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  • #14115
    Anonym
    Inaktiv

    Ein Hundefriseur muß ein Diplomat sein. Nicht nur im Umgang mit dem Hund sondern auch mit seinen Besitzern! Oberstes Gebot ist die möglichst stressfreie Behandlung aller Hunde!! Das wie und warum muß man erst mal lernen!
    Der Hundefriseur muß ein großes Maß an Verhaltenslehre beim Hund beherrschen, ihn richtig einschätzen können und das schon vom ersten Augenblick an! Nur so kann er mit dem Hund verhaltensgerecht “arbeiten”. Er muß wesentliche Grundkenntnisse der Veterinärmedizin beherrschen, nur so kann er den Hundebesitzern gute Ratschläge und Pflegetipps geben und ihnen den ein oder anderen Gang zum Tierarzt ersparen bzw. direkt im Hundesalon passende Pflegemaßnahmen ergreifen! Epileptische Anfälle und verstärktes Herzhusten etc. sind auch keine Seltenheit. Damit muß ein guter Hundefriseur umgehen können! Er sollte genau wissen, welche Art von Pflegebehandlung individuell für einen Hund gut ist oder welche schon in Quälerei ausartet (z.B. unnötige entfilzen bei schwer verfilzten Hunden). Er sollte dem Alter des Hundes entsprechend agieren können und den Besitzer auch dementsprechend aufklären. Er muß in der Lage sein, schnell und unproblematisch vom Rassestandard abzuweichen um individuelle Wünsche des Besitzers umsetzen zu können bzw. dem einzelnen Hund durch nicht rassetypische Schur doch enorme Erleichterung zu verschaffen (gerade im Sommer) und den Besitzer davon erstmals zu überzeugen (der Dank des Besitzers folgt dann meist sehr schnell)! Ich würde mich sehr freuen, wenn ich zu diesem Thema mal ein Feedback bekommen würde, gerade von Hundefriseuren in der Ausbildung aber auch von Hundebesitzern, die negative Erfahrungen mit einem neuen Hundesalon gemacht haben (vielleicht aus den oben genannten Gründen).

    Da ich seit 17 ausbilde bin ich der Meinung: Dies alles lernt man nur von einem erfahrenen Hundefriseur direkt im alltäglichen Umgang mit Hunden aller Art im Hundesalon und auch nicht in 4 Wochen etc. Leider habe ich schon einige Absolventen von Hundefriseurschulen in zweiter Ausbildung gehabt, die theoretisch gut geschult waren (vor allem kaufmännisch), aber praktisch in einer selbstständigen Existenz nicht überleben konnten, weil das praktische Wissen und die Erfahrung fehlte!

    Grüße
    Regine

    #23925
    Anonym
    Inaktiv

    da geb ich dir völlig recht das mehr dazugehört als nur haare schneiden.fakt ist aber auch, das jeder mal anfägt.mein frauchen ist kein friseur.darum suchten wir salons auf.(mittlerweile macht sie es bei mir selber)ich bin friseur-profi, halte still, beiße nicht und wurde immer nur gelobt.eine besonders gute erfahrung machten wir bei einer friseuse, die grade erst anfing.sie wies uns schon beim ersten telefonat darauf hin,das es etwas länger dauern kann, weil sie noch nicht so viel erfahrung hat.so konnte man entscheiden und wusste worauf man sich einlässt.hätte man einen giftigen, zappligen hund wäre man erst gar nicht hin gegangen.diese erfahrung fand ich sehr positiv.ich denke das problem beim längeren lernen ist, das die salons meist 1-mann betriebe sind die sich keine zusätzlichen angestellten leisten können.also bleibt das problem wo der neuling sein wissen erwerben soll.

    #23948
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo,
    vielen Dank für die Antwort. Sie war sehr informativ für mich. Prima daß das mit dem Hundeschneiden zu Hause so gut klappt und schön für meine Branche, das jemand ehrlich zu Dir war. Allerdings was die Ausbildung betrifft, zumindest bei mir im Hundesalon, so habe ich zwei Mitarbeiterinnen, aber die “Ausbilderei” übernehme ich selbst, denn ich möchte dafür gerade stehen können, das sich meine Auszubildenden genug Kenntnisse und Erfahrung im Bereich Hundepflege aneignen können, um selbstständig und auch dauerhaft selbstständig zu arbeiten.Da jeder Auszubildende andere Grundkenntnisse mitbringt und auch unterschiedliche Zeit in die Ausbildung investieren kann, ist bei mir die Ausbildungszeit nicht zeitlich befristet! Und ich denke, so sollte es auch sein, um als Berufseinsteiger fachgerecht und vor allem hundegerecht und verantwortungsvoll mit einem gesunden Erfahrungspotential eigenständig arbeiten zu können! Diese Chance gibt es nur einmal im Leben und diese Chance kostet bis zur Geschäftseröffnung viel Geld! Aber mal vom finaziellen Aspekt abgesehen bin ich immer traurig wenn ich höre, wie “unfachmännisch” und “unerfahren/unsensibel” manche neuen “Groomer” ihr Handwerk angehen!! Mir tun die Hunde dann so leid, die mangels Kompetenz des Groomers oft sogar leiden müssen bzw. vollkommen mißverstanden werden und wo dann auch noch die fachmännische Beratung der Hundebesitzer durch den Groomer voll daneben ist (leider spreche ich hier wieder aus Erfahrung und Berichten meiner Kunden).
    Giftige und zappelige Hunde sind bei uns auch immer willkommen! Auch mit diesen Eigenschaften eines Hundes kann man vernünftig arbeiten, wenn im Vorfeld der Hundebesitzer ehrlich zu seinem Groomer ist, was die Wesenszüge und Eigenheiten seines Hundes betrifft!
    Fazit von mir: die Arbeitsfelder und die ganze Bandbreite sowie das Wissen/Können eines Groomers wird immer unterschätzt, aber Voraussetzung ist eine gründliche und intensive Ausbildung des Groomers möglichst in einem Hundesalon, eben direkt im alltäglichen Geschehen und nicht nur schulisch mit einigen Probehunden und viel Theorie! Die Theorie erlernt man im praktischen Arbeiten sowieso!

