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  • #15647
    Anonym
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    Mein Sohn stellte mir vorhin eine Frage,da ich keine Antwort drauf weiß,geb ich sie an Euch weiter : Man sieht oft Obdachlose irgendwo mit ihren Hunden auf ner Decke sitzen,oder sie gehn gemeinsam ohne Leine spazieren.Wieso sind die Hunde so ausgeglichen,selten bellen sie.Sehen meist entspannt aus! Unsereiner braucht ne Hundeschule,um den Hund zu erziehn,wie machen sie es?

    #46950
    Anonym
    Inaktiv

    Obdachlos heißt ja nicht, dass sie nicht schon mal ein anderes Leben hatten oder weniger Hundeahnung.
    Vielleicht ähnelt dieses Leben eher dem Leben in einem Rudel und für die Hunde ist eindeutig klar, wer der Chef ist. Ich hab auch mal gehört, dass die Hunde von Obdachlosen gut ausgelastet sind, weil sie fast die ganze Zeit auf Achse sind, auch ohne Maintrailing, Agility, Fährtentraining und und und…

    #46949
    Anonym
    Inaktiv

    Ich stell in Berlin auch immer wieder fest, dass die Hunde von den Punks am Alex die coolsten überhaupt sind. Die werden eben überall hin mitgeschleppt und sind, wie Faye schon sagt, wahrscheinlich viel näher am urpsrünglichen Rudelgedanken dran als die Büro- und Sofahunde

    #46946
    Anonym
    Inaktiv

    Die haben auch ein ganz anderes Verhäkniss zu den Besitzern,da die rund um die Uhr da sind.Dann ist es auch wichig das diese Hubde es so gewohnt sind.

    #46943
    Anonym
    Inaktiv

    Ich seh das immer aus zwei Perspektiven. Auf der einen Seite, die schon genannten Argumente. Klar, um die Hunde wird sich wirklich (zwangläufig) rund um die Uhr gekümmert. Sie gehen mit ihrem Herrchen durch dick und dünn und sind nie allein. Sie sind gut ausgelastet und können tagsüber entspannen, während sie nachts oft Wache halten, damit Herrchen nichts passiert. Für die meisten Obdachlosen ist ihr Hund auch der beste und oft auch einzige wirkliche Freund und wird somit gehegt und gepflegt soweit es ihnen möglich ist.
    Die negative Seite, die ich leider auch oft miterleben durfte ist jetzt nicht ganz so romantisch. Zumeist haben die Obdachlosen ein Alkoholproblem und sind, als Spiegel der Gesellschaft und mit steigendem Alkoholpegel auch oft recht leicht auf die Palme zu bringen. So werden die Hunde angebrüllt und nicht selten auch mal verprügelt, wenn sie grad mal nerven. Auch dass führt dazu, dass ein Hund nach außen hin, wenn man nur eine Momentaufnahme zur Meinungsbildung hat, ausgeglichen und ruhig wirkt. Sehr oft ist es aber so, dass dieses Tiere einfach aus Angst vor Repressalien lieber ruhig sind. Kadavergehorsam nennt man sowas wohl und war auch zu Zeiten, als das Schlagen von Hunde noch Gang und Gäbe war, an der Tagesordnung. Die Hunde spuren super, das ist es, was die Leute sehen. Warum sie das tun, steht auf einem anderen Blatt. Ich selbst komme aus der Punkszene und bin ziemlich angewiedert von dem, was ich da in Bezug auf den Umgang mit Hunden über die Jahre miterlebt habe. Klar werden die Tiere geliebt und geherzt, aber ebenso oft ordentlich angebrüllt, auf den Rücken geworfen, es wird an der Leine geruckt (so sie die Hunde mal anleinen) und auch schonmal nach ihnen getreten. Es gibt rühmliche Ausnahmen, aber wer genau hinschaut, der sieht sehr schnell welcher Hund wirklich gern hört und wirklich entspannt ist und welcher Hund einfach nur aufgegeben hat und sich seinem Schicksal fügt.

