• Dieses Thema hat 10 Antworten und 7 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 11 Jahre von Anonym.
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  • #16114
    Anonym
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    “Einen Folterer hat man ihn genannt. Einen Verbrecher. Einen Perversen. Man hat ihm öffentlich gedroht, seinen kleinen Sohn zu entführen und als Versuchstier einzusetzen. Seine Familie steht regelmäßig unter Polizeischutz.
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    Andreas Kreiter ist ordentlicher Professor in Bremen. Er führt Versuche mit Halbaffen durch. Was er tut, ist behördlich genehmigt. Kreiter betreibt Grundlagenforschung. Vielleicht, so hofft er, kann seine Arbeit einmal dazu beitragen, Epilepsie oder Demenz besser zu verstehen. Vielleicht. Bei Grundlagenforschung weiß man das nie so genau.

    Für einige seiner Kritiker ist Kreiter schlicht das Böse. Der Streit um seine Versuche währt seit Jahren. Er verliert sich tief im Detail und ist doch sehr grundsätzlich: Ist es unbedenklich, Elektroden in ein Gehirn zu stechen, wenn dies keine Schmerzen verursacht? Ist es zumutbar, wenn die Affen nichts zu trinken bekommen, damit sie für ihre Mitarbeit nach Belohnung in Form von Apfelsaft dürsten? Oder ist das alles zu viel Qual für zu wenig Erkenntnis?

    Der Streit steht exemplarisch dafür, wie in Deutschland über Tierschutz nachgedacht wird. Tierversuche werden erbittert bekämpft. Dabei finden sie unter streng kontrollierten Bedingungen statt. Manchmal scheint es, als würde dieser Krieg stellvertretend geführt – wegen unser aller Unbehagen im Umgang mit dem Tier.

    Der Kasus Kreiter liefert die idealen Bilder: Affen, die mit großen Augen in die Kamera schauen. Steckt nicht ein gerüttelt Maß Mensch in ihnen? Er zeigt einen nicht allein mit Nützlichkeitserwägungen aufzulösenden Konflikt, den zwischen der Würde der Kreatur und der Suche nach Erkenntnis. Dürfen dafür Tiere leiden? Er beschwört große Fragen herauf. Nach der Heiligkeit von Zweck und Mitteln. Nach Personalität und Würde. Nach dem Trennenden zwischen Mensch und Tier.

    Jahrzehntelang hat die Tierrechtsbewegung jene Unterscheidung infrage gestellt, die das Tier zum Gegenstand erklärte: käuflich, nutzbar, seelenlos. Argumente lieferte die Forschung, sie hat die Sonderstellung des Homo sapiens demontiert. Haben wir allein ein Bewusstsein? Weit gefehlt. Selbstlosigkeit, Mitgefühl und Hinterlist, Strategie und Sprache: Welches Merkmal man sich auch vornimmt, die Grenze verläuft niemals trennscharf zwischen Mensch und Tier. Also sind auch die Rechte von Tieren in ihrer Empfindsamkeit begründet, in der Art ihrer Wahrnehmung, in ihrer Intelligenz. Tiere zu schützen ist kein gnädiger Akt, sondern ein Gebot der Natur.

    Bewusst machen wir uns das nur selten, wenn wir nämlich ausnahmsweise hinsehen. Vielleicht ist der Streit um die Bremer Affen auch deshalb so heftig, weil er in Wahrheit nicht zum Ziel führt, sondern ablenkt. Ablenkt vom Alltag. Tiere mögen Rechte haben, doch ihre Qual nehmen viele Menschen Tag für Tag gedankenlos in Kauf.
    [B]Gegen Tierversuche wettern auch jene, die sich von den Stupsnasen ihrer Rassehunde entzücken lassen und dabei vergessen, dass die über Generationen herangezüchtete Kurzköpfigkeit den Tieren das Atmen schwer macht, dass sie eine Qualzüchtung Gassi führen. Ob Freunde des Pferdesports wissen wollen, wie grausam manche Springer und Galopper trainiert werden? Fragen sich Zoobesucher, wie artgerecht die Exoten direkt vor ihren Augen leben? Affen im Labor rufen unsere Abscheu hervor. Zoo-Eisbären wie Knut (Berlin), Flocke (Nürnberg) oder Wilbär (Stuttgart) sorgen hingegen für nationales Entzücken – solange sie unserem zutiefst menschlichen Kindchenschema entsprechen. Gegen diese Gefühlsduselei sind Kritiker chancenlos, wenn sie mahnen, dass in Gefangenschaft verhätschelten Raubtieren schwere Verhaltensstörungen drohen. Auch gegen niedliche Möpse haben wir nichts einzuwenden. Vor vermutlich 14.000 Jahren hat der Mensch den Wolf domestiziert, den Hund aus ihm gezüchtet. Seither ist er Jagdwerkzeug, Nahrungsquelle, Wächter, Spielzeug für das Kind – und immer mehr bloße Zierde. Resultate dieser Entwicklung sind pittoreske Kreaturen, die kaum gehen, gucken und atmen können. Motorische und geistige Krüppel sind in den Straßen zu bewundern: fettsüchtige Sabberpumpen, beißwütige Terrier oder unterzuckerte, herzkranke Mini-Chihuahuas mit deformierten Köpfen. Der wegen hängender Ohren und trauriger Augen von Kindern besonders geliebte Basset neigt als genetischer Krüppel nicht nur zu Zwergwuchs, Scheinschwangerschaft, Harnsteinbildung und Arthrose. Häufig leidet er auch an grünem Star, Bindehautentzündung und Leistenbruch. Im Winter bescheren ihm die Stummelbeine Hodensack- und Vorhauterfrierungen. Manchem Shar Pei im faltigen Pelz, manchem Cavalier King Charles Spaniel (das Hirn eingepfercht im zu engen Schädel) mag man da wünschen: Wärst du doch Wolf geblieben! [/B]