    #24080
    Anonym
    Inaktiv

    finde toll das du dich da so einsetzt.ich lernte jetzt auch jemand kennen der einen hundesalon eröffnet.ich fragte wie das versichert ist, wenn der hund beißt und er eine zeit nicht arbeiten kann.es war nicht mal mehr ein monat bis zur eröffnung und er konnte mir keine antwort geben.da kann ich nur inständig hoffen das er von hunden mehr versteht als von rechts-und geschäftsdingen.wir werden das allerdings nicht testen.

    #24143
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Regine,
    danke für dieses Thema! Es ist wirklich sehr interessant und die Sicht einer Hundefriseurin habe ich bisher auch noch nicht kennenlernen dürfen…
    Würdest Du einmal Dein lustigstes Erlebnis schildern? Ich kann mir einfach vorstellen, dass du unglaublich viel erlebst – mit Mensch und Tier 😉

    Viele Grüße aus Hamburg,
    Gina

    #24238
    Anonym
    Inaktiv

    Ich gehe mit meinem jetzigen Hund Pudel) vorher Westi zu einem Superhundesalon. Dort wird auch ausgebildet. Da ich inzwischen einen guten Einblick habe, bin ich der Meinung, dass eine gute Ausbildung zu diesem Beruf gehört. Jede Hunderasse hat ein anderes Fell und es muss anders gepflegt bzw. getrimmt usw. behandelt werden. Zu der Ausbildung gehört auch ein Wissen über den Körperbau des Hundes. Ebenso hat sich meine Hundefriseurin inzwischen auch über Erste Hilfe beim Hund ausbilden lassen. Krallenschneiden, Ohren säuber, Baden, Entfilzen all diese Sachen und viele Mehr gehört dazu. Ich kann hier gar nicht alles aufführen, was zu diesem Beruf gehört. Auf jeden Fall ist auch hier Fachwissen gefragt. Ich habe inzwischen sehr viel Hochachtung vor diesem Beruf und man sollte nicht Abwicken, wenn gesagt wird Hundefriseurin. Dies ist ein anspruchsvoller Beruf, wenn er ernst genommen wird. [COLOR=sienna]Sienna[/COLOR]

    #24938
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Gina,

    sorry für die späte Antwort, aber a. blicke ich noch nicht so ganz durch bei “stadthunde” und b. habe ich zur Zeit sehr viel zu tun im Geschäft.
    Mein lustigstes Erlebnis in 18 Jahren Hundepflege, tja, da fallen mir spontan viele Erlebnisse ein. Leider aber auch sehr, sehr traurige Hundeschicksale die, entweder durch Hundebesitzer hervorgerufen oder aber durch Hundebesitzer noch unterstützt werden!!!!! Manchmal könnte ich auch heute noch nach 18 Jahren Berufserfahrung aus Tierliebe heulen, gerade und wahrscheinlich vor allem deswegen, weil mir gesetzlich die Hände gebunden sind. Bis erst mal der Tierschutz greifen kann, muß schon viel, wirklich viel und vor allem nachweisbar passiert sein!!!
    Lustig war aber z.B. ein sehr, sehr alter Pudel, seit Welpe in meiner Behandlung, der mir einfach von jetzt auf gleich einen seiner letzten Zähne auf den Tisch gespuckt hat! Er war so gegen seine Art an diesem Tag, voll negativ auf eine Behandlung in meinem Hundesalon eingestellt. Der Blick von ihm, denn ich kannte ihn ja schon von klein an, genügte. Irgend etwas saß im quer. Nach dem baden und föhnen guckte er mich plötzlich an, schmatzte zweimal und schon lag einer seiner letzten Backenzähne zwischen mir und ihm auf dem Behandlungstisch. Meine Gesichtsfarbe ist in diesem Moment sicherlich in sekundenschnelle zwischen bleich und grün gewechselt aber er sah mich danach nur wieder an mit einem Blick der von mir übersetzt hieß: So, der Quälgeist ist jetzt raus, nun können wir normal weiter machen! Nach dem “Zahnspucken” war er wieder ganz der Alte! Das werde ich sicherlich nie vergessen, denn im Anschluss haben meine Mitarbeiterinnen und ich so lachen müssen, daß man das mit Sicherheit noch 3 Häuser weiter gehört hat!

    #25455
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo,
    danke für diese Geschichte – und sorry auch für meine späte Antwort, ich muss Tomaten auf den Augen haben – aber das mit dem Pudel bleibt ganz sicher in Erinnerung 😉

    Danke und Frohe Ostern!

    Gina und Rubtier

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