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Transport Auf großer Fahrt - Heimtiere im Auto
Von Transportkäfige über Hundegurte bis zu Sicherheitsnetzen, der Handel bietet vieles, was den Transport von Tieren im Auto sicherer machen soll. Dient aber wirklich alles der Sicherheit?
Die rechtliche Seite
Eine Gurtpflicht für Hunde (wie etwa in Italien) besteht in Österreich nicht. Tiere fallen bei uns laut Verkehrsministerium unter die Ladungssicherungsvorschrift des Kraftfahrzeuggesetzes.
Und die besagt sinngemäß, dass Ladungen - und damit auch Tiere - so zu verwahren sind, dass eine sichere Fahrt nicht beeinträchtigt wird, und niemand gefährdet ist.
Die Verantwortung liegt bei uns
Das heißt also, wir Tierbesitzer müssen unsere Lieblinge so im Auto unterbringen, dass nach menschlichem Ermessen auch im Fall einer Vollbremsung oder gar eines Unfalls möglichst wenig passieren kann.
Die Praxis
Für Katzen heißt das in der Praxis, dass sie am besten in einem Transportkäfig untergebracht werden. Der sollte aber nicht frei stehen, sondern so transportiert werden, dass er auch bei Bremsmanövern an seinem Platz bleibt.
Selbiges gilt selbstverständlich auch für Kleintiere in ihren Käfigen.
Hunde müssen natürlich an einem Platz im Auto transportiert werden, an dem sie weder dem Fahrer in die Quere kommen können, noch selbst in Gefahr sind bestätigt auch Tierarzt Dr. Reinhard Kaun.
Auch kleine Hunde sind zu sichern
"Sehr bedenklich finde ich, was man auch immer wieder sieht: Kleine Hunde, die während der Fahrt beim Fahrer am Schoß sitzen. Das mag lieb und nett sein, und dem Hund durchaus Spaß machen, nur wenn ein Unfall passiert, ist der Hund der, der vom Airbag zerdrückt wird. Abgesehen davon wird der Fahrer sicher auch versicherungstechnische Probleme kriegen."
Pro und Contra Transportkäfige
Große Hunde werden oft in Transportkäfigen im Kofferraum untergebracht bestimmt eine sehr sichere Sache, wenn man daran denkt, dass einem selbst ein Auffahrunfall passieren könnte.
Sie haben aber auch Ihre Nachteile....
"Wenn ich daran denke, dass mir jemand auffährt, und der arme Hund sitzt da hinten in dem Transportkäfig drin, den ich nur über die Heckklappe öffnen kann, dann ist mir dieser Gedanke äußerst unangenehm."
Die ideale Transportmöglichkeit?
Die beste Transportmöglichkeit hängt also von vielen Faktoren ab: Vom Hund, vom Auto, und der Länge der Strecke zum Beispiel.
Eines ist aber in jedem Fall fix der Hund und die Katze müssen gut ans Autofahren gewöhnt werden, um Panikverhalten zu verhindern.
"Solange sie klein sind, soll der Besitzer oder die Besitzerin sie auf den Schoß nehmen, und auf der Rückbank Platz nehmen. Nach drei bis vier Mal wird fast jeder Hund gerne mitfahren: Es macht ihm Spaß, er sieht etwas, und er ist bei seinen Leuten, was ihm ja auch wichtig ist."
Appell an den Hausverstand
Um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen braucht man beim Transport von Heimtieren also vor allem Gefühl und Hausverstand.
Das gilt vor allem bei extremer Kälte im Winter und noch mehr bei Hitze im Sommer. Auch für das Warten lassen im Auto, erklärt Tierarzt Dr. Kaun:
"Die Sachen, die man immer wieder hört, dass irgendwo ein Pkw steht und ein Hund ist drinnen schon stundenlang, dann sind das ganz klarerweise Dinge, die unter den Paragraph 222 des Strafgesetzes fallen: Das ist Tierquälerei das Zufügen von unnötigen Qualen."