An die Zuchtexperten unter Euch!

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forintos

Guest
Wir haben gestern über Leihzucht diskutiert. Abgesehen davon, daß ich MEINE Hündin NIE im Leben zum Werfen aus der Hand geben würde und selbstverständlich die Welpen selbst großziehen würde.
Aber es gibt Züchter, die nehmen Hündinnen in die sogenannte Leihzucht. Wenn ihnen eine Hündin gut, toll und vielversprechend erscheint, dann wird der Besitzer gefragt, ob er damit einverstanden wäre. So weit so gut.

Angenommen (die Namen sind jetzt frei erfunden!!) die Hündin heißt "Puppi vom Schnüffeltal" und gehört mir. Nun will sie ein Züchter in Leihzucht haben und wir lassen sie mit dem Rüden "Don Pedro vom Wipfelwald" decken.
Dann nimmt dieser Züchter die Hündin zum Werfen zu sich. Die Welpen, die meine Hündin bekommt, tragen dann aber im Stammbaum den Zwingernamen des Züchters! Das heißt, der Züchter nimmt den nächsten Buchstaben und kann diesen Wurf als SEINEN Wurf mit SEINEM Züchternamen eintragen.
Das Geld für die Welpen kassiert auch der Züchter.

So, nun meine Fragen, weil ich bei dem System nicht durchblicke:
WAS hat ein Züchter für Vorteile, wenn er Hündinnen in Leihzucht nimmt?
Bekommt er das ganze Geld für die Welpen oder bekommt eigentlich der Besitzer der Hündin auch was?
Was macht das überhaupt für einen Sinn, den Wurf von 2 Fremdhunden als seinen eigenen eintragen zu lassen?
Macht ein Züchter das aus Prestigegründen oder sind es finanzielle Vorteile?

Kurz und gut: ich kapier einfach den Sinn dieser Sache nicht.
Kann mich da jemand schlauer machen bitte?

lg
Forintos
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht machen das Züchter die ihre eigenen Hündinnen mal ausrasten lassen möchten. Eine Hündin darf ja glaub ich nur 1x im Jahr werfen oder? Ja und wenn er dann vielleicht nicht so viele eigenen Hündinnen hat, leiht er sich eine aus. Glaube aber schon dass das meiste Geld dann für diesen Wurf der Züchter bekommt und nicht der Besitzer der Hündin. Ich glaub der bekommt nur das Geld dafür dass er seine Hündin zur Verfügung stellt. :confused:

lg Daniela
 
Es gibt schon Gründe für eine Zuchtmiete.
Es gibt Züchter, die können nur eine Hündin halten, und sind daher in ihren Zuchtmöglichkeiten begrenzt. Deshalb nehmen sie manchmal Hündinnen in Zuchtmiete.
Oft handelt es sich um Hündinnen aus der eigenen Zucht, die sie als Welpen verkauft haben.
Der Wurf muss nicht zwingend beim Züchter fallen, sondern kann auch beim Besitzer der Hündin fallen, der als Aufzüchter gilt.
Der Wurf geht aber trotzdem auf den Namen des Züchters, was auch durchaus Sinn macht, da er ja sowohl die Hündin als auch den Rüden für diesen Wurf ausgesucht hat, und für das Ergebnis einstehen muss.
Als Züchter versucht man ja, sich einen Namen zu machen, als jemand, der Hunde züchtet, die dem Rassebild besonders entsprechen, bzw. z.B. über besondere Eigenschaften (Gebrauchshundezucht) verfügen.
Viele Besitzer einer guten Hündin machen ihre Würfe auf den Namen eines bekannten Züchters, weil die sich bereits einen guten Namen gemacht haben, entsprechende Anfragen haben, und die Welpen besser verkaufen können.
Es gibt auch Hündinnenbesitzer, die einen Nachkommen ihrer Hündin wollen, aber keine Zuchtmöglichkeit haben, und die Hündin deshalb in Zuchtmiete abgeben.
Die finanzielle Regelung obliegt den Beteiligten.
Beim Schäferhundeverein muss diesem eine Zuchtmietvertrag, der die Modalitäten regelt, sowie eine schriftliche Übertragung des Züchterrechts vorgelegt werden.
Das deshalb, damit es später nicht zu Streitereien kommt.
In der Regel macht man halbe/halbe, sowohl bei den Kosten, als auch beim Gewinn. Damit ist man unabhängig von der Wurfstärke, was ein Vorteil gegenüber einer Regelung wie z.B. 3 Welpen ist.
Wenn der Züchter nur seinen Namen hergibt, und den Deckpartner aussucht, bekommt er dafür meist einen Welpen.
Aber wie gesagt, dafür gibts keine Vorschriften, das wird individuell geregelt.
 
