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    Anonym
    Inaktiv

    Hallo!
    Ich habe mit Heinz das Problem, dass er fremde Hunde anbellt bzw. nachbellt. Zunächst vielleicht erstmal zu seiner Vorgeschichte: Heinz kommt als ehemaliger Straßenhund aus Spanien. Ich habe ihn übernommen, als er ca. 4 Jahre alt war. Heute ist er acht. Anfangs war er so ängstlich, dass ich ihn beinahe die ersten zwei Wochen nicht gesehen hab. Er saß nur unter dem Bett und hat sich verkrochen, bei Ansprache hat er sogar vor Angst gezittert. An Streicheln war überhupt nicht zu denken. Wir haben dann angefangen mit einer Hundetrainerin zu üben und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Es war eine langwierige Geschichte, heute ist er ein souveräner Hund, der sich auch in der Stadt vorbildlich verhält. Er ist absolut auf mich fixiert, geht eigentlich immer bei Fuß und führt jeden Befehl ohne Zögern aus (gut, er macht nicht mehr gern Sitz, jedoch aufgrund seiner Bandscheiben- und Knieprobleme). Er ist ein Kuschelhund, der sich heute sogar von fremden Männern und Kindern streicheln lässt (früher hat er die Flucht ergriffen, wenn er nur einen Mann oder ein Kind gesehen hat).

    Das Problem ist nun folgendes: seit Beginn bellt er fremde Hunde an. Sowohl an der Leine als auch im Freilauf, ob allein mit mir unterwegs(also ohne unseren zweiten Hund) oder im Rudel, immer bellt er fremde Hunde an (zu 99% sind die Hunde größer als er). HUnde, die er kennt, sind kein Problem. Nun trainiere ich mit ihm, dass er an der Leine an anderen Hunden vorbeigehen kann, ohne rumzupöbeln. Sprich, ich sehe den anderen Hund (meist schon viel früher als er), ich lasse ihn auf mich konzentrieren mit dem Befehl “Schau”, wenn er den anderen Hund versucht zu fixieren und er seinen “Macho”-Gang einlegt (Kopf und Schwanz hoch, Haare am Schwanzansatz leicht aufgestellt), sage ich “Nein”. Meistens reicht dies, um ihn unter Kontrolle zu bringen, manchmal (also, wenn der andere Hund ein Boxer ist – Heinz hasst alle Boxer – keine Ahnung, warum) muss ich noch “stille Treppe” hinterher schieben (das ist sein Abbruchsignal). Dann können wir ganz in Ruhe an dem anderen Hund vorbeigehen.
    Problem jedoch: wenn der andere Hund anfängt, Heinz anzupöbeln (Bellen, in die Leine springen, Knurren), dann aber Holla, die Waldfee. Dann legt Heinz auch los. Sind wir an dem Hund vorbei, ist alles wieder in Ordnung.

    Geht Heinz an anderen Hunden ruhig vorbei, lobe ich ihn, sonst ignoriere ich ihn und gehe einfach weiter. Habt ihr noch irgendeinen Tipp für mich? Oder ist das normal, dass er sich nicht anpöbeln lässt?!

    Das Problem im Freilauf ist, dass, wenn sich ein Fremder Hund nähert, der größer als er ist, dann geht Heinz sofort in sein Imponiergehabe über und kläfft den an. Nähert sich der andere dann, hört Heinz auf. Sie schnuppern aneinander und jeder geht seinen eigenen Weg weiter. Läuft der andere dann von Heinz weg (auch wenn es erst 10 Minuten später passiert), dann springt Heinz noch 3-4 Schritte hinterher und bellt ihm hinterher. Anschließend dreht er sich um, als wäre er zufrieden, den Eindringling verjagt zu haben. Was kann ich dort machen? Ignorieren bringt nichts. Er bricht es auch meistens ab, wenn ich Nein sagen, jedoch passiert es jeden Tag mehrfach wieder. Also hat mein Verhalten ja bisher noch keinen Lernerfolg gebracht. Manche Hunde reagieren auch nicht so gelassen darauf und daher wurde Heinz schon häufiger angegriffen. Ich denke, die Ursache ist, dass er klein ist und körperlich durch seine Gebrechen auch recht eingeschränkt, und er erstmal versucht, den Macker raushängen zu lassen, um groß und böse zu wrken. Dreht sich nämlich ein Hund um, wenn er hinterherbellt, dann kreischt Heinz wie am Spieß, auch wenn der andere Hund nichts macht.

