Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 25)
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  • #14060
    Anonym
    Inaktiv

    Viele werden das Problem kennen. Mein Hund Olaf hat Angst bei Feuerwerk. Die Tricks wie “So tun als sei nix” helfen nicht. Von daher muss ich ihm etwas medizinisches geben. Hat jemand Tipps? Schrecke auch nicht vor “chemischer Medizin” zurück, da auch Bachblüten bei ihm nicht helfen und letztlich Olaf auch nicht geholfen ist, wenn Herrchen auf NAturmedizin setzt, er aber trotzdem vor Angst durchdreht.

    #20614
    Anonym
    Inaktiv

    Hund Pongo hat ja auch totale Angst. Er geht keine 2 Schritte raus! Und das 24 Std! Selbst nächsten Tag habe ich noch Schwierigkeiten :o(
    Ich weiß, das es “chemische” Keulen beim TA gibt – ich selber hab keine Ahnung/Erfahrung damit.
    Ich habe nun gerade eine Info erhalten daß Phosphorus D12 ( homöopatisch ) angeblich so toll helfen soll….informiere mich gerade! Ansonsten hätte ich ein Online Beratungstierarzt von “Tasso” empfohlen unter http://www.zzf.de den kannst Du gerne persönlich anschreiben, er antwortet schnell zurück.

    Ich selber backe bzw.mache Sylvester Trockenfleisch – der ecklige Geruch lenkt Hund Pongo etwas ab und läßt sein Hundeherz immerhin höher schlagen *wenn ich auch mit Klammern in der Nase rumrenne* wat tut man nicht alles für sein Hundi… *lach*

    Liebe Grüße

    #20692
    Gabi Winter
    Mitglied

    hallo! also wenn bachblüten nicht helfen würde ich mir vom tierarzt einen beruhigungscoktail geben lassen. cosma bekommt einen harmlosen valium mix zum fliegen und das klappt sicher auch zu sylvester. dann pennt sie immer 10 stunden durch und ist danach noch 2 stunden auf halbmast was zum morgendliche spazierenschlurfen wenns noch so komisch riecht ja auch nicht doof ist… drück euch die daumen, cosma und jessy

    #20763
    mario.schroeder
    Teilnehmer

    Bei Ängsten helfen auch mal Resque-Tropfen. Gruß Anja

    #21143
    Anonym
    Inaktiv

    meine Sammy hatte immer schreckliche Angst beim Feuerwerk.
    Habe sie deshalb die letzten drei Jahre jedesmal spritzen lassen – hat ein wenig geholfen. Heuer habe ich von einer Bekannten den Tipp bekommen,
    Notfall – Bachblüten “Globull” zu nehmen. Da uns nichts mehr erschrecken konnte habe ich der Sammy ca. 19 Uhr 4 Kügelchen gebeten. Ca. 22 Uhr nochmals 4.
    Sammy hat dann geschlafen – und die Angst war nicht so schlimm. Seitdem habe ich, wenn es knallt oder donnert
    Sammy aufgefordert zu bellen.Dadurch ist die Angst durchbrochen . Vor ca. 14 Tagen beim Feuerwerk hat Sammy nur einmal gebellt und dann hat sie neben mir geschlaffen. Zwischdurch waren Streicheinheiten auch gefragt.
    Ich glaube wir haben es geschafft. Zwar muß ich in Kauf nehmen, dass sie auch bellt, wenn im Tagesgeschehen etwas scheppert oder knallt.
    Probier es mal aus – Schaden kann es
    nicht und die Notfallkübelchen kann man immer brauchen.
    Wünsche viel Erfolg – Sammy

    #22446
    Anonym
    Inaktiv

    Für Aimee ist Sylvester auch der totale Horror. Hab es mit Bachblüten auch probiert, ohne Erfolg. Hab dann von meiner Tierärztin “Vetranquil”-Tabletten bekommen. Sicherheitshalber hat sie mir 4 Stück mitgegeben. Nachmittags um 16:00 Uhr hab ich ihr eine gegeben. Und sie hat richtig schön durchgeschlafen bis zum nächsten Morgen. Das war nach Jahren das erste entspannte Sylvester, was wir hatten.
    Aimee hat das Medikament trotz Herzfehler sehr gut vertragen.