    Der vermeintliche Hundefreund nimmt am Leid seines Schützlings genauso selten Anstoß wie der durchschnittliche Fleischesser am Schicksal seines Eiweißlieferanten. Die meisten greifen am liebsten nach Schnitzeln zu Schleuderpreisen. Durchschnittlich 88,4 Kilogramm Fleisch verbraucht jeder Bundesbürger im Jahr. Nicht alles davon essen die Deutschen selbst, einiges verfüttern sie gleich weiter. 2,6 Milliarden Euro geben sie jährlich für Tierfutter aus, das meiste davon, um ihre 5,5 Millionen Hunde und 8,2 Millionen Katzen satt zu kriegen.

    Wir lieben und essen sie, unsere Tiere. Dass das in ihrem Alltag viel Grausamkeit bedeuten kann, wird uns erst bewusst, wenn wir wieder einmal mit Bildern eines Tierhaltungs- oder Schlachtskandals konfrontiert werden.”

    (-> den Rest des Artikels findet ihr auf [URL=http://www.zeit.de/2010/15/Affen-Tierschutz?page=3]Zeit.de[/URL])

    Wie immer fände ich es interessant eure Meinung zum Artikel zu lesen. Wo fängt bei euch Tierschutz an? Was haltet ihr von Hunderassen, die sich ohne menschliche Hilfe nicht einmal fortpflanzen können?
    Geht ihr in den Zoo?

    Fragen über Fragen – hoffe es entsteht eine produktive und interessante Diskussion 🙂

    #57976
    Anonym
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    ok, ich versuchs mal:
    Ich vermeide möglichst alles, was in irgendeiner Form mit Tierquälerei oder -versuchen zu tun hat oder haben könnte. Ich gehe nicht in den Zirkus, nicht in den Zoo, ich bin kein Fleischesser ( aber nicht wegen des Tierschutzes, nur eben nützlich in diesem Fall, sosnt hätt ich es mir wahrscheinlich abgewöhnt), Eier ess ich am Wochenende (Bio), ich benutze keine extravaganten Cremes oder SEifen (weiß aber nicht, ob meine tierversuchsfrei sind), Shampoo und Spülung sind definitiv tv-frei….hm, mein Hund ist eine relativ ursprüngliche Rasse (nachdem er zusammengemixt wurde ;)) – ok, ich habe eine Perserkatze, die allerdings aus Hobby”zucht” ohne diese Extremübertreibungen. Tja, das alles hat sich aber nicht explizit des Tierschutzes wegen ergeben, sondern aus logischen Überlegungen. Im Allgemeinen empfinde ich das Wesen Mensch eher als störend, überflüssig und selbstverherrlichend. Ich umgebe mich gern mit Leuten, die nicht oberflächlich sind, die gern (nach)denken und nicht unbedacht ihre Meinung hinausposaunen, um sie hinterher zurückzunehmen und nach dem jeweiligen Wind zu hängen. Solche speziellen Züchter bspw. sind mir ein Gräuel…aber villt auch, weil ich anderes Schönheitsideal habe als diese und deren Kunden.
    Was die Forschung angeht: Ich weiß nicht genau, ob es auch ohne Tiere geht oder ob es nur der einfachere Weg ist o.ä. Ich wünschte mir, es ginge ohne, wie auch Fleischlieferungen ohne Extrembedingungen usw. Ich bin ja Barfer, aber ich denke nicht, dass unseretwegen ganze Kühe oder Lämmer angekarrt werden, Hundefleisch sind normalerweise eher die nicht verwertbaren Abfälle. Lasse mich da aber auch eines besseren belehren.
    So, villt fällt mir ja noch was ein…bis dahin, schüssi

