Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 21)
  • Autor
    Beiträge
  • #14214
    Anonym
    Inaktiv

    Mit dem Titel kann man mein Problem eigentlich ganz gut zusammenfassen.
    Finn ist zu verspielt. Das ist eigentlich nichts schlimmes und ist mir TAUSENDMAL lieber, als einen agressiven Hund zu haben.

    Früher hatte ich das Problem mit ihm, dass er einfach jeden Hund zum Spiel aufgefordert hat, wenn wir spatzieren gegangen sind. Halt alles total harmlos, weil alle Hunde, da wo ich gehe rumrennen, wie sie wollen denkt man sich erst, dass alles ganz in Ordnung ist. Bis mir irgendwann aufgefallen ist, dass er immer selbst entscheidet, wann er mit wem spielen will und wann nicht.
    Gut, dachte ich mir Schleppleinentraining, schön erstmal einmal zu mir hintapern, bevor er mit jemandem spielen darf, wie’s im Lehrbuch steht.
    Also, das HERKOMMEN klappt prima. Abrufbar ist der Bursche, war auch ein gutes Stück arbeit.

    Mein Problem ist nun, wenn ich beschließe, dass wir an zB. der Gruppe Chihuahuas vorbeigehen wollen, kann er das nicht so wirklich akzeptieren. Dann zieht er seine Show ab. Zu der gehört fiebsen und wimmern, als würde ich ihn massakrieren und je nachdem, wie weit er sich da hineinsteigert auch, dass er zu den anderen Hunden rennen will. Das wird von mir aber gestoppt, immerhin bin ich ja konsequent xD
    Es ist nicht so, dass er IMMER diese Show abzieht, aber es kommt schon ziemlich oft vor, dass ich gestehen muss, dass ich immer an das “schlimmste” denken muss und dass er vielleicht so auch in seine ‘alte Rolle’ reinfällt und anfängt zu fiebsen.
    Keine Ahnung ehrlich, das ist geraten :’D aber ich habs halt mal versucht auf die Leinenagressivität zu übertragen, weil es bei Finn quasi eine Leinenverspieltheit ist. Oder sowas x) ich finde kein zweites Thema mit dem selben Problem, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige mit dem Problem bin 😮

    Naja, Hundeschule etc. pp. müsste dann mal wieder auf meinem Plan stehen, wenn ich das nicht selber hinkriege. Aber ich denke, es ist immer besser mehrere Meinungen zu ‘nem Thema zu hören 🙂

    Naja. Ein paar Worte zu Finn, damit ihr euch besser in die Situation reindenken könnt, wenn ihr das wollt.
    Er ist ein einjähriger Weimaranermischling, Rüde, unkastriert, läuft normalerweise brav bei Fuß, jagd nicht (passioniert), ist abrufbar zu 80% (die restlichen 20% schiebe ich auf das Alter!), versteht sich mit Rüden und Hündinnen, Welpen und Katzen gleich gut. Mit allen will er spielen.
    Joa… er ist ein sehr sozialer, freundlicher und freudiger Hund der einem eigentlich keine Probleme macht außer, dass er jeden Hund als möglichen Spielkameraden sieht und er einen Faible für Schafs- und Pferdeexkremente hat.

    Hätte er diesen…. Trieb nicht, zu jedem andren Hund zu wollen, wär ich soooo glücklich ): Weil bei Stadtspatziergängen etc. nervt es halt schon, wenn er jeden zweiten Hund anwimmert.
    Ich habe schon an eine Kastration gedacht, allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sich dadurch das Problem beheben lassen würde, weil er ja nicht nur Hündinnen so anspielt.

