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  • #78437
    Susanne Steiger
    Mitglied

    Liebe Isabella,
    wir haben eine ausführliche Antwort für dich bekommen, du erhältst sie per Mail.
    Hier ein Teil davon für alle anderen auch als Information:
    zunächst möchte ich dir mögliche Erklärungen geben, warum die Hündin so agiert. Verschiedenen Hunderassen haben ein größeres Bedürfnis nach Individualdistanz. Ein Herdenschutzhund fordert respektvolle Abstände ab 2 m, andere möchten keinen Fremdkontakt unter 50 cm. Das betrifft Menschen und/oder Hunde. Welpen, die bis zur Abgabe wenige oder ungute Erfahrungen mit (bestimmten) Menschen gemacht haben oder zugesehen haben, wie Bindungspartner ungute Interaktionen hatten, zeigen in ihren neuen Familien dann auch größeres Vermeideverhalten bis hin zu Abwehr von Kontaktaufnahmen, die in ihren Augen distanzunterschreitend und fordernd erfolgen, zum Beispiel ein Zugehen mit Blick und zugreifender Hand.
    Dass deine Hündin nicht knurrt, kann verschiedene Gründe haben. Ich denke, dass sie im gesamten Kontext hündisches Verhalten zeigt, das seine Ursache/n in den genannten Punkten haben könnte. Leider macht das Probleme in der Gesellschaft, die einem Hund beides nicht zubilligt. Wasserspritzen stoppt Verhalten und ist eine positive Strafe, die dem Hund etwas Unangenehmes zufügt. Die Leckerli dienen als positive Verstärker. Statt zu strafen, ohne eine Alternative zu bieten, wäre Folgendes eine Möglichkeit, im Alltag nachhaltiger zu helfen:
    Arbeite daran, deiner Hündin im Teamwork mit dir eine höhere Toleranz aufzutrainieren. Wichtig könnte sein, der Hündin über ein vorher gut trainiertes Signalwort, etwa „Anfassen“, anzukündigen, dass jetzt ein unkontrollierte oder unerwünschte Fremdberührung stattfinden wird, die sie zu dulden gelernt hat. Wie dieses Signalwort auftrainiert wird, kannst du in meinem Anleitungsvideo „Unsicherer Hund“ im DER HUND Club anschauen. Zudem rate ich, ein Beruhigungssignalwort einzutrainieren, wie „Easy“. Dieses Wort soll beim Hund zu sofortiger Entspannung von Leib, Seele und Geist führen. „Easy“, flüsterst du der Hündin in entspannten Schmusephasen zu und es wird damit an den entspannten Zustand gekoppelt.

    Weitere Tipps dazu gibt es auch im Club-Video von Anja Hazel, die dir hier geantwortet hat.

    #78569
    Nicoletta Bohnet
    Teilnehmer

    Hallo liebe Frau Steiger,
    zur Zeit und ganz frisch führe ich ab und an die Chihuahua Hunde von den Nachbarn aus.
    Ein ruhiger Rüde und eine sehr flippige hyperaktive Hündin.
    Was ich bei ihr gesehen habe ist, dass sie sehr unter Stress steht. Da sie ausserdem manchmal alles mögliche rammelt, denke ich, dass das wohl eine Art Stressabbau ist.
    Bin nicht gerade unerfahren mit Hunden. Führe, seit ich klein bin immer wieder mal welche aus, bzw. hatte ich selbst schon eigene Hunde (Aussies).
    Die Art von Problem, die ich mit dieser Hündin aber nun habe, kenne ich nicht:
    Sie kläfft ganz schnell, manchmal, wenn sie nur von der Ferne jemanden sieht. Egal ob ein Mensch nur alleine geht oder ob ein Hund dabei ist. Aber vor allen Dingen wenn ein Hund dabei ist. Sie ist in dem Moment überhaupt nicht mehr ansprechbar, bekommt nichts mehr mit und kläfft sich die Seele aus dem Leib und zieht zum anderen Hund hin. Gestern ist die Situation leider eskaliert, sie wollte dabei einen Hund angreifen, der sehr groß ist. Der Besitzer hatte seinen Hund dabei – obwohl er schon merkte, dass sein Hund bereits reagierte und sagen wollte “so nicht” – an der langen Leine gelassen und meinte auch noch, dass sein Hund ruhig “erziehen” könne und ich konnte die kleine Kläfferin gerade noch so wegziehen, dass der Biss des anderen Hundes in die Luft und nicht in den Chihuahua ging. Nun habe ich natürlich die Sorge, mal abgesehen davon, dass die Angriffe und Kläffereien alle stressen, dass wir mal einem freilaufenden Hund begegnen – und vorbei ist es.
    Was mir noch aufgefallen ist, dass die Kläfferei möglicherweise aus Unsicherheiten heraus bestehen, da die Hündin sich auch manchmal nach allen Seiten umdreht und sich auch mal vor einem Windrädchen erschreckt.
    Meine Idee ist es, dass ich (auch, da ich gerade den Verhaltenskurs absolviere und ansonsten viel aktuelles über Hunde lese), dass ich ihr ein “Ersatzverhalten” wie Fuß gehen anbiete. Was kann ich sonst noch tun? Ist sie evtl. unausgelastet? Können hormonelle Ursachen eine Möglichkeit ihres hibbeligen Verhaltens sein?
    Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    Nicoletta Bohnet

    #78571
    Susanne Steiger
    Mitglied

    Liebe Frau Bohnet,
    meine Kollegin und selbst Hundetrainerin hat Ihnen schon geantwortet, doch grundsätzlich wollen wir natürlich auch den anderen Mitlesenden hier Informationen zukommen lassen dazu – darum hier die Antwort in Kürze:
    in der Tat klingt es so, also wäre die Hündin sehr unsicher und unter starkem Stress. Möglicherweise hat sie auch schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht und möchte sie sich möglichst auf Abstand halten.

    Da die Hündin nicht Ihre ist, sollten vor allem ihre Halter mit ihr arbeiten – auch um Bindung, Vertrauen und Schutz-geben zu stäken. So kann sie lernen, dass ihre Halter dafür sorgen, dass ihr nichts passiert und sie nichts alleine regeln muss.

    In der Verhaltenstherapie kämen hier wohl vor allem die Bereiche Gegen- und Umkonditionierung in Frage. Trainer können hier professionell helfen – das wäre ein Rat an die Halter.

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