    #57979
    Anonym
    Inaktiv

    Also wo fange ich an….
    Kann so viel zu dem Thema sagen. Habe mit Tierschützern bis jetzt nur schlechte Erfahrungen gemacht.
    Zu den Affenversuchen kann ich sagen da ich ja in Bremen wohne habe ich auch fleißig Unterschriften gesammelt und dadurch wurde wenigstens ein zeitweiser Stop erreicht. Ich finde diese Forschung muß nicht sein. Warum wollen die Menschen bloß immer alles heilen?
    Man sollte mal akzeptieren daß die Schwachen, Kranken und Alten eben sterben. So ist das Leben.
    Ich gehe auch in Zoos und finde es auch nicht schlimm. Ich denke wenn es keine Zoos und Tierparks geben würde wären noch viel mehr Tierarten ausgerottet. Ich sage extra ausgerottet, von wegen die Tiere würden aussterben, es ist ja eher so das der Mensch die Tiere ausrottet. Traurig, aber solange der Mensch sich immer weiter vermehrt und ausbreitet ist es realistisch gesehen ja nicht anders möglich. Ist halt nicht genug Platz für alle da.
    Zum Thema Nutztiere kann ich nur sagen es wäre wünschenswert, aber praktisch einfach nicht machbar die Tiere artgerecht zu halten. Man muß einfach Kompromisse machen und mit bio kriegt man eben nicht alle satt. Ich möchte nicht auf mein Fleisch verzichten. Als Mensch bin ich Allesfresser und ich esse was ich will wann ich will. Nehme da nicht so viel Rücksicht auf die Tiere oder das Klima. Bin der Meinung die Menschen zerstören auf lange Sicht sowieso ihren Lebensraum, also ist es auch egal was ich mache.
    Ich lebe in einer Indutrienation, bin froh darüber und würde nicht auf die Vorzüge die wir hier genießen freiwillig verzichten. Man muß die Tiere nicht unnötig quälen bevor man sie schlachtet, aber ich denke wir haben es in Deutschland schon ganz gut geregelt. Klar schwarze Schafe gibt es immer, da kann man aber auch nichts dran ändern.

    Gegen die Rassehundezucht kann ich ja nun nicht sein. Habe ja zwei Rassehunde und würde mir auch immer wieder welche holen. Ich finde aber das einige Rassen echte Qualzuchten sind und man entweder zu einem normalen Rassestandert kommen muß oder es ganz sein lassen sollte. Im Ernst wer braucht denn diese vielen verschiedenen Rassen? Keiner.
    Diese Perversität zur Übertreibung gibt es aber nicht nur bei den Hunden, auch ander Tiere wurden so verändert das sie nicht mehr normal leben können.
    Ich bezweifele das dies grundsätzlich zu ändern ist. Der Mensch ist einfach gestört.

    Warum muß man jedes Tier zu Hause haben und sei es noch so exotisch?
    Die ganzen Fische die täglich in den Aquarien sterben…wer denkt mal daran? Die Leute gehen einfach los und holen sich neue. Und nicht nur Fische. Da werden alle möglichen Tiere aus Unwissenheit getötet und man geht in einen Zooladen oder auf eine Tierbörse und holt sich Nachschub. Ich finde daran sollte sich mal was ändern. Warum werden Tiere im Allgemeinen als Wegwerfartikel angesehen?

    Egal wie man es dreht oder worüber man nachdenkt es läuft alles daruf hinaus das der Mensch das Problem ist. Solange es Menschen gibt werden Tiere leiden.

    Mein Teil für den Tierschutz besteht darin den Tieren die ich halten und gehalten habe ein möglichst artgerechtes Leben zu bieten. Denke das ist schon mal viel wert.

    #58026
    Anonym
    Inaktiv

    Salü.

    Bombenartikel (der ganze aus der ZEIT).

    Sind ja einige Themen ineinander.

    Zu Kreiter und den Versuchen an Affen fällt mir eine Menge ein.
    Erstmal – was bringt es wenn ihm verbauten wird in Bremen unter stark reglementierten und kontrollierten Bedingungen seine Grundlagenforschung zum Gehirn durchzuführen?
    Ich denke nichts Gutes.
    Gemacht wird es eh, weil die Menschheit danach schreit das die Ärzte jedes Leiden heilen/verhindern können. Zumindest immer dann wenn der Einzelne selbst betroffen ist. ist er das nicht, oder solange er das nicht ist – ist die Forschung natürlich *unnütz, überflüssig und zu verachten*. Aber immer wenn der Einzelne selbst betroffen ist sagt er sowas wie *warum hat Mensch das noch nicht genauer erforscht*?