    hmm… zum möglichen Thema möglicher Unterforderung: täglich kriegt er zwei, bis zweieinhalb Stunden Spatziergeh-an-frischer-Luft-Zeit.
    Da er halt auf Grund seiner Veranlagung ein kleiner Vorsteher ist, mach ich mit ihm ganz laienhaft Fährtenarbeit, wo er schön seine Nase und seinen Kopf benutzen muss. Als das Wetter noch schöner war, hab ich ihn mit, mit meiner Mama zu ihrer Wasserrettungsgruppe mit den Neufundländern genommen und ihm Schwimmen etc. beigebracht.. hm. Klar von den üblichen Gehorsamkeitsübungen bin ich mit ihm eigentlich dann sonst nur noch spatzieren gewesen.
    Ich bin mir nicht sicher, aber das ist, denk ich, gutes Mittelmaß, was den Beschäftigungsgrad für den Hund angeht.
    Naja, irgendwo muss das Problem liegen. Mir ist klar, dass er grad in nem alter ist, wo ich keinen absoluten Gehorsam verlangen kann, ich glaube sogar, dass ich bei ihm nie einen wirklich absoluten Gehorsam erreichen werde, brauche ich auch eigentlich nicht. Aber ein wenig muss ich ihn doch dazu kriegen können, weniger… spielen zu wollen.
    Ich weiß, das hört sich irgendwie komisch an.
    Aber das ist mein Problem. Durch seine “Spielsucht” (haha :p) ist er ganz unempfänglich für ALLES.

    Ich bitte um freundliche, gutgemeinte Ratschläge :’)

    Man, das war jetzt viel Geschriebenes…

    #43224
    Anonym
    Inaktiv

    Hey Finn,
    ich habe deinen Beitrag sehr aufmerksam gelesen. Dabei habe ich auch so darüber nachgedacht, was ist das wohl für einer. Hab so auf Husky, Bordercollie und Weimaraner getippt. Jedenfalls freundlichestriebstarkes Arbeitstier. Und da schreibst du zum Schluss, dass er wirklich nen Weimaraner ist 8o
    Du hast da ein absolutes Arbeitstier! Gerade jetzt wo er so langsam erwachsen wird, sollte dein ziel schon “absoluter ” Gehorsam sein. Denn wenn er jetzt merkt er hat dich voll im Griff dann hat er dich wahrscheinlich sein restlichen Leben voll im Griff (es sei denn du änderst dein Verhalten irgendwann total) Für nen Familienhund reicht ja ne ordentliche Leinenführigkeit und die schnelle Abrufbarkeit.
    Hast ja selbst richtig erkannt, dass du entscheiden musst wann er sielen darf. Wenn du der Meinung bist es ist ok würde ich noch auf ein Sitz beim Ableinen bestehen (verhindert großes Gezerre) Ansonsten musst du einfach hart bleiben er kann nicht immer spielen, sollte es aber so oft wie möglich dürfen. Spielen sollte er aber auch mit dir. Zerrspiele zum Beispiel sind sehr hundisch, fördern die Bindung und machen Spaß. So wirst auch du für ihn interessant.

    Ich denke so insgeheim ist dir klar, dass ein Weimaraner mit 2 1/2 Stunden Spaziergang nicht ausgelastet ist?! Körperliche Auslastung ist natürlich wichtig aber Finn braucht mehr. Kopfarbeit! Unterordnung natürlich (kann mit vielen Kunststücken echt Spaß machen und kann auch mit gemeinsamen Spiel belohnt werden) regelmäßige Dummyarbeit und Fährten sind auch super. Fährten ist natürlich extrem aufwendig aber es lohnt sich weil Hundi ist nach einer Fährte erst mal richtig fertig. Ansonsten sind Weimis ja auch Schutzdiensttauglich, Agi ist ja auch toll. Such dir jedenfalls irgendwas das dir und ihm Spass macht und hängt euch da rein.
    Ach und KAstrieren find ich aus diesem Anlass echt unsinnig!
    Tarzan war auch spielsüchtig (heute weiß ich war meine Schuld weil ich ihn mit jedem hab spielen lassen, weil ich wollte dass er viel kennt) Andiamo kennt heute dazu noch, dass ignorante Vorübergehen an Artgenossen. Am besten suchst du auch immer wieder die Situationen auf in denen er loslegen will. Sei konsequent und er wird bald merken, dass er auf der Strasse niemanden zum Spielen findet.
    Hundeplatz oder Hundeschule können diese gezielte Ablenkung übrigens prima simulieren …