Watzmann schrieb:
Es gibt schon Gründe für eine Zuchtmiete.
Es gibt Züchter, die können nur eine Hündin halten, und sind daher in ihren Zuchtmöglichkeiten begrenzt. Deshalb nehmen sie manchmal Hündinnen in Zuchtmiete.
Oft handelt es sich um Hündinnen aus der eigenen Zucht, die sie als Welpen verkauft haben.
Der Wurf muss nicht zwingend beim Züchter fallen, sondern kann auch beim Besitzer der Hündin fallen, der als Aufzüchter gilt.
Der Wurf geht aber trotzdem auf den Namen des Züchters, was auch durchaus Sinn macht, da er ja sowohl die Hündin als auch den Rüden für diesen Wurf ausgesucht hat, und für das Ergebnis einstehen muss.
Als Züchter versucht man ja, sich einen Namen zu machen, als jemand, der Hunde züchtet, die dem Rassebild besonders entsprechen, bzw. z.B. über besondere Eigenschaften (Gebrauchshundezucht) verfügen.
Viele Besitzer einer guten Hündin machen ihre Würfe auf den Namen eines bekannten Züchters, weil die sich bereits einen guten Namen gemacht haben, entsprechende Anfragen haben, und die Welpen besser verkaufen können.
Es gibt auch Hündinnenbesitzer, die einen Nachkommen ihrer Hündin wollen, aber keine Zuchtmöglichkeit haben, und die Hündin deshalb in Zuchtmiete abgeben.
Die finanzielle Regelung obliegt den Beteiligten.
Beim Schäferhundeverein muss diesem eine Zuchtmietvertrag, der die Modalitäten regelt, sowie eine schriftliche Übertragung des Züchterrechts vorgelegt werden.
Das deshalb, damit es später nicht zu Streitereien kommt.
In der Regel macht man halbe/halbe, sowohl bei den Kosten, als auch beim Gewinn. Damit ist man unabhängig von der Wurfstärke, was ein Vorteil gegenüber einer Regelung wie z.B. 3 Welpen ist.
Wenn der Züchter nur seinen Namen hergibt, und den Deckpartner aussucht, bekommt er dafür meist einen Welpen.
Aber wie gesagt, dafür gibts keine Vorschriften, das wird individuell geregelt.

Also bin ich ja gar nicht so arg daneben gelegen. :D

lg Daniela
 
@Forintos!

Was Du beschreibst, kenne ich als sogenannte "Zuchtmiete".

Es gibt verschiedene Gründe warum ein Besitzer einer Rassehündin nicht selber züchten kann oder will. Z.B. kein Platz, keine Zeit, keine Ahnung von der Materie...;) .

Möglicherweise will der Hündinnenbesitzer aber trotzdem Welpen, weil er und/oder der Züchter glauben, daß die Hündin so tolle Anlagen mitbringt oder so schön ist, daß diese das weitervererben sollte. :) Oder einer der beiden will selbst einen Welpen von dieser Hündin. Prinzipiell gilt ja: je mehr Tiere in der Zucht sind, desto breiter wird der Genpool, was wiederum der ganzen Rasse zu Gute kommt.

Üblicherweise hat in so einem Fall der Hündinnenbesitzer keinen eigenen Zwingernamen bzw. ist der Zwingername des Züchters ja meist bekannter und daher werbewirksamer. :D

Der Züchter wird für seine Bemühungen entlohnt (Geld, Welpe(n)), behält aber normalerweise nicht den ganzen Reibach (sonst hätte das Ganze für den Besitzer der Hündin ja wenig Zweck). Ausnahmen wird's wohl - wie überall - geben. ;)

LG, Andy
 
Hi,

ich kenne viele Fälle von "Zuchtrechtsabtretungen" und ebensoviele Gründe, das zu machen. Die meisten davon sind ohnehin schon genannt worden.

Weitere Gründe können auch sein:
Ein Züchter hat sich aus einem Wurf eine Hündin behalten, diese kann aber aus div. Gründen keine Welpen bekommen. Um aber eine (Linien)zucht nicht zu unterbrechen bzw. das vorhandene Gen-Potential (Ahnen) nicht zu verlieren nimmt der Züchter dann z. B. aus diesem Wurf eine Schwester seiner Hündin.

Oder der Züchter überlässt einem Welpenkäufer (z. B. gut befreundet) die erste Wahl bei den Hündinnen unter der Voraussetzung, dass der Züchter im Falle, dass sich die Hündin excellent entwickelt oder einem ganz bestimmten Typ entspricht, das Zuchtrecht behält.