    Von daher ist es scheinheilig die Forschung zu verurteilen, solange sie in kontrolliert vertretbaren Rahmen stattfindet.

    Stattfinden tut sie eh. Wenn nicht in Bremen, dann vielleicht in Kalkutta, Rumänien oder Tansania – unter sehr wahrscheinlich, sehr viel schlechteren Rahmenbedingungen für die Tiere. Von daher – so what.

    Und allgemein zu Tierversuchen – warum ist der Mensch idR. so was von dumm, als das er am Affen das verurteilt was er Milliarden von Laborratten Tag für Tag zumutet?

    Sicher ist es ein unterschied in der Entwicklung der Tiere – aber – geht es den Ratten dadurch besser? Leiden sie weniger als die Affen?

    Und – wer gegen Tierversuche (aus medizinischen Forschungsgesictspunkten ist) – der stelle sich doch bitte einfach selbst zur Verfügung 😉

    Wie sinnlos der Tot eines Tieres als Opfer für den Menschen ist, ist meiner Meinung nach stark relativ.
    Was ist euch lieber – Euer Sohn fährt als Matrose im Wehdienst auf einer deutschen Fregatte. Soll die Fregatte im Einsatz lieber selbst gegen eine Seemine fahren und diese auslösen wobei sagen wir mal 100 Menschen umkommen, oder ist es vertretbar das die Marine Seehunde ausbildet welche Seeminen suchen und diese selbstaufopfernt zur Sprengung bringen, bevor die Fregatte mit Eurem Sohn an Bord auf die Seemine trifft?

    Das selbe Gedankenmodel setzte ich auch auf medizinische Tierversuche an.
    Was ist euch lieber – wenn der Neurochirurg seine *Öperationserfahrung* am offenem Hirn eures Neugebohrenen Kindes mit Hirntomur selber macht – oder wenn er sie vorher im Versuch an Affen gesammelt hat?

    Das ist halt eine ethisch moralische Frage die ich persönlich rein für mich ganz klar damit beantworte, dass es dem Wohle des Wesens Mensch dienen kann, wenn Tiere geopfert werden um Menschen zu schonen.

    Aber ich lasse da natürlich jedem seine eigene ethische Moralvorstellung!

    Zu den Rassehunden.
    Da erlebt Mensch halt regelmässig wieder Leute die mit ihrem Rassehund auf der Hundewiese stehen und über die bösen *Tiervermehrer* schimpfen.
    Fakt ist – zumindest in Deutschland und grossen Teilen der zivilisierten westlichen Welt, das gerade die Rassehundezüchter die mit riesigem Abstand grössten *Hundevermehrer* sind!
    Und warum? Aus reiner Liebe zum Tier? Aus *Liebe* zur Rasse? Aus *Selbstlosigkeit*?
    Warum nimmt so ein *selbstloser, Hunde- und Rasseliebhaber* den zB. 2800Euro für einen Rigdebackwelpen mit Papieren aus einem 12 Welpenwurf?
    Um seine Kosten zu decken? lol* 😀

    Oder um seinen Tuareg, sein Haus, oder was auch immer zu finanzieren?

    Damit will ich sagen – das gelaber der Züchter von *ohhhhh Züchten ist ja soooo teuer und eigentlich nur ein Hobby, und allein die Tierärzte und das Futter kosten ja soooo viel* ist alles heuchlerisches Gesülze!

    Wurmkur pro Welpe 18Euro – Impfungen 60 Euro – Futter 100 Euro – Verband und Papiere 150 Euro – mit der Differenz zum Verkaufspreis lässt sich der Züchter seine Zeit vergüten. Umgelegt auf die Stunden welche er mit dem Einzelwelpen verbracht hat, je nach Rasse und VK, ein extrem lohneswertes Geschäft.
    Wäre es anders, gebe es wesentlich weniger Rassehunde.
    Der Kapitalismus, die Nachfrage, das Angebot und der zu erzielende Gewinn erklären den Rest 😉

    Und dabei hab ich das Thema *Qualzuchten, Inzucht, und vernächlässigte Wesenseigenschaften* noch nicht mal angesprochen.
    Das ist auch gar nicht wirklich nötig. Die entstehen ja aus dem selben Grund – Kapitalismus, Gewinnerwartung – und werden mit *Rasseliebe, Tierliebe, Tierschutz; Arterhaltng* und so ner Scheisse gerechtfertigt.