    LG Anja

    #43226
    Anonym
    Inaktiv

    Zunächst einmal: Was ist Spielen im Hundereich? Spielen ist in erster Linie immer ein Kräftemessen. Das kann ganz harmlos von statten gehen (vergleichbar mit Kindern: wer baut das größte Türmchen oder wer kann schneller rennen), es kann aber auch leicht in einen wirklichen Wettkampf oder Frust umschlagen (bei Kindern käme jetzt der Teil, wo ein Kind dem anderen das Schäufelchen auf den Kopf haut, weil dessen Türmchen größer ist als das eigene oder wo dem Anderen ein Bein gestellt wird, weil es frustrierend ist zu sehen, dass das andere Kind schneller rennen kann). So weit alles klar? Also sieh diese “spielen wollen” bitte nicht als ganz so harmlos an. So komme ich nämlich auch schon zu einer vagen Erklärung für das Fiepsen und Wimmern von Finn, wenn er nicht zu den anderen Hunden darf: Er darf ihnen nicht zeigen, was für ein toller Hecht er ist und dass stärker, schneller, schlauer… ist als sie. Das frustriert ihn und er quietscht sich einen ab. Du machst soweit schon alles richtig, du darfst in dem Moment nicht nachgeben. Du bestimmst, wann und zu wem er laufen darf und wann halt nicht. Das scheint er ja auch zum großen Teil soweit verstanden zu haben, oder hab ich das falsch interpretiert? Was gibst du ihm denn für einen Anreiz, damit er bei dir bleibt? Gibst du ihm überhaupt einen? Hunde lernen am schnellsten über positive Bestärkung gewünschter Verhaltensweisen, das heißt natürlich, dass du ihn in irgendeiner Form (sei es mit Leckerchen, Streicheleinheiten, Spiel – was immer er gern macht) belohnen musst, wenn er brav neben dir her läuft ohne zu fiepen und zu zerren. Versuch dich so interessant zu machen, dass er nur noch Augen für dich hat, statt für die anderen Hunde und immer schön loben, loben, loben und das möglichst nicht nur mit einer verbalen Äußerung.
    Du schreibst du stoppst ihn, wenn er unangeleint ist und zu anderen Hunden laufen will. Wie machst du das und klappt das immer? An welchem Punkt greifst du ein? Stoppst du ihn erst, wenn er schon auf dem Sprung ist oder lenkst du seinen Drang zu den anderen Hunden zu stürmen schon im Ansatz auf eine andere Handlung um und er fiept dann trotzdem??? Generell sollte man schon auf die kleinsten Anzeichen achten und ein “Fehlverhalten” unterbinden, bevor es ausgeführt werden kann. Du siehst also die Gruppe Chihuahuas in der Ferne? Fein, dann musst du schon genau jetzt ansetzen und deinen Hund auf dich aufmerksam machen, er soll sich an dir orientieren und die wuseligen Vierbeiner links liegen lassen. Mach dich interessant und gib nicht auf. Wobei ich bei dem was du schreibst nicht denke, dass du der Typ zum Aufgeben bist. Also weiter dran bleiben. Du schaffst das.

    #43227
    Anonym
    Inaktiv

    Sowas, da hat Resi gepostet, während ich noch getippselt habe.
    Hierzu:
    [quote][quote_head]Zitat von Tante Resi vom 26.10.2009 08:11[/quote_head]Spielen sollte er aber auch mit dir. Zerrspiele zum Beispiel sind sehr hundisch, fördern die Bindung und machen Spaß. So wirst auch du für ihn interessant.[/quote]

    habe ich jedoch noch eine Anmerkung. Richtig ist natürlich, dass das gemeinsame Spiel mit dem Besitzer für den Hund wichtig ist und die Bindung stärken kann. Was Zerrspiele angeht, so bin ich da aber anderer Meinung. Bei Zerrspielen geht es um das erkämpfen von Beute und das ist ganz sicher kein Spiel, um eine Bindung zu festigen. Es zeigt dem Hund maximal, wer der Stärkere ist (so lange man darauf achtet, dass der Hund dabei nicht gewinnt), im schlimmsten Fall lernt er dabei aber, dass Herrchen/Frauchen schwach ist (nämlich dann, wenn er ständig dabei gewinnt) oder aber dass Herrchen/Frauchen ernstzunehmende Ressourcenkonkurrenz ist und er wird anfangen seine Ressourcen durch Knurren oder gar schnappen zu verteidigen. Sicher gibt es einige Hunde, die trotz Zerrspielen nicht übermütig werden (Pogo z. B. überlässt mir mitten im Gezerre auf ein leise geflüstertes “Aus” sofort die “Beute” aber das ist definitiv nicht die Regel), aber das bekommt man auch nur durch vorsichtiges Antesten heraus. Ich würde es also nicht auf Teufel komm raus so testen wollen.