    LG Aimee und Tanja

    #22685
    Anonym
    Inaktiv

    Also in unserer TApraxis gibt es für Angstpatienten an Silvester immer Sedalin. Also so heißen die Tabletten, weiß jetzt aber spontan gar nicht von welchem Hersteller die sind.

    #22703
    Anonym
    Inaktiv

    Lizzy bekommt auch Vetranquil. Bachblüten (Rescue-Tropfen sind ja nix anderes) hat nichts gebracht :rolleyes: – Sie wiegt knapp 7kg und bekommt nur eine halbe Pille am Abend gegen 17.00Uhr. Damit übersteht sie das Sylvesterfeuerwerk stressfrei und mir geht auch besser, da ich nicht mit ihr leiden muss 🙂

    Lieben Gruss, Birgit

    #22707
    Agnes Roos
    Mitglied

    Hallo,
    wir haben auch dieses Problem und zwar weil man unserer Suse als sie etwas über ein Jahr alt war Knaller hinterher geworfen hat bei uns in der Siedlung kleine Türkenjungs seitdem hat Suse aber auch vor allem Angst und wenn die Zeit kommt wo es Knaller gibt dann ist ganz aus. Wir haben es mit den Notfalltropfen versucht, mit den Kügelchen dann hat uns der TA extra was gegeben aber alles hilft nichts ich weiß mir auch schon keinen Rat mehr. :rolleyes:
    Vor zwei Jahren sind wir extra auf die Insel Amrum gefahren weil dort nicht geknallt werden darf dort ging es aber leider kann man das nun nicht jedes Jahr machen.

    Vielleicht weiß ja hier noch jemand einen anderen Rat.

    Lg. Ute mit Suse 🙂

    #49466
    Annika Mayer
    Teilnehmer

    So nun steht ja Silvester an und meine Lady hat furchtbar Angst. Sie ist überhaupt nicht knall oder schepperfest. Die letzten 2 Jahre hat sie ne chemische Keule bekommen vom TA und davor hatten wir es mit Rescue Tropfen versucht , leider nur mit mäßigem Erfolg.Seit einer Woche bekommt sie ” BORAX” ist homöopathisch und ich merke jetzt schon dass sie viel entspannter ist wenns knallt oder scheppert oder schießt.

    #49470
    Anonym
    Inaktiv

    Es ist wirklich furchtbar,wie manche Vierbeiner leiden ! Willi ist (Gott-sei-Dank) nicht empfindlich,aber unsere Pauline war nur noch ein Nervenbündel,da half rein garnichts,sie war nur noch am Zittern ! Gassigehen war nicht mehr drin,da half nur,rein ins Auto und ganz weit in den Wald ! Zu Hause wurden die Fenster dichtgemacht, Fernseher oder Radio laut gestellt und so normal wie möglich alles ablaufen lassen. Das Schlimme ist ja,daß es solche Idioten gibt,die morgen schon knallen. Unsere armen Tiere ,denn unsere Katzen wissen vor Angst auch nicht,wohin!! X( X( X(

    #49471
    Anonym
    Inaktiv

    An dieser Stelle muss ich mich auch mal zu Wort melden.