    Thema Zoo.
    Betrete ich nicht – weil dort so gut wie keine Tierart halbwegs artgerecht gehalten werden kann. Reine Gelddruckveranstalltung durch *darbieten* dessen was selten geworden ist oder hier bei uns einfach nicht lebt. Das erinnert mich immer wieder an Bilder aus dem 1700 Jahrhundert wo die Menschen sich auf der Kirmes Krüppel gegen Eintrittsgroschen ansehen durften.

    Wildgehege und Heimtierparks gern. Richtige Zoo`s oder gar Safariparks nicht.
    Heuchlerischer geht es von einigen Leuten fast nicht.
    Tierversuche verurteilen, Rassepfiffi auf dem Arm und einen Plüschknut für den Enkel im Tierpark kaufen.
    Das hat was von *im Porsche Cayenne zum Bioladen fahren um einen viertel Liter Schwedenmilch zu besorgen* 😉

    Egal – rein beim gedanken krieg ich ne Krise!

    #58038
    Anonym
    Inaktiv

    [quote]Ich finde diese Forschung muß nicht sein. Warum wollen die Menschen bloß immer alles heilen?
    Man sollte mal akzeptieren daß die Schwachen, Kranken und Alten eben sterben. So ist das Leben.
    Ich gehe auch in Zoos und finde es auch nicht schlimm. Ich denke wenn es keine Zoos und Tierparks geben würde wären noch viel mehr Tierarten ausgerottet.[/quote]
    @ Balou-Aiko: Findest Du nicht, dass Du Dir hier widersprichst? Deine Aussage ist so, wie ich sie verstehe, ganz schön grenzwertig. Überhaupt kommt in Deinem Beitrag so ein “lala”-Ton rüber, den ich irgendwie nicht ernst nehmen kann.
    [quote]Wie sinnlos der Tot eines Tieres als Opfer für den Menschen ist, ist meiner Meinung nach stark relativ.
    Was ist euch lieber – Euer Sohn fährt als Matrose im Wehdienst auf einer deutschen Fregatte. Soll die Fregatte im Einsatz lieber selbst gegen eine Seemine fahren und diese auslösen wobei sagen wir mal 100 Menschen umkommen, oder ist es vertretbar das die Marine Seehunde ausbildet welche Seeminen suchen und diese selbstaufopfernt zur Sprengung bringen, bevor die Fregatte mit Eurem Sohn an Bord auf die Seemine trifft?[/quote]
    @ Kaykoo: Im Wesentlichen stimme ich Dir in Deinem Gesamtbeitrag zu, finde allerdings, dass o.g. Zeilen nicht unbedingt als Vergleich herhalten können, denn Seeminen=Krieg=anderes, sehr strittiges Thema. Aber da spricht die Mutter von 2 Söhnen aus mir 😀
    Dass das Gutheißen von Forschung an Tieren logisch vom evtl. Betroffenen abhängt, wollte ich auch schon erwähnen. Im Übrigen wollte ich nur noch anmerken, dass mein Jens und ich (naja, momentan nur er) Probanden für Versuche sind. Meine nur, wegen Deines Vorschlags, doch selbst solche Versuche zu machen. Natürlich lasse ich mir nicht am Hirn rumschnippeln und da kommts wieder, hier bin ich froh, dass die Chirurgie dank Tierversuche nun in den Kinderschuhen und nicht mehr im Urschleim steckt.

    #58051
    Anonym
    Inaktiv

    Hmm ist ein recht zweischneidiges Schwert… Ich meine ich bin dankbar, das einige Krankheiten besser erforscht und behandelt werden können. Auch, wenn mir die Art der Forschung nicht immer passt. Aber was ist mit Parkinsonkranken, die erst 40 Jahre alt sind? Haben Demenzkranke nicht das Recht trotzdem noch ein schönes Leben zu führen? Was ist mit der neuen Volkskrankheit Krebs? Sollen wir alle sterben lassen? Ist ja nicht so das nur Menschen Krebs oder auch andere Krankheiten bekommen. Ich weiss nicht… Wenn es mich oder meinen Hund treffen sollte wäre mir der Affe (auch, wenn das jetzt gemein klingt und bitte nciht falsch auffassen) eher egal. Ich wäre dankbar das sein Leiden wenigstens nicht umsonst war. Das wäre so mein Gedanke. Es gibt aber auch Berichte über Labore, bei denen einem schier schlecht wird. Erinnert ihr euch an die Maus mit dem Ohr auf dem Rücken? Hat anfangs echt viele geekelt, heute ist das alles irgendwie vergessen, die Menschen sind glücklich, das diese Forschung stattgefunden hat. Fand ich auch extrem unnütz: Die Schweine die eingegraben wurden. Was soll sowas? Ehrlich… Das kann ich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich können das aber Menschen, die schonmal von einer Lawine verschüttet wurden. Da ich Schnee wie die Pest meide kann ich es eben nicht gutheissen. Gibt ja genug Trottel, die von der Piste abweichen und eine Lawine erst verursachen. Da kenn ich mich aber nicht wirklich aus.

