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  • #14224
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo,

    ich hab mal ne Frage, wie ihr in dieser Situation gehanldet hättet.

    Seit zwei Tagen hab ich von ner Bekannten für 3 Wochen ne Jack Russel Hündin also Urlaubspflege. Mir wurde gesagt sie kann in der Natur immer ohne Leine laufen. Stimmt auch, sie bleibt immer in der Nähe und schaut sich ständig nach mir um. Klappt alles wunderbar.
    Heute sind wir auf einer großen Wiese spazieren gegangen und urplötzlich, kurz bevor ich die beiden an die Leine nehmen wollte, weil wir eine Straße überqueren mussten, ohne das ich gleich wusste was los ist, rannte sie in die Richtung zurück, wo wir hergekommen waren. Ich hab natürlich gerufen wie verrückt, sie rannte weiter wie von ner Wespe gestochen. Sie war kaum noch in Sichtweite, ich rufe immernoch wie verrückt (aber freundlich, wie als hätte ich was tolles für sie), schließlich waren wir in fremder Umgebung. Irgendwann merkte sie scheinbar, dass ich nach ihr rufe, sie drehte sich um und kam wieder auf mich zugerannt. Ich natürlich gleich einen Freudentanz mit Charly veranstaltet, ein Stück in die andere Richtung gehopst, damit sie sieht, es lohnt sich zurück zu kehren. Bei mir angekommen nahm ich sie auch noch an die Leine (Charly war schon an der Leine, wegen der oben erwähnten Straße. Ich wusste immernoch nicht so recht was das jetzt für eine Aktion war. Bis mir nach einer Weile dämmerte, dass sie panische Angst vor den Drachen hatte, die die Leute neben uns auf der Wiese steigen ließen.
    So, nun hab ich die Maus an der Leine, sie vergisst ihre gesamte Leinenmanier und zerrt wie blöde, so nach dem Motto bloß schnell weg hier. Ansprechbar ist sie logischerweise in dem Moment nicht. Charly guckt ganz verdattert, weil er keine Ahnung hat was in dem Moment los ist.
    Nun die Frage, wie verhält ma sich in einem solchen Moment am Besten?

    Ich persönlich war erstmal vollkommen überrascht. Erstmal bin ich nicht weiter weg von der Ursache ihrer Ängste gegangen, sondern stehen geblieben. Sobald sie aufhörte wie eine bekloppte in der Leine zu hängen und sich hinsetzte hab ich sie ganz doll gelobt, mich neben sie gehockt und gestreichelt. Immer wieder wollte sie vorpreschen, lehnte sich in die Leine (hatt ich ganz kurz, konnte also nicht weit) ich habe weiter dagehockt, Charly neben mir, bis sie es wieder unangenehm fand so in der Leine zu hängen um sich dann wieder zu setzen und Lob zu ernten. Das ganze ging etliche Male, der Schwanz ganz eingeklemmt,Charly hat sich irgendwann hingelegt und verstand die Welt nicht mehr. Nun hatte ich nach etlichen Minuten das Gefühl wir kämen so nicht vorwärts. Aber ich wollte ihr ja auch nicht ewig diesen Stress bereiten. Also bin ich immer einen Schritt vorwärts gegangen, hab gewartet bis sie sich setzt, dann wieder einen Schritt. Bei jedem setzen gabs ein Lob. Irgendwann waren wir dann weit genug weg, sodass sie sich wieder beruhigte und ich sie wieder von der Leine gelassen hab. Was sagt ihr dazu? Hätte ich anders handeln sollen?
    (die ganze Prozedur bei den Drachen, bis sie sich wieder beruhigt hatte, dauerte sicher so ne halbe dreiviertel Stunde)

