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  • #13864
    Anonym
    Inaktiv

    Aus gegebenen Anlaß möchte ich daß hiesige Info allgemein abrufbar ist….daher hier ein seperater Thread für alle Interessierten sowie Betroffenen!!!

    _____________”S T A U P E “_____________

    Impfen allein reicht nicht! 🙁

    Staupeerkrankung beim Hund
    Staupe ist eine ansteckende Viruserkrankung welche durch das canine Staupevirus ausgelöst wird. Es ist unter anderem eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen.

    Wissenswertes
    Außerhalb des Hundes bleibt der Erreger nur wenige Tage infektiös.
    Der Staupevirus ist gegenüber Trockenheit und Kälte recht resistent
    Staupeviren werden von allen gängigen Desinfektionsmitteln sehr schnell unschädlich gemacht
    Von der Staupe sind insbesondere junge Hunde im Alter von acht Wochen bis sechs Monaten betroffen. Hier liegt die Sterberate bei über 80 %.

    Übertragung
    über die Luft
    über Körperkontakt
    über gemeinsame Trinkschalen
    über Kot und Urin (z. B. durchs schnuppern)

    Nachdem das Virus über die Schleimhaut aufgenommen wurde, vermehrt es sich zunächst in den Mandeln oder den Bronchiallymphknoten. Vier Tage nach der Infektion treten die Vieren in den Blutkreislauf ein, in dessen Folge vor allem Gewebe des Abwehrsystems wie Milz, Thymus, Knochenmark, Lymphknoten oder Kupffersche Sternzellen besiedelt werden.

    Symptome und Folgen einer Staupeinfektion
    Abhängig von den befallenen Organen werden unterschiedliche Verlaufsformen beobachtet, die jedoch auch in Kombination auftreten können. Grundsätzlich treten Krankheitsanzeichen einer stark fiebrigen Erkältung auf.

    hohes Fieber (39,5°C bis 41°C)
    Appetitlosigkeit
    Apathie (Teilnahmslosigkeit)
    Tränende Augen
    Magen-Darm-Trakt
    Erkrankungen dieses Organsystems sind die häufigsten und ersten Anzeichen einer Staupeinfektion. Sie äußern sich in

    akute Durchfälle
    heftiges Erbrechen
    Abmagerung (im fortgeschrittenen Stadium)
    Atmungsapparat
    Niesen
    Husten
    Atemnot
    Nasenausfluss (dicker, gelblich/grüner Eiter)
    Backenblasen
    (Asthmatische) Atemgeräusche – vor allem bei der Ausatmung (Giemen)
    verschärften Atemgeräuschen
    Zusätzlich kann eine Bindehautentzündung auftreten
    Nervensystem
    Veränderungen im Bereich der Augen
    Augenzucken / -zittern (Nystagmus)
    Sehnervschädigungen
    Veränderungen der Netzhaut
    Veränderungen des Rückenmarks (führt zu Lähmungserscheinungen und Gleichgewichtsstörungen)
    Anzeichen einer Gehirnerkrankung
    Kopfschiefhaltung
    Ausfall von Hirnnerven,
    Überschießende Zielbewegung (Hypermetrie)
    epileptische Anfälle bzw. Krämpfe
    Depression
    Erblindung
    rhythmisches Muskelzittern („Staupetick“)
    Bis dieses Endstadium erreicht ist, kann seit der Ansteckung über ein Monat vergangen sein.

    Sonstiges
    Mit schweren Verlaufsformen verbunden sind Verdickungen der Haut aufgrund von Hornzellenbildung im Bereich der Ballen und des Nasenspiegels, die sogenannte Hard pad disease. Sie wird als recht ungünstiges Zeichen gewertet.

    Prognose
    Ausgewachsene, gesunde Hunde haben eine 50 %ige Überlebenschance, Junghunde überleben eine Staupeinfektion eher selten (weniger als 30 %).

    Bildet der Körper innerhalb der ersten neun Tage nach der Ansteckung ausreichend Antikörper, werden in der Regel keine Krankheitssymptome erkennbar. Unterbleibt die Bildung von Antikörpern, befällt der Erreger neben dem Verdauungs- und dem Nervensystem auch den Atmungsapparat und den Urogenitaltrakt. Da ab diesem Zeitpunkt alle Ausscheidungen des Hundes Virusmaterial enthalten, kann sich die Staupe weiter verbreiten.