    Ach ja und auf die Frage mit der Kastration bin ich gar nicht eingegangen. Da stimme ich Resi vollkommen zu: Kastrieren wird dein Problem sicher nicht beheben und ist auch generell keine Lösung für Verhaltensauffälligkeiten, die man durch konsequentes Training in den Griff bekommen kann. Also solange keine organischen Ursachen dafür sprechen, lass deinem Finn seine “Liebeskugeln” 😉

    #43229
    Anonym
    Inaktiv

    Wir lieben Zerrspiele! Zusammen rangeln wir um die beißwurst oder den Lappen, irgendwann läßt einer los und dann beginnt je nach Platz nen Jagdspiel. Hat mein Hund das begehrte Teil jage ich auch hinter ihm her. Geht mir die Puste aus oder ich will nicht mehr oder ich will einfach das Seil haben dreh ich mich um laufe vielleicht in die andere Richtung oder bleib einfach stehen Sofort kommt Andiamo angeschossen weil alleine macht es für ihn keinen Sinn, er bringt das Ding und das Zerren beginnt von neuem. Hat nix mit Dominanz zu tun. Wir spielen und das ist uns beiden klar. Ich lob auch gerne beim Üben mit nem kurzen Anbeissen der Spielzeuge. Ordentliches Fuss mit viel Spannung und zum entladen zack rein ins Spielzeug kurz mit Zerren und weiter gehts. So weit bin ich mit Andiamo aber noch nicht weil er noch zu hibbelig ist. Aussedem ist es ein guter weg zum freiwilligen Apport.

    #43246
    Anonym
    Inaktiv

    Salü,

    [B]Finn -einjähriger Weimaranermischling, Rüde[/B]

    Bitte entschuldige die dumme Frage….

    …aber, was erwartest Du von dem Kind, ausser das es (in seinem Alter!) einen exorbitanten Spieltrieb hat?

    Das sollte eigentlich als Antwort auf deine Fragen ausreichen.

    Es wäre ein *Problemchen* wenn es nicht so wäre.

    Und – auch 7 Stunden Spazieren gehen wird den Hund nicht geistig befriedigen. Selbst 12 Stunden pro Tag nicht!

    Geb ihm Kontakt zu anderen Hunden, wenn er und die anderen Hunde kontakt wünschen. Deinen Kindern würdest Du wahrscheinlich auch nicht sagen – bleib mal lieber zu Haus und geh nicht zu deinen Freunden 😉

    Den Rest haben Pogo und Resi schon gesagt.

    Just my 2 Cents 😉

    #43247
    Anonym
    Inaktiv

    Zum Thema Zerrspiele: Wir lieben Zerrspiele auch über alles! Und das, obwohl man mit Staffis ja eigentlich keine machen soll … Der genannten Bedenken wegen. Ich glaube, es ist ganz wichtig, die individuelle Persönlichkeit des Hundes dabei zu berücksichtigen. Emily würde nie meine Rudelführerschaft in Frage stellen, also kann sie das Seil auch mal haben. Sie ist dann immer ganz stolz. Natürlich kann ich es ihr jederzeit wieder wegnehmen. Uns ist beiden klar, dass das ein Spiel ist, und ein schönes dazu, und zum Schluss sind wir beide platt und liegen nebeneinander, sie zerkaut das Seil, ich lese …