    Ich selbst halte nicht viel von irgendwelchen Mittelchen gegen solch eine Angst. Allerdings krieg ich mit Pogo langsam auch so meine Problemchen, was die Böllerei angeht. Ich habe das Gefühl, es wird bei ihm von Jahr zu Jahr schlimmer. Hat er früher nur rumgezetert, wenn es wirklich abging (also gegen 24 Uhr) so schlägt er jetzt teilweise mitten in der Nacht fürchterlich an (und wenn ich fürchterlich schreibe, meine ich auch fürchterlich – ich stehe dann jedesmal im Bett und hab für nen paar Sekunden Herzrasen) wenn draußen irgendwo ein Böller hochgeht. Leider gibt es hier im Viertel etliche Kids die es lustig finden hier mitten in der Nacht durch die Gegend zu ziehen und Blitzknaller zu zünden. Ok was habe ich bisher versucht?
    Anfangs habe ich es mit einem simplen “Aus” probiert. Ok, damit hat Pogo zwar aufgehört zu kläffen, aber es verhindert leider nicht, dass er damit anfängt, wenn so ein Teil des Nachts hochgeht. Als nächstes habe ich versucht, sein Kläffen einfach zu ignorieren und mit dem weiter zu machen, was ich vorher tat (meisten war das eben schlafen, da am Tag selten Böller fliegen). Auch das hat seine Wirkung verfehlt, es beruhigt ihn anscheinend nicht, dass ich cool bleibe. Dann habe ich einen Tipp ausprobiert, den mir ein Hundetrainer mal gab: Wenn Pogo wegen irgendwas anschlägt, soll ich zum Fenster gehen und quasi nachschauen, was da los ist so dass Pogo merkt, dass ich mich darum kümmere und er das nicht übernehmen muss. Auch das wirkt leider nicht und hat nur den gleichen Effekt wie das anfängliche “Aus!”. Gut dachte ich mir, versuche ich es jetzt einfach mal mit Originalgeräuschen. Also schnell mal im Netz nach Feuerwerken gesucht, die Boxen aufgedreht und abgespielt. Was passiert? Nix! Pogo liegt seelenruhig auf seinem Platz und ignoriert es völlig. Aber wehe draußen vorm Haus geht wieder ein Böller los. Er unterscheidet also ganz klar zwischen in der Wohnung und allem, was davor vor sich geht. Als allerletzten Versuch hab ich dann ne Megapackung Luftballons gekauft und sie aufgepustet, um “heimlich” immer mal einen platzen zu lassen. Auch das verfehlte seine Wirkung vollkommen, da er zwar erschrak, aber stillschweigend auf mich zugelaufen kam und nachschaute, was das wohl gerade war. Kein Kläffen – nix. Also, was kann ich noch probieren (wohlwissend, dass bis Silvester kaum noch Zeit ist, ein wirkliches Resultat zu erzielen)?

    #49543
    Anonym
    Inaktiv

    ich hab diese Tipps kopiert mit ausdrücklicher Erlaubnis der Verfasserin
    Hilfe für den Hund am Sylvestertag – oder:

    Ist die Menschheit verrückt geworden?!

    „Alle Jahre wieder…“ kommt leider nicht nur das Christ-kind, sondern pünktlich eine Woche später auch die große Knallerei. Weihnachten gilt als stilles und besinnliches Fest, an dem es gar nicht ruhig genug sein kann, selbst unser altes deutsches Liedgut preist die „Stille Nacht, heilige Nacht…“ , aber nur sieben Tage später scheint die Menschheit regelmäßig verrückt zu werden. Es kann gar nicht laut und grell genug werden – ganz gleich, einen wie hohen Preis wir dafür zahlen.

    Ebenfalls fragt sich alle Jahre wieder der gesunde Menschenverstand, wie es sein kann, dass angesichts (ver)hungernder Menschen und Tiere, einer kriselnden Weltwirtschaft und scheinbar nicht lösbarer Umwelt-probleme, die uns irgendwann alle miteinander mit einem ganz großen Knall ins Jenseits befördern könnten, über-haupt ein Mensch so verrückt sein kann, Geld für Raketen, Böller und Tischfeuerwerk auszugeben?! Ja wissen die Leut` denn wirklich nichts besseres damit anzufangen? Für die ganz Ideenlosen wüsste ich da ein paar Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die um jeden Cent dankbar wären. Auch das Frauenhaus, die Welt-hungerhilfe und Aktion Mensch hätten sicher einen besseren Verwendungszweck für die Milliarden, die da alljährlich in die Luft gepulvert werden.