    Bleibt es bei Allgemeinsymptomen (wie eine fiebrige Erkältung), Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege, nimmt die Krankheit voraussichtlich einen vergleichsweise milden Verlauf und endet nach zwei bis vier Wochen häufig durch die Genesung des Hundes. Wird jedoch das Nervensystem betroffen, ist das versterben des Hundes sehr wahrscheinlich. Überlebt der Hund eine schwer verlaufende Erkrankung, können verschiedene neurale Erkrankungen wie z. B. regelmäßiges Muskelzucken dauerhaft zurückbleiben.

    Da Staupeviren die für die Zahnbildung zuständigen Zellen des Hundes befallen, tritt nach überstandener Infektion häufiger ein Staupegebiss auf, welches durch ausgedehnte Defekte des Zahnschmelzes erkennbar ist.

    Junghunde, die eine Staupeinfektion überlebt haben behalten zusätzlich gelblich fleckige Zähne und eine erhöhte Anfälligkeit für Ausschläge am Unterleib, welche sich jedoch gut behandeln lassen.

    Vorbeugen
    Im Umgang mit erkrankten Patienten ist strikte Hygiene erforderlich, um eine Verbreitung der Viren zu vermeiden. Es ist wichtig, das Immunsystem des Hundes so gut es geht zu unterstützen und bei der Pflege die Begleiterkrankungen (wie Durchfall oder Augenentzündungen usw) zu berücksichtigen und nach Möglichkeit zu behandeln.

    Schulmedizinisch
    Häufig werden Impfungen empfohlen. Ein ausreichender Schutz wird hierbei nur durch mehrfaches „Boostern“ der Impfung erreicht. Empfohlen wird die Erstimpfung im Alter von sechs Wochen, 14 Tage später die Zweitimpfung und mit zwölf Wochen die dritte Impfung.

    Zur Therapie wird die Behandlung mit Serumantikörpern und Interferonen eingesetzt.

    Infusionen (Flüssigkeits und Nährstoffzufuhr über eine Vene direkt ins Blut) gegen die Begleit- und Folgeerkrankungen wie Durchfall und Erbrechen.

    Der Tierarzt wird zur Verabreichung von Antibiotika raten.

    Naturheilkundlich
    Distemperinum C30 (…); 2 mal täglich nach Absprache mit einem Tierheilpraktiker, der sich den Hund vorher angesehen hat.
    Hausmittel
    Wenn der Hund nicht mehr erbricht oder massiven Durchfall hat so dass er Infusionen benötigt, dann ist es wichtig, im ausreichend zu trinken anzubieten. (z. B. Wasser, abgekühlte Gemüsebrühe, …) Außerdem ist es wichtig, ihm häufiger gut aufgeschlossene Schonkost in kleineren Mengen hin zu stellen (Trockennahrung kannst du z. B. auch ideal in abgekochtem Wasser einweichen). Siehe auch Durchfall

    Ein Tropfen Mandelöl auf die verhornten Stellen (Nase oder Pfoten) oder Augenlider geben.

    Info
    Die Haus und Heilmittel entstammen verschiedener Quellen. Sie sollen im Ernstfall nicht die Arbeit eines Fachmenschen (Tierarzt oder Tierheilpraktiker) ersetzen. Man kann häufig versuchen, ein passendes Mittel zu finden, nicht aber gleichzeitig alles kombinieren! Ob und wie einzelne Heilmittel eingesetzt werden, bedarf einer genauen Diagnose, welche ein Laie nicht immer richtig durchführen kann. Falsch angewendete Hausmittel können unter Umständen mehr schaden als nutzen.

    Die Infos wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, sie sind dennoch ohne Gewähr und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Kopierstibbitzt bei:
    http://www.vegan-hund.de/gesundheit/krankheiten/staupe

    #51734
    Anonym
    Inaktiv

    Auch hier ist eine gute Info!
    http://www.meine-tieraerztin.eu/Staupe.pdf

    #51735
    Anonym
    Inaktiv

    Hier noch was ……

    Die Staupe ist eine hochkontagiöse, akut oder subakut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung der Caniden (Hund, Dingo, Fuchs, u.a.), Musteliden (Wiesel, Frettchen, Nerz u.a.) und Procyoniden (Waschbär, Panda). Auch Feliden sollen eine meist inapparent verlaufende Infektion durchmachen. Neben Großkatzen wurden auch bei Robben klassisch verlaufende Staupevirusinfektionen beschrieben. Bären und Hyänen sind resistent gegen das Staupevirus.