    Auch brauche ich mein Fleisch, sonst werde ich ungeniessbar. Andererseits versuche ich schon beim Einkaufen darauf zu achten, bio zu kaufen oder wenigstens aus artgerechter Haltung. Bloss woher soll ich wissen, was wirklich hinter dem aufgepressten Aufkleber steckt. sind es wirklich Eier aus Freilandhaltung? Ist es wirklich Fleisch von einer Biokuh? Wäre ja nicht das erste Mal das Verbraucher so verscheissert werden. Bei Fisch achte ist das es keine Aquakulturhaltung ist. Wurde in einem andren Thread mal erwähnt. In einem Zoo war ich schon ewig nicht mehr. Natürlich ist es schön sich Tiere anzuschauen, die man sonst nicht sieht. Wo hätte ich sonst einen Elefanten anfassen können? Trotzdem bin ich jetzt nicht unbedingt heiss drauf. Einerseits schon (Neugier eben) andererseits tun mir die Tiere leid. Da können Zoo´s ausbauen wie sie wollen. Kein Zoo der Welt kann so groß sein wie der ursprüngliche Lebensort der Tiere. Zirkus mag ich gar nicht. Diese dressierten Bären, Elefanten. Nein danke. Würde der Zirkus nur aus menschlichen Artisten bestehen würde ich gehen. Klar. Delfinarien boykottiere ich schon seit ich 12 oder so bin. Ich meine einen Orca in ein kleines Becken zu stopfen und sich dann wundern das der dann einen Trainer tötet… Dann die Ursachenforschung. Naja… Das es evtl am Becken liegen könnte, oder ein sexueller Grund dahinter steckt (auch ein Orca hat Triebe und wenn keine Artgenossen da sind, an wem wird er sich gefrustet abgreagieren? Genau, an dem Lebewesen was in seiner Nähe ist. Kam letztens erst wieder ne Reportage drüber bei Discovery) wird erstmal ausgeschlossen…

    Andererseits führen wir ja mit unserer Hundehaltung nicht unbedingt den Tierschutz an. Fängt Quälerei nicht schon da an, das ein Hund einige Stunden alleine zu hause verbringt, weil seine Menschen arbeiten müssen? Ist es artgerecht Hunde so zu domestizieren, nur damit wir einen “Lebensgefährten” haben? Ist es artgerechte Fütterung was der Großteil der Hundebesitzer betreibt? Das Beispiel mit den Aquarienfischen finde ich sehr gut… Sie geben keine Geräusche von sich und sie haben kein Fell. Sind sie deshalb nicht gleichwertig mit einem anderen Haustier? Was ist mit den ganzen Exoten, die viele Wonzimmer in Deutschland erobert haben? Ist es artgerecht z.B. einen Leguan in ein Terrarium zu pferchen? Ist das nicht schon Tierquälerei? Auch, wenn man sagt es gibt Terrarien die so und so groß sein müssen für so oder so eine Echse.

    Was sagt ihr dazu? Eure Meinung tät mich ja echt interessieren.

    Es scheiden sich einfach die Geister in dieser Hinsicht Tierversuche. Was andere für unnötig halten, ergibt für jene wieder einen Sinn. Und andersherum. Ich werde einige Sachen garantiert nie verstehen können. Vielleicht bin ich da einfach zu sensibel und denke zu ethisch. Oder habe eine andere Auffassung von Ethik.

    #58055
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Socke,

    ja wo fange ich jetzt an…
    Zunächst ist es erwiesen, dass diese Forschung keinerlei medizinischen Nutzen bringt. Das Gleiche gilt für die ” Forscher” die an der Uni Duisburg/Essen die Affen im Schraubstock halten.
    Fakt ist – für jedes Medikament sind unzählige Tiere gequält und getötet worden egal ob Human oder Tiermedizin.
    Dann kommt der Punkt wo auch die Tierfutterhersteller – ein sehr großer renomierter schneidet den Labor Beagles die Stimmbänder durch, damit sie möglichst wenig schreien können – ins Spiel kommen…
    Ja und dann wir Menschen regen uns über Spanier, Italiener und und und auf.
    Ist schon mal jemand im Sommer stundenlang auf der A1 im Stau gewesen und nebenan ein Schweinetransporter?
    Letzte Woche bei Frontal 21 die Schlachthöfe in Deutschland?
    Aber wer seine Kinder mißbraucht und quält macht natürlich vor Tieren nicht halt – und dies unterscheidet die Tiere von den Menschen – die BESTIE!!!
    Ich persönlich esse kein Fleisch mehr

    gruß
    Alexandra mit Owen

    #58056
    Anonym
    Inaktiv

    Ach ja und Frauchen kauft für mich nur aus artgerechter Haltung, isst kein Fleisch und verwendet nur Kosmetik ohne Tierversuche und die Eier sind BIO