    Und nun möge mir bloß keiner mit der Tradition kommen! Ach, so vieles wird unter dem Deckmäntelchen der Tradition fortgeführt, so vieles, das man lieber bleiben lassen sollte: Der Stierkampf, die Treibjagd, Pferderennen oder auch die Unterdrückung der Frau, die nach wie vor in vielen Ländern dieser Erde zur guten (?) alten Tradition gehört. Na ja, manchmal ist die Tradition halt auch mehr alt als gut und gehört einfach abgeschafft. Es lohnt, darü-ber nachzudenken.

    Als Tierhalterin habe ich mir die Knallerei schon als Jugendliche abgewöhnt. Zu sehr taten mir die Hunde (und Katzen!) leid, wenn sie sich zitternd unter der Eckbank verkrochen und tagelang nicht mehr aus dem Haus trauten. Ich dachte an die Wildtiere, die ebenfalls voller Angst und Schrecken flüchten und Schutz suchen vor einer nicht benennbaren und nicht verstehbaren Gefahr.

    In meiner Hundeschule mehren sich jetzt wieder die Anrufe der Verzweifelten, die fragen, ob ich Tipps hätte, wie man mit dem geliebten Vierbeiner die Jahreswende halbwegs schadlos übersteht. Immer wieder stellt man mir die Frage, ob ich mich da auskenne. Oh ja, da kenne ich mich sogar sehr gut aus, denn drei meiner sieben Hunde haben schreckliche Angst und zwei fürchten sich zumindest etwas. Mit den folgenden, jahrelang im Ernstfall erprobten Tipps kommen wir ganz gut über die Runden:

    Die einfachste Lösung zuerst: Hauen Sie mit Ihrem Hund einfach für ein paar Tage ab. Buchen Sie eine einsame Berghütte irgendwo im Nirgendwo. Das müssen Sie allerdings rechtzeitig tun, denn einsame Berghütten gibt`s bei weitem nicht so viele wie genervte Hundehalter, die diese zur Jahreswende händeringend suchen. Reisen Sie schon ein paar Tage vor Sylvester ab und bleiben Sie auch etwas länger, denn wie wir alle wissen, beginnt die Knallerei schon Tage vor dem ganz großen Spektakel und zieht sich auch noch bis zum zweiten oder dritten Januar hin.

    Wenn diese Lösung nicht möglich ist, wäre mein wichtigster Tipp, dass Sie Ihrem Hund so viel Ruhe wie möglich vermitteln und durch Idolfunktion vorleben, dass Ihnen der ganze Rummel gar nichts ausmacht. Für mich ist dies zugegeben der schwierigste Part, denn tatsächlich könnte ich jedem, der da draußen rumknallt, ebenfalls eine knallen – kleine Kinder, die noch nicht wissen, was sie tun, ausgenommen.

    Durch die Stimmungsübertragung beeinflussen wir unsere Hunde ganz enorm, je gelassener Sie also sind, desto eher kann Ihr Hund sich zumindest etwas beruhigen. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass Ihr Hund keine Angst mehr hat, nur weil Sie keine haben, denn ganz so einfach läuft es nicht. Es ist etwa wie bei einem bevorstehendem Besuch beim Zahnarzt, der Ihnen große Angst macht: Ein Partner, der Ihnen Mut zuspricht und Gelassenheit ausstrahlt, hilft zumindest etwas – einer der glaubt, man brauche doch keine Angst haben, weil er/ sie ja schließlich auch keine Angst hat, hilft überhaupt nicht, sondern nervt einfach nur.