    #43264
    Anonym
    Inaktiv

    hei!
    was mir aufgefallen ist: dreimaliges wiederholen des befehles? halte ich eher für kontraproduktiv, weil dein hund im endeffekt lernt, erst zu kommen, wenn du es dreimal gesagt hast, und das ist ja nicht sinn der sache 🙂
    das kommando immer möglichst nur einmal sagen (schwerer als es sich anhört, ich neige auch dazu meinen hund vollzuquasseln 🙂 ).

    das mit dem wegrennen finde ich ne gute idee, das kannst du eben auch in der situation machen, wenn er nicht auf das kommando reagiert, um ihn zum nachlaufen zu motivieren und dann gibts viel leckerlies und streicheln 🙂

    wenn er nicht spielt, könntest du auch seine gesamte futterration ausschließlich aus der hand füttern und nur wenn er dafür arbeitet, zb eben das ruhige sitzen bleiben wenn ein anderer hund vorbeiläuft. oder aber, wenn das möglich ist, seine belohnung besteht darin, dass er mit dem anderen hund kontakt aufnehmen kann, wenn er zu dir gekommen ist, das kannst du ja dann nutzen.

    das es für ihn schwerer ist, je näher der andere hund kommt, ist logisch 🙂 dann ist ja auch die ablenkung sehr viel größer 🙂 das kannst du ja gezielt ausbauen, musst halt mal schauen wie groß der abstand noch sein darf, bis er auf den anderen hund reagiert und das dann ausbauen.

    zerrspiele spielen wir auch und der hund darf auch gewinnen 🙂 immer nur verlieren würd ihm ja auch keinen spaß machen… großartige probleme, dass er mir dadurch meinen platz als “alpha” im “rudel” streitg macht seh ich ehrlich gesagt nicht, aber ich reih mich da auch eher auf seiten der dominanztheoriegegner ein 🙂

    lieber gruß

    #43265
    Anonym
    Inaktiv

    Also ich hab ja aktuell aufgrund meiner Erfahrungen mit Tobi so das Gefühl, Hunde die gerne spielen, haben auch vielleicht weniger Auseinandersetzungen mit anderen Hunden wenn sie net zu penetrant auffordernd sind.
    Zumindestens schien letztes Jahr aus dem sehr verspielten Tobi ja ein total spielunmotivierter kleiner Hund geworden zu sein. Dieses Jahr blüht der Kleine wieder richtig auf und will spieeeeeelen – statt zu raufen ;)…
    Also hat er sich fürs Kräftemessen wieder eine andere Kommunikationsstrategie einfallen lassen. Darum würd ich es unterstützen, sofern der andere Hund mitmachen mag. Pogo hat es ja schön mit dem Spiel erläutert ;).

    #43266
    Anonym
    Inaktiv

    Puh da haste ja nen ordentlich Text geschrieben. Aber perfekt, denn so kann man sich ein besseres Bild machen.