    #58063
    Anonym
    Inaktiv

    Jetzt sage ich auch mal was 🙂

    Was die Forschungsfragen angeht, sehe ich es größtenteils so wie Kaykoo und bin froh, dass ich für solche Fragen nicht verantwortlich bin, da ich sonst wohl als noch unangenehmer gelten würde, als das in meinem Bekanntenkreis (wenn es ums solche Themen geht) ohnehin der Fall ist.

    Als wir in der 5 Klasse im Bio-Unterricht saßen und unsere “Lehrerin” die bedrohten Tierarten an die Tafel geschrieben hat (inklusive Populationszahlen) habe ich mich mit der Feststellung “Also ist ein Koala mehr wert als ein Mensch” (weil es ja weniger Koalas als Menschen gibt) nicht gerade beliebt gemacht. Natürlich vertrete ich heute keine so absoluten Ansichten mehr, aber ich besuche trotzdem keine Zoos und würde mir auch keine exotischen Haustiere zulegen.

    Ich sehe mich als “Sozialpartnerersatz” für meinen Hund und bin daher in der Verantwortung im das Leben so artgerecht wie möglich zu gestalten. (Schießlich brauche ich ihn wesentlich mehr, als er mich.)

    Vegetarisch bin ich zwar nicht mehr, aber was tierische Produkte angeht, so halte ich mich an landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Umgebung. Die Schweine auf dem Hof dort werden z.B. mit einer sehr schonenden Methode: per Elektroschock getötet. Klar getötet werden sie trotzdem, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Das man es nie allen recht machen kann ist auch klar, aber für mich zählt vor allem der Versuch.

    Kommen wir zu den Qualzuchten und allem was damit zusammenhängt…. Ich würde mir persönlich nie einen Mops mit Atemproblemen oder einen Chihuahua kaufen. (Oder sont ein Tier, dessen gesundheitliche Probleme durch den menschlichen Anspruch ein sein Erscheinungsbild hervorgerufen werden.) Das ist für mich auch Tierquälerrei!

    Meine Meinung ist, dass man seine Bedürfnisse immer wieder nach ihrer Notwendigkeit und nach ihrem Nutzen hinterfragen sollte. Wenn man das gewissenhaft tut, lassen sich viele Probleme vermeiden, nicht nur die Tierquälerrei.

    “Muss ich im Zoo Eisbären sehen?”
    “Muss mein Hund in die Handtasche passen?”
    “Will ich um jeden Preis mit med. Hilfe so alt wie möglich werden?”

    Mit diesen Fragen fängt es an und es hört meiner Meinung nach mit der Frage auf ob diese Welt wirklich noch mehr Menschen braucht oder ob wir nicht mit der bereits vorhandenen Anzahl genug überfordert sind.

    (Hört sich jetzt böse an, ist aber meine Meinung.)

    #58105
    Anonym
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    Salü.

    [B] Nikita – Bei Fisch achte ist das es keine Aquakulturhaltung ist.[/B]
    Warum das denn?

    Also das Aquakultur nicht unbedingt *Umweltschonend und Tiergerecht* ist, ist mir durchaus klar.

    Aber – Wildfang ist soooooo viel dramatischer und soooooo extrem problematischer!

    Also ich brauche keien Garnelen – keine wild gefagenen (wobei der Meeresboden *zerpflügt* wird) und auch keine aus Thai-Aquakultur wo für 10 Tonnen Garnelen 20 Hektar Mangrovenwald vernichtet werden.

    Aber wer Dorsch wildfang aus Nord- und Ostsee isst, schadet den wilden Populationen sooooooo imens stark, das er besser (noch) auf Hering und Makrele umsteigen sollte (so lange es noch halbwegs genügend davon gibt).

    Bei Lachs sehe ich es so, das es soooooo viel besser ist welche aus Aquakultur (Norwegen, Dänemark, Schweden, Canada, Alaska) zu kaufen, als die eh schon fast ausgerotteten Wildbestände weiter zu beuteln.