    Tipp Nummer zwei steht in direktem Zusammenhang mit Tipp Nummer eins: Haben Sie Zeit für Ihren Hund, stehen Sie ihm durch Anwesenheit zur Verfügung und ermög-lichen Sie ihm das Kontaktliegen, wenn er es wünscht. Hierbei müssen Sie aber sehr präzise arbeiten, damit es nicht zu einer so genannten unbewussten Bestätigung kommt. Keinesfalls heißt dies nämlich, dass Sie Ihren Hund auf den Arm nehmen, herumtragen oder auf den Schoß setzen sollen, während Sie ihn streicheln und in endlosen Litaneien bedauern, denn dieses Verhalten würde die Angst Ihres Hundes nur verstärken. Allerdings sollten Sie andererseits auch keinesfalls – wie von manchen Trainern empfohlen – Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat. Dieser Tipp, der die oben genannte „unbewusste Bestätigung“ verhindern soll, ist weit über das Ziel hinaus geschossen, denn wenn Sie Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat, was vermitteln Sie ihm dann?! Dass Ihnen seine Angst vollständig egal ist und er sich an jemand anderen wenden muss, wenn er Unterstützung und Schutz braucht – und das ist für eine gute Bindung und ein angestrebtes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter das reinste Gift! Deshalb haben wir seit Jahren ein Ritual eingeführt, das bestens funktioniert:

    Unser Wohnzimmer wird zu einer Liegelandschaft umgebaut. Zugegeben, bei nur einem Hund oder zweien ist das nicht nötig, es reicht ein bequemes Sofa, aber wir haben ja sieben… Einer von uns hält sich die meiste Zeit über auf der „Liegewiese“ auf, meistens lesen wir oder telefonieren mit Freunden. Die Hunde kommen ganz von selbst und suchen den Körperkontakt, wenn die Knallerei losgeht. Sie legen sich mit hin, dürfen sich ankuscheln und unsere Nähe spüren. Einem von ihnen hilft es besonders, wenn wir ihn mit einer Decke so zudecken, dass nur noch sein Kopf rausschaut – er fühlt sich so eingehöhlt sicherer. Wenn die, die besonders große Angst haben, anfangen zu hecheln oder uns anzupföteln, reagieren wir darauf nur geringfügig und sagen einfach nur kurz „Ist schon o.k.“ oder ähnliches und strahlen weiterhin heitere Gelassenheit aus. Um diese Stimmung zu erzeugen, helfen übrigens Bücher des Dalai Lama ausgesprochen gut! J

    Zusätzlich läuft bei uns der Fernseher in einer Lautstärke, die gut erträglich ist, aber doch den Lärm von draußen zumindest teilweise abmildert. Diese Geräuschkulisse kann die Knallerei natürlich nicht übertönen, dann würden uns – und besonders unseren Hunden, deren Gehör viel feiner ist – ja die Ohren weh tun. Aber sie verhindert eine allzu starke Fokussierung auf die Knallgeräusche. Der besondere Tipp: Auf 3 SAT laufen jedes Jahr ab 11.00 Uhr vormittags bis weit nach Mitternacht Mitschnitte von tollen Live-Konzerten der vergangenen Jahre. Echte Sahnestücke der Musikgeschichte, von Phil Collins über U2, Michael Jackson, Pink oder Tina Turner, es ist für so ziemlich jeden Musikgeschmack etwas dabei.

    Sehr hilfreich ist auch eine CD, die es als Beigabe zu dem Buch „Mit den Ohren eines Hundes“ (sehr zu empfehlen!) gibt. Die auf ihr zu hörende Musik wurde nach jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet der Psycho-Akustik arrangiert und ist speziell auf das akustische Wahr-nehmungsvermögen von Hunden abgestimmt. Sie wirkt beruhigend und wird bereits erfolgreich in Tierheimen, Hundepensionen und Tierkliniken eingesetzt.

    Sobald es am Nachmittag auch nur ansatzweise dämmrig wird, machen wir überall im Haus das Licht an, um die von draußen kommenden Lichtreflexe zu mildern. Sollten Sie Gardinen oder Rollos haben, sollten Sie diese schließen. Manchmal hört man den Tipp, mit dem Hund am besten in den Keller zu gehen, im Idealfall in einen Keller ohne Fenster. Dies ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie das nicht ausschließlich zu Sylvester tun – sonst kann es schnell passieren, dass der Hund bereits das Herunter-gehen in den Keller fürchtet, weil es für ihn in direktem gedanklichen Zusammenhang mit der Knallerei steht. Sollten Sie aber eine Art eingerichteten Hobbyraum haben, den Sie regelmäßig nutzen, kann es tatsächlich hilfreich sein, Sylvester dort unten zu verbringen, bis gegen 2.00 oder 3.00 Uhr nachts zumindest die schlimmste Knallerei vorbei ist.

