Leinenführigkeit

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Dobi-family

Guest
Ich bin neu hier im forum und wüsste gerne ein paar Tipps. unser dobi-hund ist mittlerweile 9 monate alt. leider bellt er jeden an, den er sieht oder nur hört. leider zieht er auch beim gassigehen sehr an der leine und wenn uns jemand entgegenkommt, zieht er noch mehr und stellt die haare.
obwohl ich eine private hundetrainerin habe, habe ich bis jetzt noch keine erfolgserlebnisse verzeichnen können. leider wird das gassigehen dadurch sehr zu qual und ich gehe auch schon dort mit ihm spazieren, wo sehr wenig menschen laufen.
vielleicht kann mir jemand ein paar tipps zukommen lassen?würd mich freuen:)
 
Hat er das Anbellen schon länger? Hebt er das Bein schon länger? Oder ist er voll in der Pubertät? Da sind Hunde auch mal wieder - manchmal ziemlich! - unsicher. Das kann sich dann so ausdrücken.
Wenn Du da aufpaßt, daß er nichts Schlimmes von Menschen erlebt, verschwindet es wieder.

Was die Leinenführigkeit betrifft: Einerseits Blickkontakt aufbauen und jedes Herschauen mit Stimme, Streicheln und immer wieder - wenn der Hund gerne frißt - mit Leckerlie verstärken. Mit der Zeit ein Hörzeichen damit verknüpfen, das Dir leicht über die Lippen kommt - aber nicht "aus". Das braucht man für das Auslassen eines Gegenstands. Ich sage "bleib bei mir", manchmal nur "bei mir" .
Und wenn es gerade geht und Du Luft brauchst, bleib relativ abrupt stehen. Wenn er zurückschaut, lob ihn dafür - s.oben...

Viel Glück

F-K
 
Hallo Friedlkaninchen!
Das hört sich aber nach einem ziemlich unsicheren Dobi an. Hat er schon immer fremden Menschen gegenüber die Haare aufgestellt und gebellt? Was sagt denn deine Hundetrainerin zu dem Problem?
Dobifan
 
Also eigentlich bellt er schon relativ lang, allerdings kann ich nicht sagen, wie lange schon:mad:. Das Bein hebt er noch gar nicht, allerdings meinte die Hundetrainerin, dass das daran liegen könnte, weil er eigentlich fast 4 Monate krank (Antibiotika nehmen und etwas isoliert gehalten werden musste) war und die Entwicklung vielleicht dadurch etwas verzögert wird. Ausserdem meinte sie, er wäre in der 3. Fremdelphase und vielleicht hört das von alleine auf.

zwecks der Leinenführigkeit habe ich nun mal ne 3-Meter-Leine mir zugelegt und bin jedesmal stehen geblieben, wenn er gezogen hat. Er schaute ganz schön blöd:) aus der Wäsche. Er kam dann meistens her und wir sind dann wieder weitergegangen oder sobald die Leine locker war, habe ich ihn in eine andere Richtung dirigiert und das immer mit Leckerli. Aber nach 10 Min. war das für ihn langweilig, was ich denke normal ist.
vielleicht hat noch jemand tipps für mich, auch wegen der Bellerei
 
Hallo!

Das unsichere Verhalten liegt wahrscheinlich in der langen Isolationsphase begründet.

Zur Leinenführigkeit:

Wenn Du Zeit hast, begib Dich an einen ruhigen, ablenkungsarmen Ort. Nimm Deinen Hund an Deine linke Seite, halte die Leine kurz, aber locker und sage "Bei mir" oder "Komm". Gehe an, bleib stehen, sobald er zieht und nimm ihn an der Leine wieder an Deine linke Seite zurück (ohne Rucken, sondern nur durch Zug). Lass die Leine wieder locker. Sag nochmals Dein Kommando. Gehe wieder an, bleib wieder stehen und nimm ihn zurück wenn er zieht. Erneut das Kommando, erneut angehen.
Wenn er auch nur eine Sekunde ruhig an Deiner Seite geht, Lob in leisen, hohen Tönen. Eventuell mit winzigen Wurststückchen oder ähnlich Leckerem verstärkt.

Übe das über Wochen und Monate mit sehr langsam steigender Ablenkung an unterschiedlichen Orten mindestens dreimal täglich.

Wenn Du gerade nicht Zeit hast: Sag explizit "Lauf" oder "lange Leine", gib ihm eineinhalb bis drei Meter Raum und lass ihn ziehen - dieses Kommando soll nämlich genau das bedeuten, "Du darfst jetzt ziehen".