    #46932
    Anonym
    Inaktiv

    Richtig Pogo- ganz oft wird einfach die Angst und Resignation der Hunde eine Rolle spielen.
    Obdachlose mit Hund gibt es bei uns kaum, aber Punks mit meist großen Hunden, die zwar spuren, aber oft angeschrien und körperlich unterworfen werden.

    #46538
    Anonym
    Inaktiv

    Caesar Milan hat dieses Phänomen in einem seiner Bücher angesprochen.
    Im Grunde geht es darum, dass die Obdachlosen dem natürlichem Rudelverhalten der Hunde sehr nahe kommen… man streift umher, sucht Essen.. man schläft. Es liegt sicher auch oft daran dass diese Hundebesitzer sich überhaupt keine Gedanken um “richtige” Hundeerziehung machen, sondern einfach TUN. Wir machen oft aus einer Mücke einen Elefanten und schaffen dadurch erst Probleme..

    Zum Thema Punks kann ich mich da Pogos Meinung wieder mal nur anschliessen.. ich komme ebenfalls aus der Punkerszene und habe damals auch meine Hündin Tanju so integriert, wie sie gesagt hat.. Tanju wurde einfach überall mit hin genommen, hatte somit viel Kontakt mit anderen Hunden, mit Menschen und neuen Situationen. Geschlagen oder grundlos angebrüllt habe ich sie nicht, habe aber grobes Verhalten im Umgang mit ihren Hunden oft bei anderen gesehen – Schläge waren nicht dabei, aber es kam öfter vor, dass ich mit bis zu 6 Hunden allein unterwegs war, weil die Besitzer halt noch schlafen wollten und ich nicht mit ansehen konnte wie die armen Hundis dringend raus mussten.
    Bin sehr froh dass diese Zeiten hinter mir liegen 😉

    Jedenfalls hat Tanju durch diese Prägung ihr ganzes Leben lang davon profitiert.. ich konnte sie überall mit hin nehmen, jederzeit ohne Leine und konnte mich immer auf sie verlassen.
    Mit Kalinka war der Start viel schwieriger, weil sie so extrem ängstlich war.. mittlerweile mache ich es aber genauso. Sie kommt mit auf Arbeit zu den Pferden, sie kommt mit auf Arbeit zu den Kindern und Jugendlichen, sie muss in der Stadt halt doch mal angebunden vor einem Geschäft warten, auch wenn ich sie dabei trockenen Halses durch die Scheibe beobachte.. und wisst ihr was? Es funktioniert!
    Mein Hund, der sich noch vor 2 Monaten panisch von der Leine losgerissen hat sobald er angesprochen wurde geht inzwischen auf Menschen zu und fordert Aufmerksamkeit, überwindet seine Angst vor neuen Dingen und probiert die Welt aus.

    Vielleicht sollten wir uns also alle ein bisschen was von den Obdachlosen abschauen 😉

    LG

    #46525
    Anonym
    Inaktiv

    @Kalinka Das ist ja Klasse. Ich kann mich noch an deine Anfangsschwierigkeiten erinnern. Und an deine Zeilen über Tanju…
    Faye ist auch, leider nicht bei der Arbeit möglich in einer Arztpraxis, immer und überall dabei. Ich hab bei ihr vieles als selbstverständlich angesehen, wo sie einfach durch musste. Sie kann deshalb auch immer mit neuen Situationen umgehen und passt sich an. Allerdings war sie von Anfang an ein kleiner mutiger Draufgänger, der nie etwas Schlimmes erleben musste.
    Da war der Umgang mit meiner Pflegehündin das extreme Gegenteil. Aber ihr als Angsthund hat es viel geholfen, dass sie sich an Faye halten konnte und hat rasante Fortschritte gemacht.

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