    Die Gassi-Runden reduzieren wir auf kurze Gänge in der Nähe des Hauses, damit die ängstlichen Hunde das Gefühl haben, jederzeit auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause zu können. Ist „die Fluchtburg“ in kürzester Zeit erreichbar, fühlt sich so mancher Hund zumindest etwas besser. Wenn Sie einen Garten haben, können Sie das Rausgehen auch auf diesen beschränken. Wir gehen am 31. Dezember immer eine ganz lange Runde sehr früh am Morgen, so gegen 6.00 Uhr – da ist es noch weit-gehend ruhig. Danach bleiben wir mit den ängstlichen Hunden auf unserem Grundstück.

    Wenn Sie einen Hund haben, der in Panikattacken verfällt, wenn er es – selbst in größerer Entfernung – knallen hört, dann führen Sie ihn an den Tagen rund um Sylvester mit doppelter Leinensicherung und bleiben Sie in der Nähe Ihres Hauses oder Ihres offen stehenden (!) Autos, denn für diese Hunde ist das Erreichen „der Fluchtburg“ eine Frage des Überlebens.

    Von der häufig empfohlenen Gabe von Medikamenten möchte ich dringend abraten! Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass jedes Psychopharmaka eine so genannte Umschlagwirkung zeigen kann. Das bedeutet in diesem Fall, dass der Hund nicht beruhigt, sondern ganz im Gegenteil, jetzt erst richtig hoch gefahren wird. Der Kreislauf wird aktiviert, der Puls rast wie verrückt, der Hund kommt nicht mehr zur Ruhe und der so gestresste Organismus nimmt die Außenreize durch die Adrenalin-ausschüttung noch stärker wahr. Vor ein paar Jahren wurde ich am Sylvesterabend von einer völlig verzweifelten Hundehalterin angerufen, bei deren Eurasierer-Rüden genau das passiert war. Der Hund drehte völlig durch, speichelte, raste fieberhaft nach Unterschlupf suchend durch das Haus und war kaum noch ansprechbar. Die Tierärztin, die das Mittel verschrie-ben hatte, empfahl am Telefon, den Hund in die Praxis zu bringen, was vollkommen ausgeschlossen war für die Halterin, weil er sich nicht einmal mehr anfassen ließ, ohne deutlich drohend zu fletschen – was er übrigens sonst nie tat! Als ich nach halbstündiger Fahrt dort ankam, war der Hund bereits so durchgedreht, dass ich einen Kreislaufkollaps befürchtete. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns auf den Hund zu stürzen, ihn – halb im Würgegriff – ins Auto zu zerren und in die Klinik meines Vertrauens zu bringen. Dort wurde er in Narkose gelegt, um ihn erst einmal ruhig zu stellen. Dann wurde er an den Tropf gehängt, um die Wirkstoffe in seinem Körper möglichst schnell auszuschwemmen. Es dauerte mehr als 14 Tage, ehe dieser Hund sich halbwegs erholt hatte und sein Frauchen und mich wieder vertrauensvoll an sich heran ließ. Er war damals fünf Jahre alt und ich kannte ihn seit seiner Welpenzeit. Er hatte uneingeschränktes Vertrauen zu mir und seiner Halterin bis zu diesem Abend gehabt…