    Ätiologie:

    Zusammen mit dem Rinderpestvirus und dem Masernvirus wird das Staupevirus dem Genus Morbillivirus der Paramyxoviridae zugeordnet. Es handelt sich um behüllte Viren mit einer einsträngigen RNS. Es ist hitzelabil (56 °C, 30 Minuten), Sonnenbestrahlung zerstört die Infektiosität innerhalb 12 bis 14 Stunden. Bei Zimmertemperatur kann sich das Virus einige Tage infektiös halten.

    Epizootiologie:

    Infizierte Hunde scheiden Staupevirus mit allen Se- und Exkreten aus. In Nasen- und Augensekret, Urin und Speichel beginnt die Virusausscheidung bereits 5 Tage post infectionem und kann über Wochen persistieren. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt durch Kontakt beim Belecken oder durch Tröpfcheninfektion. Auch eine indirekte Übertragung durch die Aufnahme von infiziertem Futter oder Wasser ist möglich. Das wichtigste Virusreservoir stellen klinisch inapparent infizierte Hunde dar, die das Virus ausscheiden.

    Pathogenese:

    Nach oraler oder aerogener Aufnahme gelangt das Virus in die Tonsillen und die retropharyngealen Lymphknoten, in denen es sich in den mononukleären Zellen vermehrt. Der Infektionsverlauf ist immer zyklisch. Die Virämie beginnt 3 bis 4 Tage post infectionem, das Virus verbreitet sich über den ganzen Körper und kann im lymphoretikulären Gewebe wie Milz, Thymus, Knochenmark und Lymphknoten nachgewiesen werden. Vom 4. bis 9. Tag post infectionem treten Virus neutralisierende Antikörper auf, maximale Titer werden nach 2-4 Wochen erreicht. Der Titer bleibt über 3-4 Monate konstant und sinkt dann langsam ab.

    Klinik:

    Nach einer Inkubationszeit von 3-7 Tagen stehen bei den klinisch manifesten Verlaufsformen akute Erkrankungen im Vordergrund. Akute Staupeerkrankungen verlaufen mit einer biphasischen Temperaturerhöhung. Perakute Verlaufsformen mit plötzlichem hohen Fieber und schnell eintretendem Tod sind selten. Je nach Ausbreitung und Virulenz des Erregers sowie der Art komplizierender Sekundärinfektionen entwickeln sich dann katarrhalische Verlaufsformen mit gastrointestinalen oder respiratorischen Erscheinungen.

    Bei allen Krankheitsformen kann sich gegen Ende das sog. Staupeexanthem am Unterbauch entwickeln, das als prognostisch günstig zu werten ist. Die häufig mit Beginn anderer klinischer Erscheinungen auftretende nervöse Form äußert sich in psychischen Veränderungen, Zwangsbewegungen sowie lokalen Myoklonien (Staupe-Tic). Diese Erkrankung kann über Monate andauern.

    Je nach der Art von Sekundärinfektionen kommt es zu einer Letalität von 30-80%. Auch nach einer Erholung bleiben häufig Dauerschäden zurück.

    Häufig ist mit der katarrhalischen und nervösen Form der Staupe die Hartballenkrankheit vergesellschaftet, die häufig tödlich endet. Sie ist durch eine Hyperkeratose des Ballenhorns und des Nasenspiegels charakterisiert. Keratitiden mit Ulzerationen und eine Retinadegeneration können zur Erblindung führen.

    Aktuelle Diagnostik:

    Generell unterscheidet man zwischen Nachweis des Erregers und Nachweis von Antikörpern, wobei die Frage nach einer Infektion am besten über den Erregernachweis beantwortet werden kann. Die Serologie dient an erster Stelle der Überprüfung des Impfschutzes oder der Abklärung, ob das Tier überhaupt geimpft wurde.

    Nachfolgend sind die derzeit gängigen diagnostischen Verfahren aufgeführt.

