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    Anonym
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    Ein RUDEL ist eine gewachsene Gemeinschaft, die entweder dauerhaft oder über einen größeren Zeitraum unveränderlich in einem Territorialbereich eng zusammenlebt.

    Ein Rudel ist NICHT die zufällige Hundegruppe auf dem Hundeplatz, auch wenn sie sich in derselben Konstellation Woche für Woche trifft, und schon gar nicht eine Zufallsbegegnung!

    In einem festen Rudel- bzw. Familienverband, gibt es eine Rangordnung, die aber weder immer gleich bleiben noch lautstark, derb, grob durchgesetzt werden muss. im Gegenteil: die Rudelmitglieder agieren und reagieren sehr subtil. derjenige, der als Erster durch die Tür drängelt, muss nicht unbedingt der Ranghöhere sein. Diesem kann es völlig unwichtig sein, ob der Jungspund als Erster raus will, doch wenn der Rangniedrigere einen alten Knochen anknabbert, kann er kurz, heftig, prägnant vom Ranghöheren zurechtgewiesen werden. Eine Wirkung kann der Ranghöhere allein schon durch seine Präsenz erzielen. Beisspiel: Candy pennt unterm Küchentisch – Jarvis (jünger) geht an ihren (leeren) Napf, um nach Resten zu gucken. Candy steht LANGSAM auf, geht LANGSAM zu ihrem Napf, stellt sich hinter Jarvis und macht – nichts. Jarvis bemerkt Candy und mit einem Blick der Unterwürfigkeit/des Respekts geht er schnell vom Napf weg. Dieselbe Situation beim Liegeplatz: Candy ist dieser nicht so wichtig und sie überlässt Jarvis die Decke… Für Außenstehende ist Jarvis der Ranghöhere, da er ein “Mittelpunkthund” ist, doch tatsächlich hat Candy das Sagen! Und wehe, Jarvis zollt ihr keinen Respekt, wenn es ihr wichtig ist!

    HUNDEGRUPPE: hier KÖNNEN sich Strukturen ergeben, die einer stabilen Rangfolge ähneln, doch täuscht das, zumal Trainerhunde oftmals den Hundeplatz noch mehr als ihr erweitertes Revier betrachten als die den HUndeplatz regelmäßig besuchende Artgenossen (Grund: der Trainer “befiehlt” den anderen Hundehaltern ständig etwas, ist also mental stärker – so speichern es die Hunde für sich ab). Rangordnungsgerangel auf dem Hundeplatz sind eher seltener, da es hier viel mehr Ausweichmöglichkeiten gibt und nicht kaputt gemachte, klare Hunde eher einem Streit aus dem Weg gehen (pubertierende Junghunde sind da natürlich noch etwas anders drauf – gehört zu ihrer Entwicklung).

    Zufallsbegegnungen, z.B. unter Rüden, haben NICHTS mit RUDEL-RANGORDNUNG zu tun! Hier gibt es ein Konkurrenzdenken, ein Austesten von (mentaler) Stärke, evtl. mit Territorialverhalten und Ressourcenverteidigung gemixt (Hundeverhalten ist i.d.R. eh ein Mischverhalten!).

    JUNGHUNDE sind da oft temperamentvoll, “gehen drauf”, oft mit Getöse, reiten auf usw. Viele adulte Hunde lassen sich davon gar nicht aus der Ruhe bringen, weil sie den Jungspund eh nicht für voll nehmen. Wenn es ihnen dann aber zu bunt wird, kann dieser Frechdachs allerdings einmal ordentlich eins auf die Glocke bekommen, was durchaus ok ist. GRUNDSÄTZLICH sollte aber der HUndehalter auch diese Begegnungen steuern, da es durch ein Ungleichgewicht zu ungewollt scharfen Verletzungen kommen kann! Der (Jung)Hund hat nicht einfach zum artgenossen hinzulaufen – das ist UNHÖFLICH und RESPEKTLOS!

    Außerdem sollte der Halter nicht erst reagieren, wenn einer der Hunde knurrt oder sonstwie Theater macht, denn dann haben sich die Hunde schon längst “etwas erzählt”, z.B. durch Fixieren!

    Besser: Artgenosse kommt in Sicht – für mein Hund ist das das Signal, MICH anzusehen, sich zu setzen etc. Dies kann man dem eigenen Hund schmackhaft machen, z.B. Artgenosse in Sicht > Minihackebällchen/Wurst gibt es bei anhaltendem Blickkontakt zum Halter (Belohnung wird später ausgeschlichen). Bitte kein ewiges Bittebitte, sondern: ICH WILL DAS SO, dafür gibts für dich – anfangs – auch was ganz besonders Schönes.

    RANGORDNUNG im HUND-MENSCH-RUDEL: halte es so wie die HUnde und rege dich nicht über jede Kleinigkeit auf. Ändere z.B. die Bedingungen so, dass du nicht ständig NEIN schreien musst, um den Hund von etwas Verbotenem abzuhalten. MERKE: ein SOUVERÄNER Rudelführer muss sich nicht ständig beweisen, schon gar nicht durch Lautstärke – im Gegenteil: brüllt er ständig herum, degradiert er sich selbst zur Witzfigur, zum Schwächling, den man als Hund immer wieder in Frage stellen muss!
    Ist dann aber MAL ein Brüller notwendig oder eine Zurechtweisung anderer Art (die dann auf eine hündisch verständliche Art erfolgen sollte), dann hat diese auch Wirkung. Musst du zurechtweisen, so mache dies selten (also nur, wenn es unbedingt nötig ist), dann aber vehement, mit Nachdruck, also nachhaltig, jedoch nicht nachtragend! Handle so, wie es ein ranghöhere Hund machen würde, also einmal heftig als hundertmal halbherzig!

    Sei souverän, damit dir dein Hund in jeder Situation vertrauen kann, und autoritär, damit er dich ernst nehmen kann. Hunde leben in hierarchischen Strukturen, doch das WIE der Durchsetzung von Rudelregeln und Rangordnung ist entscheidend – subtil und souverän! Der Ranghöhere darf sich durchaus auch UNTER den Rangniedrigeren legen, weil er es sich leisten kann (nicht bei unklaren Rangordnungsverhältnissen!) und Privilegien gewähren und wieder entziehen (z.B. mit im Schlafzimmer, im Bett, auf der Couch sein usw.)

    Lieben Gruß von Evelyn

    #26618
    Anonym
    Inaktiv

    Oh toll ein super Text! Den sollten alle lesen die sich einen Hund anschafen wollen um erst mal die Grundlagen zu verstehen! ;)*daumenhoch* glaub so schnell könnte das kein andere so gut zusammen fassen!!

    Eins nur, du erwähnst öfters “der junge ist untergeordnet” und “ältere ist Ranghöster” hab schon sehr oft gehört und auch bei uns zuhause gesehen, das nicht immer der älteste = Ranghöhster sein muss!
    lg wuff 😉

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