    In einem anderen Jahr rief mich am 05. Januar eine Dame an, deren Hund sich seit Sylvester völlig verändert hatte. Er zitterte, sobald er nur angesprochen wurde und reagierte extrem auf jegliche Außenreize, die mit Geräuschen oder Licht zu tun hatten. Er flüchtete zum Beispiel in Panik unter den Küchentisch, als vor dem Haus die Straßenlaterne anging. Beim Beratungsgespräch stellte sich dann heraus, dass auch dieser Hund auf Anraten eines befragten Tierarztes Medikamente verschrieben bekommen hatte. Er wählte ein Mittel aus, dass hauptsächlich auf der Basis eines Muskelrelaxans wirkte, das Bewusstsein aber kaum beeinflusste. Im Klartext bedeutete dies, dass dieser arme Hund, der schon immer große Angst vor Sylvester hatte, alles um sich herum mitbekam, aber unfähig war, sich zu bewegen. Gefangen im eigenen Körper konnte er weder hecheln, noch herumlaufen oder sich verkriechen, so wie er es sonst immer getan hatte. Die Folgen waren fatal – dieser Hund erlitt ein Trauma, von dem er sich nie mehr richtig erholte. Er hatte für den Rest seines Lebens Probleme und die Halterin verfluchtete den Tag, an dem er das „Beruhigungsmittel“ bekommen hatte.

    Ich könnte noch einige solcher Beispiele nennen, die ich im Laufe der Jahre miterlebt habe. Es waren weit mehr als nur diese beiden und aus diesem Grund würde ich die Gabe von Medikamenten nicht empfehlen. Ich kenne keinen einzigen Hund, der sich nicht über kurz oder lang wieder erholt hätte nach der Knallerei – aber einige, die durch Medikamentengabe traumatisiert wurden. Selbst-verständlich gibt es auch Hunde, die die Medikamenten-gabe gut vertragen – nur weiß man vorher nicht, ob es so sein wird und mir ist das Risiko für die mir anvertrauten Tiere definitiv zu groß, falls es nicht so sein sollte.

    Hingegen macht eine Kollegin von mir recht gute Erfahrungen mit der Gabe von Bach-Blüten. Suchen Sie sich einen seriösen Therapeuten, der eine individuelle Mischung für Ihren Hund zusammenstellt. Die im Handel erhältlichen, fertigen Mischung möchte ich Ihnen nicht empfehlen, da sie der eigentlichen Lehre Bach`s und seinem Verständnis über die Wirkung der Blütenmittel nicht entsprechen. Eine Umschlagwirkung ist hier nicht bekannt, es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in seltenen Fällen zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen kann, ähnlich wie wir sie aus der Homöopathie kennen. Sollte diese gerade an Sylvester auftreten, wäre das natürlich fatal. Deshalb ist eine vorherige Gabe zum Ausprobieren empfohlen.

    Einigen Hunden hilft auch der D.A.P.-Stecker recht gut, der im Fachhandel erhältlich ist. D.A.P. ist die Abkürzung für Dog Appeasing Pheromone. Diese Pheromone sind Duftstoffe, die eine Mutterhündin während der Laktations-phase zwischen der Milchleiste absondert und die beruhigend auf die Welpen wirken. Man fand heraus, dass diese Wirkung auch noch bei erwachsenen Hunden eintritt und schließlich gelang es, diese Pheromone zu synthetisieren. Steckt man nun diesen Stecker in die Steckdose, wird der Geruch der Pheromone ausgeströmt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie dem Hund die Gelegenheit geben, den Raum zu verlassen, wenn er das wünscht, denn nicht alle Hunde mögen diesen Geruch und nicht auf alle wirkt er beruhigend! Beobachten Sie Ihren Hund, ob er sich freiwillig in die Nähe des Steckers begibt und tatsächlich ruhiger wird oder ob ihm dieser Geruch völlig egal zu sein scheint oder er sogar den Raum verlässt. Auch hier ist es sinnvoll, nicht erst am Sylvesterabend auszuprobieren, welche Reaktionen Ihr Hund zeigt, fangen Sie ruhig schon ein bis zwei Wochen vorher damit an. Auf gar keinen Fall sollten Sie die ebenfalls erhältlichen D.A.P.-Halsbänder verwenden, denn einmal angelegt kann der Hund sich eben nicht mehr frei entscheiden, ob er den Geruch sucht oder meidet, sondern ist ihm ausgeliefert. Interessant ist, dass der Hersteller anfangs, als es nur die Stecker gab, selbst ausdrücklich darauf hinwies, wie wichtig es ist, dem Hund die Möglichkeit zum Ausweichen zu geben. Trotzdem hat er dann die Halsbänder und auch noch ein Spray auf den Markt gebracht. Man macht sich so seine Gedanken, was hinter diesem Sinneswandel steckt…