    Habt ihr vielleicht ein paar Tipps für mich?
    VIelen Dank!
    Sorry, dass es nun so lang geworden ist.
    Jasmin mit Heinz und Finn

    #74898
    Anonym
    Inaktiv

    hallo!
    manchmal kommt man auf die einfachsten dinge nicht… genauso hab ich doch meinem anderen die angst vor hunden genommen… (er wurde, als ich ihn aufnahm, direkt als erstes von einem anderen hund gebissen) also die methode ist mir durchaus bekannt. danke trotzdem für den tipp 🙂 manchmal steht man einfach auf dem schlauch…

    leider sind wir bei der hundetrainerin nämlich nicht mehr, da wir inzwischen umgezogen sind und sie jetzt von uns 150 km entfernt wohnt. hatte aber auch schon überlegt, sie anzurufen.

    zum abbruchsignal: so richtig trainiert haben wir das eigentlich nie. heinz hat irgendwann mal blödsinn gemacht und als er auf das NEIN nicht entsprechend reagiert hat, hab ich einfach böse gesagt “oder willst du auf die stille treppe?” (ja, das war mal bei der nanny, und da das so bescheuert war, hab ich mir das gemerkt gehabt). da meine ja sehr empfindlich gegenüber stimmlagen sind, war auch sofort klar, was gemeint ist. seitdem kennt heinz das komando. bei finn ist es übrigens “geflügelschere” 😀 (hab ihm angedroht, sofort seine eier abzuschneiden, wenn er nicht aufhört, alles zu besteigen, un mangels op-bestecke, wollte ich eben die geflügelschere nehmen – keine angst, sowas mach ich nicht, aber drohen kann man doch (als wenn finn den inhalt verstanden hätte))
    vielen dank nochmal,
    Jasmin mit Onkel Heinz und Finni

    #74899
    Anonym
    Inaktiv

    ach eins hab ich noch vergessen: danke für das kompliment bzw die anerkennung meiner leistung. manchmal muss man sich mal wieder vor augen führen, wie der hund doch vorher war, und wie toll er doch jetzt ist. das vergisst man leider viel zu oft, dabei sind es quantensprünge zwischen früher und heute. es ist eine wahre leistung, wie heinz heute ist. dafür klopf ich ihm mal eben auf die schulter (und mir auch ein bisschen).

    #75329
    Anonym
    Inaktiv

    Ich kann dir ein sehr gutes buch empfehlen “Bloch pizza Hunde” da gibt es einen Hund der ähnlich wie deiner in der Gruppe agiert.
    resüme dieses Buches für mich u.a. ;vor lauter Erziehungs ABC und welchem Verhalten steht welche Methode zur Aufhebungt gegenüber darf man nicht vergessen das manche Dinge auch einfach Charaktersache sind die man Hinzunehemen hat..auch Hunde haben Charakterseiten die nicht nur treu gutherzig und Verspielt sind 🙂 meiner fängt sich bei anderen hunden auch dreimal ne Watschen ein bis er es kapiert und zwar jeden Tag aufs neue 🙂 ja er ist gelehrig und Verschmust und sensitiv aber auch tempramentvoll und oft ohne Etikette zu anderen Hunden. Mein Tip “was das Leben nicht gefährdet und das eigene Rudel nicht belastet kann auch einfach mal so sein wie es ist”

    #75334
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo,
    ich kann mich Dios nur anschließen, manchmal sind die menschlichen Erwartungen einfach so hoch und ich finde auch, dass du schon soviel erreicht hast.
    Meiner Meinung nach hört sich das sehr nach Unsicherheit an und die bekommst du nicht weg indem du ihn mit “schau” ablenkst. Er muss ganz viele sozial nette Hunde kennenlernen und erkennen, dass nicht alle böse sind.
    Wenn du einen Gang runter stellt und einfach die Spaziergänge mit ihm genießt…entspannt er sich vielleicht auch.
    Ich möchte dir die Bücher von Cesar Milan empfehlen, der ist richtig gut.

    Wünsch euch einen schönen Tag

    Ilona

    #75336
    Anonym
    Inaktiv

    Hallo Dios, auch ich habe das Buch “Pizzahunde” gelesen und fand es schon recht erstaunlich, was da an Verhaltensweisen zum Vorschein kam. Klar hat jeder Hund seinen eigenen Charakter, aber ein Hund der ständig andere Hunde ankläfft ist nunmal (gerade in der Stadt) ein echtes Ärgernis. Mag sein, dass Heinz von Natur aus mehr zum kläffen neigt als andere Hunde, dennoch ist es kein Ding der Unmöglichkeit ihn davon abzubringen, fremde Hunde anzukläffen. Man kann diese natürliche Neigung durchaus in geordnete Bahnen lenken. Wobei ich mich auch eher Frodo anschließen und behaupten würde, dass Heinz das aus Unsicherheit tut und gegen die kann man gezielt vorgehen.

    Übrigens, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann hat der “Kläffer” bei den Pizzahunden diese Verhaltensweise an den Tag gelegt da er noch ein recht junger, unerfahrener Hund war, der durch seinen Übereifer in Bezug auf Wache schieben versucht hat, seine Stellung im Rudel zu verbessern. Also nicht unbedingt Charaktersache sondern vielmehr eine Nische, die er versucht zu besetzen um einen Vorteil dadurch zu erlangen. Dass dieser Plan nicht aufgeht, hat er anscheinend noch nicht mitgeschnitten *g*

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