    Ok ich versuch mich mal durchzuarbeiten.
    Relativ zu Anfang schreibst du “…nehme ich ihn “bei Fuß” und quassel ihn fusselig…”. Lass das =) Doch ehrlich, quatsch deinen Hund nicht tot – egal in welcher Tonlage und ob es nur ein simples “Fuß” ist oder gar ganze Sätze. Es interessiert den Hund nicht, er verbindet nichts Positives damit, er wird daraus auf Dauer nichts lernen. Ich bin kein Hundetrainer aber auch ich hatte meine Problemchen mit Pogo und hab sie nach und nach in den Griff bekommen – ok noch nicht alle aber wir bleiben dran. Daher kann ich jetzt nur aus meinen Erfahrungen erzählen. Mit Pogo hatte ich ein ähnliches Problem, nur wollte er nicht spielen sondern jeden Hund, der sich im Umkreis von 200 Metern um mein Wohnhaus befand, vertreiben. Anfangs habe ich es auch mit “Aus” und “Fuß” versucht aber das hat ihn irgendwann nicht mehr gejuckt. Was aber Wunder gewirkt hat war an für sich recht leicht:
    Kurze Leine, straffer Gang (also kein Schlendern), schon beim leisesten Ansatz seitens Pogo auf den anderen Hund zuzustürmen (beginnt ja meist mit Lefzen blähen, Kopf senken, Ohren anlegen), seine Blicke auf mich ziehen oder aber ihn aus der Situation herausbringen. Letzeres funktioniert ganz einfach indem man z. B. eine Kehrtwendung macht oder einen Bogen läuft (direktes Zugehen auf andere Hunde wirkt bedrohlich). Wenn der Hund jetzt den Blickkontakt zu dir aufnimmt (und das wird er sehr wahrscheinlich tun) kriegt er dafür ein ordentliches Lob. Jetzt kannst du nocheinmal in die Situation hineingehen (also wieder in Richtung der anderen Hunde) und entweder bleibt er jetzt ruhig und du läufst zügig und bestimmt an ihnen vorbei oder er fängt wieder an zu zicken und du läufst nochmal einen Bogen. Wenn du merkst es geht gar nicht, dann geh auf Abstand. Irgendwo hier im Forum hat schonmal jemand schön beschrieben, dass man nur bis zu der Grenze gehen sollte, bei der man weiß, dass der Hund noch nicht reagiert und ihn dann dafür bestätigen. Nach und nach kann man die Distanz verringern. Das ist natürlich mitten in der Stadt leider kaum möglich aber zu Übungszwecken auf weiter Flur durchaus machbar.
    Was du mit den Leckerchen oder dem Spielzeug auf keinen Fall machen solltest ist, es ihm direkt vor die Nase zu halten! Dein Hund bekommt die Leckerchen dafür, dass er den Blickkontakt zu dir sucht und nicht dafür, dass er die Leckerchen anstarrt, die du ihm direkt vor die Nase hältst. Also erst Blickkontakt, dann Leckerchen. Nicht anders. Wie du den Kontakt bekommst? Wechsel die Richtung, bleib stehen, lass ihn sitz machen… tu irgendwas von dem du weißt, dass dein Hund drauf reagiert. Ich geh in solchen Situationen z. B. gern einfach einen Schritt nach hinten. Sofort schaut mich Pogo fragend an und bekommt dafür ein Leckerchen. Sein Frust ob der anderen Hunde ist in dem Moment ersteinmal vergessen und es liegt an mir, ob er sie wieder fokussiert oder ob seine Aufmerksamkeit weiterhin bei mir bleibt indem ich weiter interessant bleibe.

    Zu deinem “3 x Stopp sagen”: Einmal, nicht mehr! Wenn er beim ersten Mal nicht kommt und du ein zweites Mal rufst oder gar erst beim dritten Mal Maßnahmen ergreifst lernt er daraus nur “beim ersten Mal muss ich noch nicht kommen, Frauchen/Herrchen ruft sowieso noch ein paar Mal…”. Also zieh die Kommandos so durch, wie du sie sagst und warte nicht darauf, bis sich der werte Herr mal bequemt darauf zu reagieren. Das mit der Führleine ist super. Viele Leute Packen ihren Hund leider am Nackenfell oder am Halsband, das ist absolut daneben. Mit der Führleine bist du auf jeden fall schonmal auf dem richtigen Weg.

    Du schreibst: “Was mir hierbei aufgefallen ist, je näher wir an manchen Hunden vorbeigehen, desto stärker fällt seine Reaktion aus.”
    Ja was hättest du denn erwartet? 😀 Je näher ihr an den anderen Hunden seit, desto näher ist ja auch die Gefahr/Konkurrenz oder der Spielpartner. Klar reagiert Finn da stärker, es ist ja auch zum greifen nah.

    Ansonsten kann ich nur sagen: Das Meiste was du schreibst klingt absolut vernünftig und es wäre echt wünschenswert, wenn mehr Hundehalter so denken würden und nicht
    a) erst warten bis es zu spät ist
    b) die Schuld ständig beim Hund suchen
    c) sich gar nicht mit den Denkweisen des Hundes beschäftigen.

