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    Anonym
    Inaktiv

    Der Veterinär warnt:
    Nur unter verschärften Einreisebestimmungen!
    Zwei Frauen, zwei zugehörige Hunde und ein kleines Auto wollen Urlaub machen. Ausgerechnet in Grossbritannien.
    Doch! Das muss! Dachten wir…

    Wenn Hunde reisen
    Uns schweben hügelige Landschaften für stundenlange Hundespaziergänge, gern auch an gischtgepeitschter Küste im Rosamunde- Pilcher-Land vor, bei mildem Sonnenschein, alternativ bei Nebel und Nieselregen. Bekucken und Bestaunen von Burgen und Landsitzen, Trümmern und Ruinen…
    Was man halt so in fortgeschrittenem Alter im Urlaub macht…

    Strategisch günstig gibt es einige Anlaufstellen in Form lieber Leute mitsamt Pauschal-Einladung, ansonsten ist Bed-and-Breakfast angedacht und wenn sonst gar nix geht, dann auch das Zwei-Frau-Zelt auf Bauers Wiese.

    Bekannt war, dass Grossbritannien die Einreisebestimmungen für die Wauzis drastisch gelockert hat: die monatelange Quarantäne entfällt und wurde ersetzt durch ein zeit- und kostenintensives Impfverfahren, wobei es hauptsächlich um den Nachweis des Tollwutschutzes geht. Ein halbes Jahr ist hierfür einzukalkulieren, was mich dann vor drei Wochen zum heimischen Tierarzt trieb, das liebe Hundetier Grossbritannien-tauglich zu tunen.

    Er erklärte noch mal:
    Impfen, nach vier Wochen Blutprobe für das Labor zwecks Feststellung des Titers, kurz vor Abreise noch eine Untersuchung, Wurmkur, was so anfällt. Was bleibt mir übrig, als in den sauren Apfel zu beissen, während ich mich wundere, wo wohl der Titer der bisherigen Impfungen abgeblieben sein könnte…

    Der freundliche Veterinär begutachtete und impfte also meine Süsse und wiegte bedenklich den Kopf, während er mich darauf aufmerksam machte, dass es in und von Grossbritannien zwar keine Hundelisten, wie hier bekannt, gäbe, aber „dangerous dogs“ von der Einreise per se ausgeschlossen sind.
    Was aber jetzt ist ein „dangerous dog“?
    Namentlich genannt werden die Rassen Pitbull, Fila Brasileiro, Dogo Argentino und Japanese Tosa und ausdrücklich wird von Typen gesprochen, nicht von Rassen.

    Toll!!!
    Hat nämlich zur Folge, dass es dem Ermessen des einzelnen Zöllner -oder wer auch immer für die Einreise zuständig sein könnte- liegt, zu beurteilen, ob Hund „typmässig“ den Vorgaben entspricht.
    Und ja, ich muss zugeben, denk ich mir die Süsse weissgefärbt, ist die Ähnlichkeit mit einer netten Argentinierin unverkennbar.
    Was nicht wundert, gehört sie, wie Filas, Dogos, aber auch Mastiffs, Boerboels, Mastinos, Bordeaux-Doggen und andere Rassen auch, der Gruppe der Molosser an, die sich insgesamt durch eine gewisse Grösse und schweren Körperbau auszeichnet.

    Der nette Tierarzt empfiehlt, um das Risiko zu vermeiden, an der Grenze abgewiesen zu werden, genauere Informationen beim britischen Konsulat zu erfragen und evtl. im Vorfeld von dort eine Genehmigung zur Einreise -abgeleistetes Impfprocedere vorausgesetzt- zu erhalten.

    Ich fand die Idee hervorragend vom Konsulat eine Art Visa für das Tier zu bekommen und machte mich an die Arbeit. Der nette Sprachcomputer (grrrr…) liess mir die Wahl zwischen englischer und deutscher Sprache, verwies dann auf die Möglichkeit der Nutzung des eigenen Call-Centers (Bitte halten Sie Ihre Credit-Karte bereit, da ein Anruf dort 15 US-Dollar wert ist – Dollar…???), alternativ auf die Warteschleife, wenn man sich partout nicht abwimmeln lassen will.

    Wollte ich nicht und irgendwann sprach ich dann mit einer freundlichen Dame, schilderte mein Problem, war willens ihr Photos, Wesenstest samt zugehörigem Negativgutachten, den meine Maus schon vor unserer gemeinsamen Zeit mit Bravour absolviert hat, Impfunterlagen, Grössen- und Gewichtsangaben vorzulegen, mit der Süssen persönlich vorstellig zu werden und sah vor meinem inneren Auge einen gütigen Botschafter, der dem lieben Tier den Kopf tätschelte und mir entsprechende Unterlagen aushändigte.
    Sollte mal so ein schlechtgelaunter Zöllner kommen…

    Aber die freundliche Dame konnte auch nicht weiterhelfen, verglich meine Angaben mit dem Gesetzestext, konnte meine Bedenken nachvollziehen und verwies mich an das britische Agrar- und Landwirtschaftsministerium, die Zuständigkeit signalisiert hätten.

    Tja, die Telefonnummer hab ich mal weitergereicht in der Hoffnung, von dort einen hilfreichen und aussagekräftigen Bescheid zu erhalten und harre…
    Inzwischen wäre ich fast schon froh über einen negativen, dann kann ich mir diese wirklich teuren Untersuchungen ersparen.

    Hmmm… Gerade nochmal die Bestimmung, insbesondere die Abschlussbestimmung durchgelesen, die bei Zweifeln empfiehlt, Abstand von der Einreise zu nehmen und nachdrücklich die Konsequenzen auflistet.

    Um also wieder auf die Ausgangsfrage im Titel zurückzukommen:
    Mit meinem wohl eher nicht…

    Läuft dann halt auf Hundespass an der Nordsee raus…
    09.11.07
    http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::251554&hxmain_category=pjsub::opinio::/reisen_ausflug/reiseberichte/europa/grossbritannien

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