemanden zur Hilfe holen)

Ursache:
Frustrationsbellen ist stressbedingt und resultiert aus lange andauerndem Stress.

Diese Art des Bellens ist sehr ernst zu nehmen, da es bedeutet, dass der Hund mit seiner Situation absolut nicht mehr zurechtkommt. Die Monotonie / Stereotypie verbessert das Wohlbefinden des Hundes, entspannt ihn und versetzt ihn in eine Art Trance (vgl. Endorphinausschüttung). Oft betroffen sind Ketten- oder Zwingerhunde. Frustrationsbellen kann auch von anderen stereotypen Verhaltensformen begleitet werden: Wundlecken, -beißen, Graben, Kreisen, Herumwandern
Abhilfe:
- Der Hund muss auf jeden Fall schnellstens raus aus dieser für ihn untragbaren Situation.

- Man muss herausfinden, was der Hund braucht: Also: die gesamte Lebenssituation sollte für den Hund verbessert werden. D.h. der Hund sollte mit seinem Menschen zusammenleben dürfen, der Besitzer sollte sich mit dem Hund beschäftigen (spazieren gehen, ),
Was sicher nicht hilft:
- Bestrafung, Gewalt, Anschreien,
 
Zumindest eine isolierte Hundehütte muß schon zur Verfügung stehen.
Aber die Kälte wird nicht das Problem sein, denke ich, die Einsamkeit und Langeweile ist viel schlimmer, armer Hund. Anzeigen werden wohl bestenfalls zu oben erwähnter Hundehütte führen, sonst aber nur die Fronten verhärten und dem Hund nix bringen. Vielleicht kannst Du ja noch mal mit dem Mann reden, vielleicht auch einen ( zB Pensionist, der früher selber Schäferhunde hatte ) Spaziergänger finden, der von sich aus dort anfragt, ohne sich auf Dich zu beziehen? Ein 30 Minuten / Tag Spaziergang wäre ja schon mal etwas....
 
Hallo :)

Da du ja in Deutschland wohnst, ich kenn mich dort zwar nicht so gut aus, aber da du ja die Polizei schon informiert hast, zusätzlich noch dem Ordnungsamt melden!!??

Lg Lisa
 
Lisa22 schrieb:
Hallo :)

Da du ja in Deutschland wohnst, ich kenn mich dort zwar nicht so gut aus, aber da du ja die Polizei schon informiert hast, zusätzlich noch dem Ordnungsamt melden!!??

Lg Lisa

Also, in Deutschland (ich komme ja hier her), passiert leider erst was, wenn es wirklich schon kurz vorm Ende oder schon zu spät ist.
Wenn das Ordnungsamt einen nicht angeleinten Hund sieht, dann sind die immer ganz schnell aber wenn sie mal was anderes tun sollen...na ja, eher gewinne ich im Lotto :rolleyes:
Leider...
 
Laudatio_Amore schrieb:
Also, in Deutschland (ich komme ja hier her), passiert leider erst was, wenn es wirklich schon kurz vorm Ende oder schon zu spät ist.
Wenn das Ordnungsamt einen nicht angeleinten Hund sieht, dann sind die immer ganz schnell aber wenn sie mal was anderes tun sollen...na ja, eher gewinne ich im Lotto :rolleyes:
Leider...

Ich habe im Fernsehen vor nicht allzulanger Zeit eine Reportage gesehen, wo ein Mensch vom Ordnungsamt, der extra für so etwas angestellt ist, überall hinfährt und die Tierhaltung kontrolliert, wenn jemand eine Anzeige macht. Ich würde das schon probieren und mal konkret nachfragen, wer denn dafür zuständig ist.

Du hast ja konkrete Zeitangaben für das Gebell - schildere es einfach so, wie du es hier geschrieben hast. In deiner Straße werden ja noch andere Menschen wohnen, die das auch hören, oder wohnst du ganz alleine da? Das dürfte doch nicht das Problem sein, oder? Es wird sich hoffentlich noch jemand aus der Umgebung finden, der deine Angaben bestätigen kann. Ich denke, dann schaut es nicht so schlecht aus mit einer Anzeige wegen Ruhestörung. :confused:
 
Hallo Thalassa,

meinst Du, diese Zeitangaben reichen bereits für eine Anzeige?

Ich weiß nicht genau, ob der Hund einen Unterstand hat, weil ich nicht das gesamte Grundstück einsehen kann. Aber soweit, wie ich gucken kann, ist da nichts. Nur ein paar Gehwegplatten zwischen den Beeten.

Heute früh ging´s wieder los.
Daraufhin hab ich im Telefonbuch die Nummer des Kneipeninhabers gesucht, "kein Anschluß unter dieser Nummer", ebenso "Gelbe Seiten" und Auskunft. Bei der Auskunft hatten sie dann aber noch eine zweite Nummer, unter der ich dann angerufen habe. Dort konnte ich auf einen AB sprechen und habe dem Menschen gesagt, daß ich es jetzt 3 Mal im Guten versucht habe, wenn er sich jetzt nicht um den Hund kümmere, würde ich Polizei und Tierschutz alarmieren.

Ich warte noch bis morgen. Dann ruf ich erst den TS an und dann die Polizei.

Ich hatte damals am Telefon dem Polizisten die Situation genauso geschildert, wie Euch hier im ersten Posting. Der Polizist meinte, man könne nur gegen die Lärmbelästigung etwas tun, gegen den Rest nicht. Also sollte ich mich darauf beschränken, damit könnte ich am ehesten etwas erreichen.

Na mal sehen, was daraus wird.

Vielen Dank erstmal,

Steffi
 
Podenca schrieb:
Hallo Thalassa,

meinst Du, diese Zeitangaben reichen bereits für eine Anzeige?
Steffi

Ich denke schon. Du könntest ja auch die Polizei kommen lassen, dass sie sich selbst davon überzeugen. Wenn der Hund den ganzen Tag bellt, dann werden sie das auch hören.
 
Also der Tierschutz war angeblich bei dem Herrn, hat den Hund friedlich und glücklich im Wohnzimmer vorgefunden, auch sonst sei nichts auffällig gewesen.
Ich hätte es also NICHT noch einmal auf die freundliche Art versuchen und ihn damit quasi vorwarnen sollen. Klar nimmt er den Hund jetzt für ein paar Tage rein.

Mal sehen, wie lange das hält. Ich hoffe nur, daß der Typ den Hund jetzt wirklich besser behandelt, und zwar für immer.- mehr als ein paar Tage.

Nächstes Mal ruf ich gleich den Tierschutz an, falls mir sowas nochmal unter die Augen kommt.

Sch... auf die "nette Tour".

Tschüß und danke nochmal für Eure Tips, Ihr habt mir sehr geholfen!

Stefanie
 
Es ärgert mich auch etwas, wie ich jetzt da stehe.
Aber für die Gesundheit des Hundes ist es mir wert. Wie gesagt: hoffe nur, daß es jetzt auch wirklich so bleibt.

Tschüß!

Stefanie
 
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