    1. Virusnachweis mittels PCR:

    Die Polymerase Kettenreaktion (PCR) stellt die derzeit sensitivste Methode zur Detektion virusspezifischer Nukleinsäuren dar. Im Fall von caninen Staupeviren wird mit Hilfe der reversen Transkriptase – PCR das Nukleocapsidprotein-Gen detektiert. Es werden verschiedene Stämme erfaßt, wobei andere Paramyxoviren wie z.B. Mumps- oder Parainfluenza-Virus nicht nachgewiesen werden. Falsch negative Ergebnisse sind aufgrund genetischer Variation der Feldstämme denkbar, laut einer Reihenuntersuchung aber äußerst selten. Nur wenn tatsächlich Virus-RNA vorliegt, liefert die RT-PCR ein positives Ergebnis.

    Positive Ergebnisse erhält man bei der infektionsbedingten Virämie, aber auch im Anschluß an eine Staupeimpfung, die ja in der Regel mit einer Lebendvakzine durchgeführt wird. Mit dem Virämiestadium (ab dem 4.-5. Tag post vaccinem) kann Virus-RNA für maximal 2-3 Wochen nachgewiesen werden. Bei der Interpretation der Ergebnisse muß die Verlaufsform der Staupevirusinfektion und das Untersuchungsmaterial berücksichtigt werden. Staupevirus kann bereits 2-4 Tage post infectionem nachgewiesen werden. Die Dauer der Virämiephase und damit die Nachweisbarkeit viralen Antigens in Blut oder Serum ist abhängig von der Immunantwort.

    Mit dem Auftreten virusneutralisierender Antikörper wird die Virämiephase beendet, so daß das Antigen aus Blut oder Serum im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung nicht mehr nachweisbar ist. Es ist zu erwarten, daß für den RNA-Nachweis mittels PCR eine ähnliche Kinetik gilt. Bei der nervösen Form der Staupe gelingt ein Virusnachweis aus dem Blut in der Regel nicht mehr, statt dessen kann Cerebrospinalflüssigkeit auf Virus-RNA untersucht werden.

    2. Staupevirusantigen – Nachweis mittels Immunfluoreszenz (IFT):

    Infolge einer Staupevirusinfektion kommt es zu typischen zytoplasmatischen Einschlußkörperchen, die auch histologisch nachweisbar sind. Der Nachweis mittels IFT gelingt ab dem 4. bis 5. Tag post infectionem in Konjunktivalabstrichen, Leukozytenausstrichen sowie aus Abklatschpräparaten von Lunge, Magen, Darm oder Harnblase. Nach einer Vakzinierung mit Lebendimpfstoffen wird mittels der IFT analog zur PCR vorübergehend ein positives Resultat erzielt. Generell ist die Sensitivität dieser Methode aber weit geringer als die der PCR.

    3. Antikörpernachweis:

    Serologisch ist eine Diagnose durch den Nachweis eines Antikörperanstieges bei Serumpaaren möglich. 6-9 Tage post infectionem erscheinen Virus neutralisierende Antikörper, maximale Antikörpertiter werden nach 2-4 Wochen erreicht. Bei Untersuchung nur einer Serumprobe ist oft keine Unterscheidung zwischen impf- und infektionsbedingten Titern möglich. Hunde, die eine Staupevirusinfektion überstehen, entwickeln eine sehr lang andauernde Immunität. Antikörpertiter bleiben lange Zeit konstant und sinken dann erst langsam ab. Neutralisierende Antikörper werden in utero auf die Welpen übertragen. Diesen Infektionsschutz verlieren die Welpen zwischen der 6. und 12. Lebenswoche. Maternale Antikörper stören die Ausbildung einer aktiven Immunität nach Vakzinierung. ZNS-Störungen, die als Spätfolge einer Staupevirusinfektion auftreten, sind wahrscheinlich auf eine Autoimmunreaktion zurückzuführen. Antikörper im Liquor cerebrospinalis sind beweisend für eine durchgemachte Staupevirusinfektion mit ZNS-Beteiligung, da Impfantikörper aufgrund der Blut-Hirnschranke nicht übertreten können.

    Diagnostik der Staupevirusinfektion in Kürze:

    Staupevirus-Direktnachweis PCR EDTA-Blut, Liquor cerebrospinalis

    Antigennachweis IFT Abklatschpräparate (Konjunktiva, Blasenepithel)
    Leukozytenausstrich
    Antikörpernachweis Serologie zur Infektionsdiagnostik nach Möglichkeit Serumpaare oder Liquor cerebrospinalis

    Quelle: http://www.laboklin.de

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