    #43267
    Anonym
    Inaktiv

    Hey Maexx, ich bin auch kein Freund der Dominanztheorie. So war mein Einwand gegen die Zerrspiele auch nicht zu verstehen. Ich schrieb ja auch, dass ich das mit Pogo selber recht gut machen kann (wenn ich es auch nicht oft tue, da er recht ruppig dabei wird und es mir so keinen Spaß macht), denn er überlässt mir die Beute bereitwillig. Ich glaube das Problem bei Zerrspielen ist in den meisten Fällen bei den Besitzern zu sehen. Sie spielen solche Spielchen und lassen sich dabei vielleicht sogar anknurren und geben genau in solchen Momenten dem Hund das Spielzeug frei. Oder sie haben schon gewaltige Probleme mit dem Hund und unterstützen diese durch solche Spielchen noch mehr. Es ist ein schmaler Grat zwischen Spiel und Ernst und nur wer seinen Hund verdammt gut kennt, auf seine Signale achtet und im richtigen Moment das Spiel beendet wird dadurch keine Probleme bekommen. Pogo ist z. B. eine absolute Fressmaschine. Dass er mir die Beute so bereitwillig überlässt liegt einzig und allein daran, dass er dafür (früher intensiv, heute nur noch sehr sporadisch) als Tausch ne fressbare Belohnung bekommt. Für Leckerchen lässt er alles stehen und liegen 😀 Also nix für ungut, spielt eure Zerrspielchen ruhig weiter. Lediglich als Tipp für ein Mensch-Hund-Gespann, in dem es Probleme gibt, lehne ich das kategorisch ab 😉

    #43287
    Anonym
    Inaktiv

    jup pogo, hab das auch eher auf das was finnley geschrieben hat bezogen 🙂 :

    [FONT=verdana]Zu den Zerrspielen:
    Ich habe sie bewusst bis jetzt nie mit Finn gespielt. Ich will eigentlich nicht, dass er mit mir seine Kräfte messen darf, da mir das ganze Problem schon recht unkoscher vorkommt. Würde er mich vollkommen als Alpha akzeptieren, würde er auch meine Entscheidung hinnehmen, dass er nur mit ausgewählten (möglichst großen und agilen) Hunden spielen darf.[/FONT]

    #43414
    Anonym
    Inaktiv

    [quote]Denn ich mein, ich kann Finn nur dazu bringen auf mich zu hören wenn andre Hunde in der Nähe sind, wenn ich mit ihm übe, während andre Hunde in nächster Nähe sind.
    Also lauf ich mit ihm, wenn er vorläuft ruf ich ihn zurück, lobe, lass ihn platz machen, lobe, lauf weiter mit ihm, wechsel die richtung unangekündigt und so. Das läuft eigentlich besser als erwartet, bis die beiden Whippets sich dann doch für Finn interessieren und auf ihn zurennen etc. Da ist es natürlich vorbei mit der wackeligen Konzentration und ich lass ihn erst einmal widerwillig sitz machen, bevor ich ihn ableine und er spielen kann. Naja. Das war es im großen und ganzen eigentlich…[/quote]
    Genau so machst du das richtig! Weiter so!

    #43500
    Anonym
    Inaktiv

    tja, viel schreibt der gute mann ja nicht, das er mit dem clicker arbeitet würde ich persönlich aber jetzt positiv sehen… kommt natürlich immer noch drauf an in wie weit er den einsetzt… da musst du dir wahrscheinlich wirklich persönlich ein bild machen…

    aber wenn ich deinen bericht so lese, sieht es doch eigentlich so aus, als bekämst du das problem selbst in den griff oder? den hund in solchen situationen mit einem spiel zu bestechen finde ich eigentlich völlig legitim 🙂

    grüßle

    #43503
    Anonym
    Inaktiv

    Eigentlich denke ich, dass ich das Problem schon selbst unter Kontrolle kriege.
    Also ich hab mir gedacht, dass es schön wäre, bis Neujahr Finn “hinzukriegen”. Ist das realistisch? Soll ich mir mehr zeit geben ihm das beizubringen, bzw. ihm mehr zeit geben das zu kapieren?

    Aber halt, wenn ich es nicht bis zu dem Zeitpunkt schaffe, den ich mir vorgenommen habe, dass ich mich dann irgendwo hinwenden kann und sagen hab “ich habs so und so probiert, ich glab ich bin dumm, hilf mir mal professionell” oder so.
    Als Notpflaster 😉

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 21)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.

CONTACT US

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you, asap.

Sending

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?

Create Account