Mit der Zeit verwendest Du dann situationsabhängig immer öfter "Bei mir" und immer seltener "Lauf", welches Du aber beibehalten kannst für Stellen, wo er schnuppern darf - also "Bei mir" bedeutet dann "Konzentriere Dich darauf, mir zu folgen" und "Lauf" bedeutet dann "Freizeit, Du darfst schnuppern und sogar ziehen".

Ich habe es mit meiner jetzt achteinhalb Monate alten Hündin von Anfang an so gehandhabt, es funktioniert wunderbar. Für eine Begleithundeprüfung und höhere Prüfungsklassen kommt dann noch das "Fuss" dazu - "Klebe an meiner linken Seite und himmel mich ständig an". Wirklich alltagstauglich ist das meiner Meinung nach nicht, "Bei mir" reicht völlig aus und kann auch auf längeren Spaziergängen verlangt werden, da es nicht ein derartiges Ausmaß an Konzentration erfordert.



An dem Problem Deines Hundes mit Streß (Haareaufstellen) solltest Du gesondert arbeiten, am Anfang übst Du ja das "Bei mir" ablenkungsfrei bis -arm. Konfrontiere Deinen Hund mit Unbekanntem, Personen, Tieren, Situationen. Bleibe Du ruhig, souverän und stark und lebe ihm vor, dass Du Dich der Situation annimmst. Sei ihm eine Orientierungsperson. Aber gehe immer nur so weit in eine Situation hinein, an einen Menschen heran, wie er sich gerade noch wohlfühlt, und belohne ihn für seine Noch-Ruhe. Überfordere ihn nicht, mach keine "Zwangstherapie", lass ihn an Dir wachsen.

Und feile am Gehorsam, laste ihn geistig aus: Guter Gehorsam macht vieles wett und er verleiht Deinem Dobi Selbstbewusstsein ("ich werde belohnt, denn ich habe etwas gut gemacht").


Viel Geduld und Freude! :)

Liebe Grüße
 
P.S. Er muss Dich nicht anschauen beim "Bei mir" - da kann ihm langweilig werden wie er will, nur ziehen geht nicht!

P.P.S. Das Bellen sollte sich mit der Zeit legen, wenn nicht mehr alles so aufreibend ist und er sich eben an Deiner sprichwörtlichen Coolness orientiert. Ist aber auch eine eher bellfreudige Rasse...
 
vielen Dank erstmal. Ich werde versuchen, mich an die tipps zu halten. Allerdings ist mein Problem ja auch sein noch nicht ganzes Gewicht (jetzt wiegt er 28 Kilo) und wenn er zieht oder jemand uns entgegenkommt, muss ich jetzt schon etwas kämpfen. Das komische ist, wenn wir unter viel Menschen sind oder auch z.B. im Hundeshop - ist er ganz lieb und ihn interessieren die Leute und Gerüche überhaupt nicht.

mal sehen, was meine hundetrainerin nachher dazu sagt, denn ich will ihr eure tipps erzählen
 
".......laß ihn ziehen...."

ist vielleicht nicht immer zu "derhalten"...!?

Ich möchte die Andeutung "arbeite mit ihm am Gehorsam" sehr unterstreichen - und zwar mit positiver Verstärkung aber konsequent und fleißig. Dann bekommst Du zunehmend ein Mittel in die Hand, mit dem Du die Momente seiner Unsicherheit entschärfen kannst, indem Du ihm Sicherheit gibst durch die Zusammenarbeit mit Dir (es kann auch manchmal als Ablenkung eingesetzt werden...)
Und wie gesagt, es kann eine vorübergehende Phase sein.

Mein Hund war auch viel weniger schwierig bei vielen Leuten. Vielleicht bezieht er da sozusagen nicht so schnell etwas als Gefahr auf sich...

Alles Gute!

F-K
 
Hallo!

Und...was sagt die Trainerin? *neugierig bin*

(Gibt ja so einen Spruch - leicht abgewandelt: Zwei Hundeleute können sich nur in einem einig sein - dass ein Dritter unrecht hat :) )

LG
 
Hallo,
Habe einen Dobimischling ( 7 Monate) der das als ich ihn bekommen habe auch gemacht hat. Da war er 5 Monate alt.
Das Dauergebell ist verschwunden aber er ist halt Dobermanntypisch sehr sehr wachsam.
Ich glaube das an der Leine ziehen ist auch Dobermannart??!!
Ich habs mit mir selbst so vereinbart, das ich immer stehen bleibe und ihn zu mir zurück schicke. Dauert zwar ewig dann wo hin zu kommen, aber irgendwann hat der Hund ja evtl. keine Lust mehr ? (ich hoffe es).
 
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