    #45437
    Anonym
    Inaktiv

    Ach ja, so ne Situationen kenn ich auch. Pogo hat leider vor laut flatternden Planen Angst und hier stehen nunmal ab und an Motorroller herum, die mit so einer Abdeckplane vor Wind und Wetter geschützt werden. Wenn dann ein starker Wind geht und die Dinger laute Geräusche machen und sich bewegen, ists bei Pogo auch aus.
    Das was du gemacht hast (hinhocken, Leine straff und warten, bis sie sich neben dich setzt, dann loben usw.) war auf jeden Fall goldrichtig. Was halt auch ganz gut hilft wenn du merkst, sie wird nicht wirklich locker: entferne dich mit ihr ein Stück von dem Objekt, vor dem sie Angst hat, so dass sie sich wieder etwas beruhigen kann. Dann gehst du wieder mit straffen Schritt auf den Gegenstand zu. Wenn sie den Blickkontakt zu dir sucht, sofort Leckerchen oder ein kurzes Tätscheln. Wenn sie stehen bleibt oder extrem in die entgegen gesetzte Richtung zieht, gehts wieder los mit dem Hinhocken. Funktioniert bei Pogo immer recht gut, nur leider generalisiert er irgendwie nicht. Hat er den einen Gegenstand endlich akzeptiert, so heißt das nicht, dass er das auf alle ähnlichen Gegenstände überträgt sondern ich muss ihn wieder geduldig an das neue Objekt heranführen. Aber vielleicht ist das ja bei der kleinen Jack-Russel-Dame nicht der Fall und sie kriegt die Kurve?
    Wie gesagt, du machst das schon vollkommen richtig, nur solltest du dir im Klaren darüber sein, dass du es in nur 3 Wochen vielleicht nicht schaffen wirst und dass die Kleine bei ihrer ursprünglichen Besitzerin die Scheue wieder stärker ausprägt, denn solche Ängste hängen oft stark damit zusammen, welche Sicherheit die Bezugsperson dem Hund vermittelt und nicht mit dem Hund selbst.

    #45474
    Anonym
    Inaktiv

    Na da bin ja ich beruhigt, dass du es ähnlich machst. Leider ging es nicht mal ein kurzes Stück von der Quelle wegzugehen, es waren mehrere Leute mit Drachen und wir standen quasi schon daneben. Das ist ja nicht ein Punkt, wie zB eine “kleine” Plane, sondern die Drachen sind ja über ein paar Meter über den Himmel verteilt. Es hat dann auch ca 500m gebaucht bis sie sich wieder einiger Maßen beruhigt hat.

    Nein, also ich glaube nicht, dass ich ihr die Angst in den drei Wochen nehmen werde. Dafür begegnen wir auch viel zu selten Drachen. Jetzt weiß ich aber ja bescheid, und werde entsprechend rechtzeitig reagieren können.

    #45481
    Anonym
    Inaktiv

    Salü.

    Seh ich zum Teil wie Pogo – wobei es aber sehr sehr wichtig ist das Lob exakt richtig zu timen. Das kann für einige schwierig sein und wenn falsch getimed gelobt wird – verschlimmert mensch das Angstverhalten des Hundes.

    Ich persönlich (also wäre es dein Hund und nicht nur zur Pflege) würde sagen – kauft euch einen Drachen und beschäftigt euch mit dem ängstlichen Hund soooo lange mit dem Drachen und Später auch mit Drachen steigen lassen, bis sie vollkommen desensibel auf Drachen ist.

    Pogo – das er nicht generalisiert wird einfach am Ort liegen.
    Hunde neigen sehr stark dazu bestimmtes erlentes Verhalten nur an dem Ort zu zeigen wo sie es gelernt haben.
    Dem wirkt mensch entgegen in dem mensch den Ort immer und immer wieder wechselt.

    Ich weiss – klingt schlau aber hilft euch bei dem konkreten Problemchen – flatternde Rollerabdeckungen an unvorhersehbaren Orten erstmal kurzfristig nicht weiter.

    Ich würd auch das üben, üben, üben.
    ZB. mich echt ne gute Stunde mit ihm unmittelbar an Objekt aufhalten. Auch mal ne Mahlzeit auslkassen, dann gezielt ein Flatterabdeckung aufsuchen und ihn unmittelbar daran (mit Napf!) füttern wenn er dann nach ner Weile ruhig am Objekt ist.

    #45489
    Anonym
    Inaktiv

    Hihi Kaykoo, was meinste was ich schon für Zeit an solchen Dingern verbracht habe. Ich habe mich daneben gesetzt und gewartet… gewartet… gelobt, gefüttert und wieder gewartet. Wie doof die Leute gucken können *lach* Dann mal drumherum gelaufen, dran vorbei, direkt drauf zu, wieder herum, mal Futter direkt davor gelegt usw. usf. Passt schon, mittlerweile kann ich wenigstens mit ihm an der Leine normal dran vorbei laufen, ohne dass er scheut und versucht einen riesen Bogen zu machen. Aber die Rute ist halt noch eingeklemmt und die Ohren eng angelegt. Aber immerhin besser als das Theater was er früher gern veranstaltet hat. Damit kann ich ganz gut leben. Wenn er noch entspannter wird, wär das natürlich der Hammer. Ich übe auch fleißig weiter. Kein Ding 😉

    @Charly: Ok das ist dann wirklich doof, wenn da gleich mehrere Drachensteiger verteilt rumstehen. Ist ja dann für das Hündchen nen echter Spießrutenlauf.

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