Für ÖKV-Hunde ist das im § 3 der "Zucht- und Eintragungsbestimmungen" des ÖKV geregelt und heisst "Zuchtrechtsabtretung"

http://www.oekv.at/OEKV/Downloads/ZEO2005.pdf

(soweit der Rassehundverein keine darüber hinausgehenden Bestimmungen erlassen hat).

Inge
 
@ alle ;)

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten! Jetzt bin ich schon ein bißl schlauer. Ich kenne nämlich einen Fall, da gehörte die Hündin Frau XY. Diese Hündin wurde von einem Rüden aus Deutschland gedeckt, beide Elternteile waren also nicht aus der Zucht. Frau XY hat dann ihre Hündin zu einem Züchter in Zuchtmiete gegeben und dieser Wurf von 8 Welpen trug dann den Zwingernamen des Züchters.
Daher meine Verwirrung ;)
Bei einer Hündin aus Eigenzucht würde ich das verstehen, aber bei 2 völlig fremden Hunden?
Na gut, danke Euch, wieder was gelernt :D

lg
Forintos
 
Ich versteh ja die Gründe des Züchters, aber als Besitzer könnt ich mir das nie vorstellen, das ich meinen Hund ein paar Monate abgebe. In den Fällen, die ich kenne, zahlt man weniger für den Hund, muss ihn aber dem Züchter "zurückgeben", wenn er einen Wurf mit ihr machen will.

Das würd ich ja nie und nimmer aushalten, einfach so den Hund abgeben... :rolleyes:
 
Ich habe das bei meinem Rüden auch so ähnlich gemacht. Er war für 4 Tage bei einem Züchter um dessen Hündin zu decken. Als Gegenleistung habe ich einen Welpen meiner Wahl bekommen.
 
Hallo !
Ich bin kein Zuchtexperte, aber ich hab mich auch mal darüber erkundigt, weil ich das Wort gehört habe, aber nicht den Sinn verstanden habe. Und da ich eine Züchterin kenne hab ich die mal gefragt.
Sorry, die Erklärung wird ein bisserl länger, also nicht übelnehmen !
Also:
Außer den Gründen die schon erwähnt wurden, könnte auch ein Grund sein, dass sich der Züchter z.B. eine Hündin aus seinem Wurf aussucht, die als Baby die besten Anlagen zeigt oder besonders schön ist, besondere Eigenschaften oder Eigenheiten hat, die aber später z.B. bei den Hüften schlechtere Werte hat als z.B. die Schwester aus diesem Wurf, oder die vielleicht sogar gar keine Jungen bekommen kann, usw. ....
Frau XY hat eben die Schwester aus diesem Wurf und die hat bessere Hüftergebnisse, oder ähnliches, hat sich beim Fell oder bei der Zeichnung des Felles auch noch schöner entwickelt, als es vorher ausgesehen hat, hat besondere Rasseeigenschaften die sie von den anderen Hunden aus dem Wurf hervorheben, usw. ...
Deshalb könnte der Züchter dann den Vorschlag machen, dass eben die Schwester zur Zucht genommen wird, natürlich nur wenn der Besitzer auch einverstanden ist. Wegen Weitervererbung der beseren Hüften, des besonders schönen Felles, irgendwelcher ganz besonderen Merkmalen, ...
Der Welpenkäufer erhält dann den Kaufpreis des Welpen komplett zurück,
weil er ja dafür den Hund zur Verfgung stellt.
Das weiss ich von einer Züchterin die ich kenne. Weil wenn man den Welpen sieht und auch schon aussucht, kann man nicht schon sofort erkennen, was aus ihm mal werden wird, wie der Welpe sich entwickelt und welche Rassemerkmale er besonders ausgeprägt bekommen wird. Das merkt man eben erst im Laufe der Zeit, bis der Hund erwachsen ist. So ist es mir eben erklärt worden.

Ich muss sagen, ich finde auch nicht wirklich etwas Schlechtes dabei.

Oft ist es ja wirklich so.
Man möchte einen Hund. Entscheidet sich für eine bestimmte Rasse. Auf der Suche danach kommt man zu einem Züchter, bei dem alles stimmt, und bei dem man sich schliesslich seinen Welpen aussucht.
Und ein paar Jahre später möchte man einen zweiten Hund. Und weil eben der eigene Hund besondere Rassemerkmale hat oder besonders schön ist, usw. möchte man wieder bei dieser Rasse bleiben.
Als Privatperson hat man aber kaum die Möglichkeit den Wurf ordentlich aufzuziehen, zumindest fehlt einem die Fachkenntnis usw.
Der Züchter kann einem da viele Tipps usw. geben, aber er hat die Routine und sicher schon einige Würfe gehabt, hat sie super aufgezogen und sozialisiert. Man hat sich selbst ja eben aus den verschiedensten Gründen für einen Hund von diesem Züchter entschieden und sicher auch gute Erfahrungen damit gemacht. Also wird man bei diesem Züchter bleiben. Der sucht den Deckrüden aus, macht die ganzen Untersuchungen und zieht die Jungen richtig auf. Und man hat eben aus diesem Wurf mit dem eigenen Hund die Möglichkeit sich wieder einen Welpen auszusuchen, und der Züchter wird sicher auch einen Welpen behalten wollen. Auch bei der Suche nach neuen Hundebesitzern tut sich der Züchter leichter. Weil er ja schon bekannt ist.