    Für viele Menschen ist übrigens unklar, warum Hunde gerade vor Sylvester so große Angst haben. Manchmal sogar solche, die zum Beispiel keine Probleme mit Schüssen oder Gewitter haben. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass durch die Knallerei gleich mehrere Sinne deutlich überstrapaziert werden: Der Gehörsinn durch den Lärm, der Gesichtssinn (die Augen) durch die ungewohnten und in großer Anzahl auftretenden Lichtreflexe und der Geruchssinn durch den Gestank, den die Böller verursachenund der ebenfalls ungewohnt ist für den Hund.

    Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihrem Hund (oder Ihren Hunden) eine möglichst ereignislose Sylvesternacht und hoffe, dass die hier zusammengefassten Tipps helfen, mit möglichst viel Ruhe und Frieden ins neue Jahr zu kommen!

    Clarissa v. Reinhardt
    http://www.animal-learn.de

    P.S. : Als Autorin erlaube ich ausdrücklich, diesen Text ungekürzt, unverändert und unter Nennung der o.g. Quelle weiträumig zu verbreiten. Wenn Sie ihn erhalten haben, freue ich mich, wenn Sie ihn an Freunde und Bekannte weiter schicken, ihn in Foren oder auch gern auf Ihre eigene Homepage stellen. Sie dürfen ihn auch ausdrucken, kopieren und verteilen. Desto mehr Menschen er erreicht, desto mehr Tieren kann hoffentlich geholfen werden.

    #49547
    Anonym
    Inaktiv

    Wow vielen Dank für den tollen Text. Ich bin froh einmal auch solch kritische Stimmen gegen diese ganzen Ruhigstellungsmittel zu lesen. Wobei ich auch von Bachblüten nicht viel halte, so können diese aber zumindest keinen Schaden anrichten, wenn sie schon meiner Meinung nach nichts nützen. Leider ist bei den Tipps jetzt keiner dabei, der mir wirklich weiterhelfen würde, denn Pogo ist nicht ängstlich im Sinne, dass er sich am liebsten verkriechen würde, sondern im Gegenteil, er geht quasi zum Angriff über und versucht die Böller mit ohrenbetäubenden Gebrüll in die Flucht zu treiben. Was natürlich keinen Erfolg hat. Soll heißen, diese Kontaktvariante nützt bei ihm nicht viel, da er mehr damit beschäftigt ist, die Dinger anzukläffen, denn meine Nähe zu suchen. Also werde ich es wohl wie jedes Jahr wieder mit lauter Musik und zugezogenen Fenstern versuchen 🙁 Nur was mache ich, wenn ich schlafen will? Wie schon geschrieben, hier gehen eigentlich das ganze Jahr über immer mal wieder Blitzknaller des Nachts hoch (warum auch immer die Kids das ganze Jahr über Böller mit sich rumschleppen) und gleich nach den Blitzknallern eben mein Hund und als letztes Glied in der Kette dann auch ich X(

    #49553
    Anonym
    Inaktiv

    Ich finde es auch ganz schwierig – einerseits ist so ein Feuerwerk ja wirklich schön anzusehen un d man gönnt den Menschen ihren Spass – andererseits erschreckt es Tiere wirklich ganz furchtbar. Ich denke, es muss einfach rücksichtsvoll umgegangen werden damit – ein Jahr ist unser George mal von Teenies mit Knallfröschen beworfen worden, unglaublich, wie unsensibel und gemein manche Menschen sind. Naja, ich kann ja ein langes Lied davon singen. ;(

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