    Die Umweltverschmutzung durch die Kulturen ist natürlich gegeben, aber auch technisch udn ökonomisch wie ökologisch viel besser in den Griff zu kriegen als Artensterben durch Überfischung der Meere.

    [B]Owen -Zunächst ist es erwiesen, dass diese Forschung keinerlei medizinischen Nutzen bringt.[/B]
    Aha.
    Hast du Quellen für diese *Erkenntnis*?

    Warum machen die Forscher es dann?
    Weil es ihnen spass macht?
    Weil sie sonst nix zu tun haben?
    Weil sie gern ihre Zeit mit unnützem verschwenden?
    Weil sie nicht beruflich weiterkommen und glänzen wollen?

    Ich halte deine Aussage für abstrakt und ideologisch soooo stark einseitig gefärbt, das sie einfach als falsch zu bezeichnen ist.

    [B]Owen – Fakt ist – für jedes Medikament sind unzählige Tiere gequält und getötet worden egal ob Human oder Tiermedizin.
    [/B]
    Jo – bezweifelt niemand.

    Aber – schlag was vor.
    Wie machen wir das jetzt?
    Du stellst dich freiwillig um neue Medikamente im frühen Entwicklungsstadium an dir testen zu lassen?
    Mensch verzichtet auf Tests und testet das Medikament gleich am Markt?
    Wir verzichten alle auf Medikamente?

    Deine Meinung und dein Enthusiasmus in Ehren – aber das geht auch wieder in die *Ideologieecke*. Sry.

    #58258
    Anonym
    Inaktiv

    Hmmm zu der Aquakultur… Mir wurde damals von jemandem, der sich in dem Fach sehr gut auskennt davon abgeraten. Da es eben ökologisch sehr in Ungleichgewicht spielt. Bei dem anderen stimme ich dir zu. Natürlich gibt es zahlreiche Überfischungen. Aber egal was man isst, es wird immer jemanden geben, der dich überzeugen möchte das dies oder das daran schlecht ist. Und er kann dir gute Argumente für seine Meinung geben. Aber ganz ehrlich? Die Firmen veralbern uns Endverbraucher so oder ohne Ende. Du kannst dir niemals sicher sein, dass das was du kaufst auch wirklich so gelebt/gefangen wurde wie es auf der Verpackung steht. Ich habe es damals versucht als Vegetarier. Habe aber festgestellt das manche Menschen echte Fleischesser sind und ich dazu gehöre. Hätte ich nen starken Willen würde ich schon ewig nicht mehr rauchen. Aber ich schweife ab.

    Ich bewundere alle die kein Fleisch essen, mag aber die Vegis nicht, die es mir aufzwingen möchten oder mir gar mein Essen vermiesen wollen, wenn es bereits auf dem Teller liegt. Natürlich ist es grausam mit den Massentransporten. Daher kaufe ich bio. Aber wer kann mir garantieren das es wirklich bio ist? Ich selber kann mich auf die Strasse stellen und Legebatterieneier als Bioeier verkaufen, wenn ich die richtigen Aufkleber drauf klebe. Ist jetzt übertrieben gesagt. Sicher kann ich mir im Endeffekt nur sein, wenn ich mir das Vieh auf dem Hof direkt aussuche, und den Schlachtvorgang überwache…. Was ich im Restaurant auf den Teller bekomme weiss ich ja auch nicht. Aber deswegen nie wieder Essen gehen? Ich weiss nicht.

    Es gibt einige Sachen die ich total boykottiere wie eben Aquarien und Delphienarien. Solange aber nicht jeder mitmacht (und das kann man heutzutage eben nicht mehr verlangen, es finden sich nicht ausreichend Leute) wird es immer so weiterlaufen. Solange jeder auf jeden Cent achtet (was man zur heutigen Zeit auch nachvollziehen kann) haben große Massentransporte immer eine Chance. Und jeder sollte das tun was er denkt um den Tierschutz zu unterstützen. Und wenn jemand meint er mag deswegen kein Fleisch essen… bitte. Kann ich verstehen. Dadurch spricht er sich von den Vorwürfen sowas zu unterstützen frei. Es gibt aber ausreichend andere Sachen. Und es fängt bei Kleinigkeiten an. Jeder kann etwas machen. Und auch, wenn es nur zur Gewissenberuhigung dient. Es hilft ein wenig. Bei Frauen ist es z.B. die Schminke wie schon erwähnt wurde. Auch nur eine Kleinigkeit, hilft aber. Aber das ist eine Endlosdiskussion. Am Ende kann man evtl einige anrütteln aber leider sind wir da nur kleine Lichter am Himmel. Ist meine Meinung.

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