So, das war nun ein bisserl viel. Aber ich hoffe, ich hab das irgendwie erklären können, so wie es mir erklärt wurde.
Ich hoffe, ich hab das jetzt nicht irgendwie zu kompliziert gemacht ?
Liebe Grüße,
Sunny
:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sunflower schrieb:
Hallo !
...
Deshalb könnte der Züchter dann den Vorschlag machen, dass eben die Schwester zur Zucht genommen wird. Wegen Weitervererbung der beseren Hüften, des besonders schönen Felles, irgendwelcher ganz besonderen Merkmalen, ...

Ähm, toll! :mad:
Wenn die Hündin schlechte Hüften hat und auch sonst "Fehler", dann ist es super, mit der Schwester zu züchten, weil die hat die Anlagen ja bestimmt nicht... :(
 
AtrejuBrdc schrieb:
Ähm, toll! :mad:
Wenn die Hündin schlechte Hüften hat und auch sonst "Fehler", dann ist es super, mit der Schwester zu züchten, weil die hat die Anlagen ja bestimmt nicht... :(

Mit schlechteren Hüften hab ich nicht gemeint dass sie ganz schlimme HD haben muss, sondern eben nur "schlechtere" Hüften als z.B. die Schwester, beide können aber Hüftwerte haben, die zum Züchten in Ordnung sind.
Und ich hab nicht gesagt Fehler, aber es gibt ja Eigenschaften von Rassen die besonders Rassetypisch sind. Der eine Hund hat mehr davon, der andere weniger. Das müssen ja nicht gleich Fehler sein, wie Du es meinst.

Sorry wenn Du mich falsch verstanden hast.

Und im übrigen hab ichs nur so erklärt, wie ich es gehört habe.
Ich bin kein Züchter !!!!
LG
Sunny
:)
 
Ach ja, und ausserdem sind das ja nur Beispiele, was alles für Gründe sein können.
Und wenn z.B. die Hündin vom Züchter gar keine Jungen bekommen kann, weiss er das ja auch vorher nicht.


Und was ich noch persönlich sagen möchte:
Wenn ich einen Hund hätte, würde ich mir auch nicht vorstellen können, dass ich ihn für einige Wochen bzw. Monate hergeben könnte.
Für mich käme das nicht in Frage.

LG
Sunny
:)
 
Ich kann mir auch nicht vorstellen dass es für eine Hündin gut ist für 2 Monate woanderst leben zu müssen. 4 Tage, so wie es bei meinem Rüden der Fall war find ich nicht schlimm.
 
Ich glaubs auch nicht - wenn ich mir vorstell ich müsste meinen Hund für so lange Zeit hergeben ? Das halte ich ja gar nicht aus ! Ich würde sicher 100 mal am Tag anrufen und fragen wie es ihr geht usw.
Dort ist alles ganz anders als Zuhause. So Fremd eben. Sicher ist das der Platz wo sie aufgewachsen ist, sie kennt ja den Züchter und die Hunde dort. Aber ob sie sich da eingewöhnen kann ?
Oder gewöhnt sie sich dort schnell ein und wenn sie wieder zuhause ist - kann sie sich dann wieder umgewöhnen ?

Naja, das wär halt nix für mich.

LG
Sunny
:)
 
Sunflower schrieb:
Ich glaubs auch nicht - wenn ich mir vorstell ich müsste meinen Hund für so lange Zeit hergeben ? Das halte ich ja gar nicht aus ! Ich würde sicher 100 mal am Tag anrufen und fragen wie es ihr geht usw.
Dort ist alles ganz anders als Zuhause. So Fremd eben. Sicher ist das der Platz wo sie aufgewachsen ist, sie kennt ja den Züchter und die Hunde dort. Aber ob sie sich da eingewöhnen kann ?
Oder gewöhnt sie sich dort schnell ein und wenn sie wieder zuhause ist - kann sie sich dann wieder umgewöhnen ?

Naja, das wär halt nix für mich.

LG
Sunny
:)

Für mich auch nicht. Aber für 4 Tage würde ich meinen Rüden jederzeit wieder "vermieten". :D
 
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